Junge Männer und Frauen in Uniformen marschieren akkurat durch Kusel und bleiben schließlich auf dem Messeplatz stehen. Es sind mehr als 300 Soldaten. Darunter 40 Rekrutinnen und Rekruten, die ihre Grundausbildung in Idar-Oberstein abgeschlossen haben und in Kusel ihren Diensteid ablegen. Der Messeplatz ist gut gefüllt, es gibt Musik, Reden und viele Bürger freuen sich: "Endlich ist wieder Leben in Kusel."
2011 wurde Kusel als Bundeswehrstandort geschlossen. Auf dem ehemaligen Kasernengelände auf dem Windhof steht jetzt nur die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, besser bekannt als "AfA". Ansonsten gilt das Gelände aber als "Lost Place" in Kusel.
Wer bekommt das Gelände? Neben AfA ein "Lost Place": Die ehemalige Kaserne auf dem Windhof Kusel
Rissige Straßen, rostige Tore: Die ehemalige Kaserne auf dem Windhof in Kusel wird neben der AfA zum "Lost Place" - mit ungewisser Zukunft. Wird der Dornröschenschlaf bald enden?
Darum könnte die Bundeswehr wieder nach Kusel zurückkehren
Der Bataillonskommandeur des Artillerielehrbataillon 345 aus Idar-Oberstein, Raik Pokorny, bestätigte dem SWR, dass aktuell Gespräche zum Standort Kusel laufen. Klar ist auch, dass die Bundeswehr durch das neue Gesetz des freiwilligen Wehrdienstes mehr Soldatinnen und Soldaten erwartet: "Wir brauchen mehr Platz. Wo der aber am Ende sein wird, das ist aktuell noch unklar."
Dass aktuell Gespräche laufen, kann auch Thomas Danneck bestätigen. Er war in Kusel selbst Soldat und setzt sich für eine Rückkehr der Bundeswehr ein. "Ich habe 2011 die Tore zu gemacht und würde mich natürlich sehr freuen, wenn die Soldaten zurückkommen", sagt er. Danneck sei guter Hoffnung, dass man alle Maßnahmen umgesetzt bekommt und bis zu 1.500 Soldaten nach Kusel zurückkommen könnten. "Das sind jetzt aber alles noch Spekulationen. Wir müssen abwarten", betont Danneck.
Politiker setzen sich für Standort Kusel ein
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und der Bundestagsabgeordnete Matthias Mieves (SPD) sprechen sich klar für eine Rückkehr der Bundeswehr nach Kusel aus, heißt es vom Verein "Votum für den Kreis Kusel". Schweitzer sprach in Kusel offen von einer möglichen Rückkehr der Bundeswehr und machte deutlich, dass er landesseitig eine tragfähige Lösung für den Standort unterstützen würde.
Vorteile rund um Bundeswehrstandort Kusel
Auch Oliver Kusch (SPD), Landtagsabgeordneter für den Kreis Kusel, unterstützt die Rückkehr. In einem Post von ihm in den sozialen Medien heißt es: "Kusel bietet als Bundeswehrstandort handfeste Vorteile: Zum einen ist hier die Infrastruktur bereits vorhanden, zum anderen gibt es in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz für die Bundeswehr und seitens der Streitkräfte wird ein großes Interesse am Standort bekundet."
"Ich denke Ende dieses Jahres könnten wir vielleicht schon mit einer Entscheidung rechnen."
"Sollten die Soldaten mit ihren Familien nach Kusel kommen, hätte das natürlich auch Vorteile für die Wirtschaft in unserer Region", so Danneck. Doch jetzt müsse man noch abwarten: "Ich denke Ende dieses Jahres könnten wir vielleicht schon mit einer Entscheidung rechnen", sagt er.