Dort haben Unbekannte 200 Kürbisse gespalten, ausgehöhlt und nur die Kerne geklaut. Aber was wollen sie damit anfangen? Genau die Frage hat sich der betroffene Landwirt, Klaus Bößhar, auch gestellt! Und wie er sagt, lange hin und her überlegt.
Diebe klauen massenhaft Kürbis-Kerne von Feld in Herschberg
Öl aus den Kernen zu pressen scheidet aus, weil es dafür die falsche Kürbissorte war. Die geklauten Kerne als Samen nutzen, das wäre möglich. Allerdings steht der Aufwand dafür in keinem Verhältnis - zumal es sich um ganz normale deutsche Kürbisse handelt. Nichts besonderes also. Letztlich kann sich Bößhar nur vorstellen, dass die Diebe die Kerne rösten und essen wollen. Vielleicht weiterverarbeitet als Süßspeise. Denn das gelte in vielen Ländern als Delikatesse.
Kürbisse professionell gespalten und ausgehöhlt
Vor Ort auf dem Kürbisfeld müssen sich die Diebe lange Zeit gelassen haben. 200 Kürbisse zu zerteilen und die Kerne rauszuholen, geht trotz professionellem Werkzeug nicht gerade mal eben so. Und professionelles Werkzeug hatten die Täter offenbar dabei: Alle Kürbisse wurden mit einem glatten Schnitt komplett zerteilt. Wer schon selbst einen Kürbis ausgehöhlt hat, weiß, dass man das mit einem normalen Küchenmesser nicht schafft. Und auch das Innere rauszupuhlen ist eine Sisyphos-Arbeit: Die Kerne hängen schließlich alle an Fäden.
Polizei ermittelt und sucht Täter
Bößhar hat bei der Polizei Anzeige gegen die unbekannten Täter erstattet. Wer etwas gesehen hat oder Hinweise zu den Tätern liefern kann, soll sich bei der Polizei Waldfischbach-Burgalben (Tel.: 06333 9270) melden. Der Landwirt fürchtet aber, dass er auf dem entstandenen Schaden, immerhin 1.000 Euro, sitzen bleiben wird.
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Vandalismus und Diebstahl trifft auch andere Landwirte
Andere Landwirte aus der Region kennen dieses Phänomen bisher nicht. Das hat auch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz dem SWR bestätigt. Landwirte aus der Westpfalz berichten aber auch, dass Diebstahl und Vandalismus auf ihren Kürbisfeldern seit Jahren zunehme. Dass Kürbisse geklaut werden, sei fast an der Tagesordnung, heißt es beispielsweise vom Hitscherhof in Maßweiler. Dort habe man auch aufgehört Selbstpflückfelder anzubieten und Kassen aufzustellen, sagt Landwirt Daniel Fische. Damit habe man auch bei den Blumenfeldern schlechte Erfahrungen gemacht, weil in den Kassen meist nur Kleingeld zu finden war - wenn überhaupt Geld eingeworfen wurde.
Ähnliche Erfahrungen hat auch Sandra Guhl von der Sunshine Pumpkin Farm in Gerhardsbrunn gemacht. Es werde viel gestohlen, Vandalismus sei aber zum Glück kein Thema. Sie hat auch von dem Fall in Herschberg gehört und hat Mitleid mit ihrem dortigen Kollegen. "Das ist unglaublich und ich hoffe, wir bleiben von sowas verschont", sagt Guhl. Weil so viel geklaut wird, setzt sie schon jetzt auf Abschreckung.
Landwirtin greift zu drastischen Maßnahmen
Verbotsschilder würden längst nichts mehr bewirken, die würden einfach ignoriert werden. Inzwischen bringt Guhl nach eigener Aussage deshalb jeden noch so kleinen Diebstahl zur Anzeige bei der Polizei, auch wenn das ein enormer Aufwand sei. Aber nur so sei vielen Menschen noch begreiflich zu machen, dass man nicht einfach etwas von fremden Feldern mitnehmen darf.