Die Finanzierungslage der Gartenschau ist kompliziert. Der Geschäftsführer der Gartenschau, David Lyle, beantwortete in der Stadtratssitzung am Montag Fragen wie: Welche Zuschüsse bekommt die Gartenschau als Inklusionsbetrieb jährlich? Warum reichte die Finanzierung lange aus? Wie könnte möglicherweise gespart werden? Er machte klar: Der Schuh drückt. Sollte die Schau nicht mehr Geld bekommen, müsse der Park Ende 2026 schließen, erklärt Lyle.
Stadt soll Gartenschau Kaiserslautern mehr unterstützen
Die Stadtratsfraktionen waren sich einig: Die Gartenschau Kaiserslautern hat als beliebtes Ausflugsziel eine immense Bedeutung für Stadt und Region. Und sie ist auch als Inklusionsbetrieb sehr wichtig. Aus dem Grund sollte der Betrieb gerettet werden, bevor es zu spät ist. Es wurde fraktionsübergreifend signalisiert, dass der Rat grundsätzlich bereit sei, die Gartenschau finanziell mehr zu unterstützen.
Oberbürgermeisterin Beate Kimmel (SPD) betonte, dass die Stadt den Inklusionsbetrieb unbedingt bewahren wolle. Aus dem Grund hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, dass sich der Finanzausschuss dem Thema jetzt widmen soll. Es soll beraten werden, wie die Finanzierung für die Zukunft aussehen könnte.
Mit wie viel Geld könnte die Gartenschau Kaiserslautern gerettet werden?
Für das kommende Jahr bräuchte die Gartenschau laut Geschäftsführer eine Finanzierungszusage von circa 500.000 Euro zusätzlich. Anschließend muss allerdings durchgerechnet werden, wie es in den darauffolgenden Jahren mit Blick auf die Inflation weitergehen soll.
Kurzfristig brauchen wir 500.000 Euro, damit es ab dem 1. Januar 2026 weitergehen kann.
Dass sich jetzt der Finanzausschuss der Stadt noch mal mit der Unterstützung befasst, darüber will sich der Gartenschau-Geschäftsführer David Lyle nach eigenen Angaben nicht zu früh freuen. "Ich sehe das verhalten positiv. Mit der Gartenschau kann es so nicht weitergehen. Es muss etwas passieren. Aber, ich habe auch die Unmacht der Kommune erkannt, die nicht ausreichend mit Finanzen ausgestattet ist."
Wie hat sich die Gartenschau bislang finanziert?
Bisher bekommt die Gartenschau Kaiserslautern schon Unterstützung von der Stadt. Nach Angaben des Geschäftsführers besteht die städtische Förderung aus einem fixen Beitrag von 900.000 Euro. Zusätzlich übernehme sie die Lohnkosten für einen Teil der Mitarbeiter in der Grünflächenpflege. Diese Lohnkosten würden jedes Jahr genau berechnet. Insgesamt habe die Stadt so in den letzten Jahren jeweils mehr als eine Million Euro gezahlt und es zeige sich, dass der städtische Beitrag kontinuierlich gestiegen sei.
Um die Lücke in den vergangenen Jahren zu schließen, habe die Gartenschau andere Inklusionsbetriebe aufgebaut, eine Waschanlage und eine Tankstelle beispielsweise. Mit diesen Gewinnen wurde der Betrieb nun lange querfinanziert. Außerdem sei die Belegschaft reduziert worden und es gab Zuschüsse wie Coronahilfen, die es jetzt natürlich nicht mehr gebe. Die Querfinanzierung hat lange funktioniert - bis die Inflation gestiegen und die Zinsen geklettert sind. Hinzu kommt, dass sich private Sponsoren im Laufe der Jahre zurückgezogen oder ihre Unterstützung reduziert haben.
Als Geschäftsführer müsse er jetzt gegenüber den Gesellschaftern die Hand heben und sagen: "Ich kann als Geschäftsführer unter diesen Bedingungen so die Gartenschau nicht weiter betreiben." Allein 2025 erwartet die Gartenschau ein Defizit von rund einer halben Million Euro, 2026 dürfte es noch größer ausfallen. Lyle stellt deshalb klar: "So wie bisher kann es nicht weitergehen, ohne Anpassungen."
Gartenschau Kaiserslautern zieht eine positive Bilanz für die Saison
Die Gartenschau Kaiserslautern blickt laut Geschäftsführer David Lyle auf eines der erfolgreichsten Jahre ihrer Geschichte zurück. Mehr als 500.000 Besucherinnen und Besucher hat die Gartenschau in diesem Jahr bisher gezählt. Das Wetter habe gestimmt, die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. "Das war rundum ein gelungenes Jahr", so Lyle. Noch bis Ende Oktober ist der Park geöffnet.
Doch trotz des Besucherrekords kämpft der Park ums Überleben. Grund dafür ist laut Lyle ein Finanzierungsmodell, das seit 2008 gilt und nie an die Inflationsentwicklung angepasst wurde. Es sieht vor, dass die Gartenschau jährlich einen Zuschuss von rund 900.000 Euro von der Stadt erhält. Ein Betrag, der seit Beginn unverändert geblieben ist.
Ungewisse Zukunft für die Gartenschau Kaiserslautern
Auch Lyles Ansicht nach ist nicht der fehlende Wille der Stadt das Problem. Es habe die vergangenen 17 Jahre eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gegeben. Er sieht das Problem in der "Komplexität der Haushaltspolitik". Er verweist gleichzeitig auf die Verantwortung des Landes Rheinland-Pfalz, Kommunen finanziell besser auszustatten. "Sonst kann eine Kommune vor Ort nichts mehr machen", so Lyle. Seitdem die Probleme öffentlich bekannt seien, gäbe es zudem beinahe täglich Gespräche und Bemühungen, um eine Lösung zu finden.