Grünes Licht aus dem Stadtrat

Für die Gartenschau in Kaiserslautern geht es auch 2027 weiter

Lange war die Zukunft der Gartenschau Kaiserslautern ungewiss. Nun hat der Stadtrat mehrheitlich für die Rettung des Freizeitparks gestimmt. Ein Kompromiss hat weitergeholfen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lars-Henrik Wacker

Im Stadtrat ist die Gartenschau Kaiserslautern von allen Fraktionen mit Lob überschüttet worden. Vom grünen Wohnzimmer der Stadt war die Rede. Ein Mehrwert für Familien, Kinder und Ältere wurde ihr attestiert. Sogar Strahlkraft außerhalb der Stadtgrenzen wird der Gartenschau nachgesagt. Schon früh war in der Debatte klar, dass sich eine Mehrheit im Stadtrat abzeichnet.

Große Mehrheit im Stadtrat

Fast alle Fraktionen haben am Ende der Rettung der finanziell angeschlagenen Gartenschau zugestimmt. Kaiserslauterns Oberbürgermeisterin Beate Kimmel (SPD) spricht von einem Gewinn für die Stadt: "Ich freue mich, dass wir dieses tolle Angebot für die Bürgerinnen und Bürger weiter beibehalten und auch überregional Gäste nach Kaiserslautern ziehen können."

Auch Gartenschau-Chef David Lyle zeigte sich nach der Sitzung erleichtert. "Ich bin froh für die Mitarbeiter und die Menschen in Kaiserslautern, dass sich eine Lösung gefunden hat", so Lyle im Telefonat mit dem SWR. Nur die AfD im Stadtrat hatte einem im Vorfeld ausgehandelten Kompromiss nicht zugestimmt - und die Kosten für die Stadt kritisiert.

Mehr Geld für die Gartenschau Kaiserslautern

Für den Haushaltsplan 2027 geht die Stadt von Gesamtkosten der Gartenschau in Höhe von fast 2,2 Millionen Euro aus. Die können mit dem bisherigen Zuschuss von 900.000 Euro nicht gedeckt werden. Deshalb soll der Zuschuss zum nächsten Jahr um 550.000 Euro erhöht werden und damit auf 1,45 Millionen Euro steigen. Ab 2028 soll dieser auch noch jährlich an die Inflation angepasst werden. Das war bisher nicht der Fall.

Geländeplan der Gartenschau in Kaiserslautern.
Auch 2027 gibt es auf dem Gelände der Gartenschau in Kaiserslautern viel zu entdecken. Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf das Gelände der Gartenschau in Kaiserslautern
Seit 2000 - anfangs noch als Landesgartenschau - gibt es die Gartenschau in Kaiserslautern. Bild in Detailansicht öffnen
Grünfläche auf der Gartenschau in Kaiserslautern.
Die Gartenschau hat täglich geöffnet. Eine Saison geht von März bis Ende Oktober. Bild in Detailansicht öffnen
Dinowagen in der Gartenschau Kaiserslautern.
Ein beliebtes Motiv sind die Dinos in der Gartenschau Kaiserslautern. Bild in Detailansicht öffnen
Zwei Dinos in der Gartenschau Kaiserslautern
Die Dinos gibt es auch in Groß am Wegrand. Bild in Detailansicht öffnen
Enten sind bei einem Dino in der Gartenschau Kaiserslautern.
Über die Jahre hat sich die Gartenschau in Kaiserslautern zu einem beliebten Freizeitort in der Stadt entwickelt. Rund 500.000 Besucher kommen jährlich in den Park. Bild in Detailansicht öffnen

Damit der Freizeitpark gerettet werden kann, sieht der Stadtratsbeschluss nun aber auch Gegenleistungen der Gartenschau vor. "Wir werden dauerhaft den Grünflächentrupp übernehmen", sagt David Lyle. Nach Angaben des Geschäftsführers belaufen sich die Kosten jährlich auf fast 445.000 Euro. Bisher hat die Stadt dieses Team für die Pflege des Geländes zur Verfügung gestellt.

Veränderungen bei Halle und Parkplätzen

Eine weitere Gegenleistung betrifft die Halle auf dem Gartenschaugelände. "Die Lebenshilfe verzichtet auf die Mieteinnahmen der Halle. Das sind circa 120.000 Euro pro Jahr", rechnet David Lyle vor. Es geht dabei um die Miete für die Eisbahn, die die Stadt bisher jedes Jahr an die Lebenshilfe bezahlt hat. OB Kimmel stellt aber auch klar: "Wir möchten aus dem Vertrag zur Gartenschau-Halle entlassen werden." Da die Halle Eigentum der Lebenshilfe ist, könne sie die Halle nun eigenwirtschaftlich betreiben.

Die Parkplätze an der Gartenschau gehen künftig an die Stadt über. "Die Einnahmen gehen aber weiter an die Gartenschau. Letztendlich ist das ein Nullsummenspiel", sagt Lyle. Bisher hat die Gartenschau mit dem Parkplatz jährlich 277.000 Euro eingenommen. Künftig soll die Stadt das Geld einnehmen - um dann den Betrag als "Kompensation Parkraumbewirtschaftung" in die Gartenschau zu investieren.

Kimmel: Parkplätze sollen nicht teurer werden

Die Parkgebühren am Gelände will die Stadt zunächst nicht erhöhen. "Das steht nicht im Raum. Wir haben mit dem Tagessatz auch zur Attraktivität beigetragen, dass man sich nicht bei den Parkgebühren verausgabt", erklärt Kimmel. Ein Tagesticket zum Parken an der Gartenschau kostet drei Euro.

Gartenschau hat schon länger finanzielle Probleme

Schon länger befindet sich die Gartenschau in Kaiserslautern finanziell in einer schwierigen Lage. Bereits 2025 musste die Stadt den Freizeitpark mit einmalig 550.000 Euro vor der Schließung retten. Mit dem neuen Grundsatzbeschluss will Beate Kimmel mit dem Betreiber, der gemeinnützigen Integrationsgesellschaft Kaiserslautern (iKL) - hinter der die Lebenshilfe Westpfalz steht - schnell in Verhandlung gehen.

Stadt will neuen Vertrag unterzeichnen

"Wir werden jetzt in den Etatberatungen die beschlossenen Beträge in den Haushaltsplan aufnehmen. Wir treten dann in die Verhandlungen mit der Lebenshilfe ein und hoffen, dass wir ein transparentes und schlankes Vertragswerk ausarbeiten können", so Kimmel. Zehn Jahre soll der Vertrag mit der Gartenschau gehen. Nach den Worten der Oberbürgermeisterin soll der Kontrakt aber auch eine Kündigungsmöglichkeit zu einem früheren Zeitpunkt enthalten.

Kaiserslautern

Zukunft unklar Noch kein neues Konzept: Öffnet die Gartenschau in Kaiserslautern auch 2027?

Noch immer steht kein neues Konzept für die finanziell angeschlagene Gartenschau in Kaiserslautern. Die Zeit drängt. Der Stadtrat muss entscheiden, wie es mit dem Park weitergeht.

Westpfalz

Seit Wochen kein Regen Hitze in der Westpfalz: So kämpfen Gartenschau, Japanischer Garten und Rosengarten um ihre Pflanzen

Hitze und Trockenheit setzen Gartenschau Kaiserslautern, Japanischem Garten und Rosengarten Zweibrücken zu. Rasen vertrocknet, Bäume leiden, die Teams reagieren.

Kaiserslautern

Sparkasse hilft Zukunft des Japanischen Gartens in Kaiserslautern vorerst gesichert

Die Zukunft des Japanischen Gartens in Kaiserslautern ist für die nächsten Jahre gesichert. Das teilen der Betreiberverein und die Stadt mit. Hilfe gibt es von der Sparkasse.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lars-Henrik Wacker
Multimediareporter Lars Henrik Wacker

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!