Kostendruck und weniger Aufträge

Krise der Autoindustrie macht auch Zulieferern in der Westpfalz zu schaffen

Der massive Stellenabbau bei Bosch hat dieser Tage noch einmal unterstrichen: Die Krise in der Autoindustrie wirkt sich auch auf die Zulieferer aus. Zwei davon haben in der Westpfalz schon seit einiger Zeit zu kämpfen.

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Von Autor/in Sebastian Stollhof

Die Nachricht sorgte in der vergangenen Woche für Aufsehen: Der Autozulieferer Bosch baut an den deutschen Standorten rund 13.000 Stellen ab - 1.250 davon im saarländischen Homburg. Das hat natürlich auch in der Westpfalz die Runde gemacht - nicht zuletzt, weil es dort weitere Autozulieferer gibt.

Einer davon ist Adient mit Standorten in Kaiserslautern und im nordpfälzischen Rockenhausen. Die Situation ist dort schon seit einiger Zeit angespannt. Im vergangenen Jahr hatte Adient einen Stellenabbau an beiden Standorten angekündigt. "Adient steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck", teilt nun eine Sprecherin dem SWR mit.

Adient spürt den Wandel in der Autoindustrie

Heißt: Es gibt weniger Aufträge. "Die globale Automobilindustrie befindet sich im tiefgreifenden Wandel, was erhebliche Herausforderungen für Zulieferer mit sich bringt", formuliert es die Sprecherin. Die Entwicklung hin zur Elektromobilität, eine "schwächelnde Konjunktur" und weniger verkaufte Autos hätten eben auch Folgen auf die Zulieferer.

Adient hat Stellen in Kaiserslautern und in Rockenhausen abgebaut

In Kaiserslautern und Rockenhausen hatte Adient bereits auf die Situation reagiert. Im Entwicklungszentrum in Kaiserslautern wurden 40 Stellen abgebaut, im Werk in Rockenhausen 125. Beides sei ohne betriebsbedingte Kündigungen abgeschlossen, berichtet die Sprecherin. Man habe dafür genügend Freiwillige gefunden, die das Unternehmen verlassen haben.

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In Kaiserslautern arbeiten derzeit 245 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Rockenhausen sind es nach Unternehmensangaben rund 940. Adient stellt Fahrzeugsitze her, in Rockenhausen werden so genannte Einsteller für Sitzlehnen produziert.

Hersteller von Autositzen gibt keine Prognose für Zukunft

Nach dem Abbau seien an den beiden Adient-Standorten in der Region "zum aktuellen Zeitpunkt" keine weiteren Maßnahmen geplant. Die Auslastung entspreche dort den Erwartungen. Grundsätzlich müsse sich Adient aber an einigen Standorten auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen. Prognosen zu den Standorten mache das Unternehmen generell nicht. "Dafür ist unser Marktumfeld zu dynamisch", so die Sprecherin.

Auch in Kirchheimbolanden werden Stellen gestrichen

Von einem dynamischen Marktumfeld war in der Vergangenheit auch auf der anderen Seite des Donnersberges bei Borg Warner die Rede. In Kirchheimbolanden hat der Hersteller von Turboladern nicht nur ein Entwicklungszentrum, sondern auch ein Werk. Dort sorgte ebenfalls ein Stellenabbau im vergangenen Jahr für Aufsehen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gingen auf die Straße.

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Am Ende gab es eine Betriebsvereinbarung. Diese sieht vor, dass bis 2028 das Personal auf 700 Beschäftigte reduziert werden soll. Es ist nicht der erste Stellenabbau in jüngerer Zeit. Bereits 2021 hatte Borg Warner angekündigt, von 1.600 auf 1.200 Beschäftigte reduzieren zu wollen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Borg Warner

Der neuerliche Abbau laufe derzeit wie vorgesehen, berichtet eine Sprecherin. Ähnlich wie bei Adient gilt auch bei Borg Warner: "Nach aktuellem Stand kann der Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden."

Derzeit stabile Auftragslage bei Autozulieferer am Donnersberg

Auch Borg Warner spüre die Krise in der Autoindustrie. "Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine neue Entwicklung der letzten Wochen oder Monate", betont die Sprecherin. In Kirchheimbolanden habe man das Werk so aufgestellt, dass man flexibel regaieren könne.

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Derzeit sei die Auftragslage stabil - allen voran für den E-Booster, einen elektrisch angetriebenen Verdichter. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit auch angekündigt, an einer Entwicklung zu arbeiten, die nichts mit der Automobilindustrie zu tun hat - sondern mit "dezentraler Energieerzeugung". Hierzu könne man derzeit aber keine Auskunft geben.

Abbau in Darmstadt hat keine Auswirkungen auf Kirchheimbolanden

Ein anderer Standort von Borg Warner sorgte jüngst für Schlagzeilen: In Darmstadt, wo das Unternehmen vor vier Jahren einen Batteriehersteller übernommen hat, soll fast die Hälfte der rund 800 Stellen gestrichen werden. "Der Stellenabbau in Darmstadt hat keine Auswirkungen auf unseren Standort in Kirchheimbolanden", teilt die Sprecherin mit.

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Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof

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