"Wir haben insgesamt 70 Kilometer Gewässerstrecke in der Stadt. Und es gibt auch einige Bereiche, in denen es zu Hochwasser-Ereignissen kommen kann", warnt Manuel Steinbrenner (Bündnis 90/Die Grünen), der Bau-Dezernent der Stadt Kaiserslautern. Deshalb hat sich der Stadtrat Mitte Dezember auf ein neues Konzept verständigt, um sich vor Hochwasser und Starkregen zu schützen.
Bis 2030 will die Stadt 166 Ideen für den Hochwasserschutz umsetzen. Geplant sind zum Beispiel neue Abfluss-Schächte. Die sollen verhindern, dass sich Rohre im Stadtgebiet verstopfen. Außerdem sollen Bäche und Seen von Unrat befreit werden. Es sollen zudem neue Messstände kommen, die den Wasserpegel aufzeigen. Pro Jahr stehen für die neuen Maßnahmen 100.000 Euro im Haushalt bereit.
Bürger in Kaiserslautern sollen ihre Häuser schützen
Allerdings sieht die Stadt auch die Bürger in der Pflicht, ihre Häuser zu schützen. Denn gerade Häuser und Wohnungen mit niedrigen Türen und Fenstern sind laut Baudezernent Manuel Steinbrenner bei Starkregen besonders gefährdet. Die Stadt will verhindern, dass diese volllaufen. "Wir haben 121 Maßnahmen, die von privater Hand umgesetzt werden können. Darüber möchten wir informieren", sagt Steinbrenner.
Die Stadt lädt deshalb am 26. Februar (17 Uhr) zu einer Infoveranstaltung im Rathaus ein. Über den Nachmittag steht auch ein Info-Mobil vor dem Rathaus. An dem Mobil gibt es Tipps, wie Eigentümer ihr Haus oder die Wohnung vor Starkregen und Hochwasser besser schützen können.
Außerdem will die Stadt ihr Angebot auf der Homepage weiter aktualisieren. Auf der städtischen Internetseite sind auch die Starkregen-Gefahrenkarte und Sturzflut-Gefahrenkarte. Sie zeigen auf, wo die Hochwassergefahr in Kaiserslautern besonders groß ist und geben Hinweise. So ist zum Beispiel im Stadtteil Mölschbach die Hochwassergefahr in einigen Straßen größer.
Hochwasser haben schon für Schäden in Kaiserslautern gesorgt
Denn das die Gefahr von Hochwasser in Kaiserslautern real ist, zeigen Unwetter in der jüngeren Vergangenheit. So ist die Stadt im Sommer 2016 und 2018 nach stundenlangem Starkregen vollgelaufen. Straßen und Keller waren überflutet, Autos wurden aufgeschwemmt. Mit neuen Regenrückhaltebecken hat die Stadt auf die Ereignisse in der Folge reagiert.
Durch den Klimawandel rechnet Manuel Steinbrenner mit häufigeren Starkregen-Ereignissen: "Es gibt immer wieder größere Schäden. Das bringt uns dazu, dass wir auch tätig werden und uns für die Zukunft besser vorbereiten möchten." Steinbrenner kündigt an, auch über das Jahr 2030 in den Hochwasserschutz der Stadt zu investieren.