Nach acht Jahren Bauzeit

Größte Baustelle der Westpfalz: Ortsumgehung Imsweiler ist eröffnet

Jahrzehnte war sie Thema, nach acht Jahren Bauzeit sind am Freitag die ersten Autos über die neue Ortsumgehung in Imsweiler gerollt. Ein Großprojekt mit Tunnel, Brücke und Hoffnungen am Donnersberg.

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Von Autor/in Sebastian Stollhof

Peter Ziepser (parteilos) hat so manches erlebt in den vergangenen acht Jahren in seiner Heimatgemeinde. "Speziell die Anwohner am Bahnhof haben viel mitgemacht", sagt der Ortsbürgermeister von Imsweiler. Acht Jahre lang wurde an der Ortsumgehung gebaut. Dass es da auch zu Belastungen für die Einwohner kommen sollte, war bereits im Vorfeld klar. Lärm, als der Tunnel in den Mühlberg gesprengt wurde, oder viel Staub, zählt Ziepser als Beispiele auf.

Für ihn ist da aber vor allen Dingen die Hoffnung: Die Umgehung soll die Situation in der Ortsgemeinde deutlich verbessern. "Für das Dorf kehrt endlich Ruhe ein", erzählt Ziepser - und fügt dann an: "Der Schulweg wird sicherer, der Weg zum Bahnhof wird sicherer - und das ist das Wichtigste. Die Unfallgefahr sinkt." Das haben auch mehrere Einwohnerinnen und Einwohner von Imsweiler bei der Einweihung der Ortsumgehung unterstrichen.

Ortsumgehung in Imsweiler: Mehr als 6.000 Fahrzeuge am Tag

Mehr als 6.000 Fahrzeuge sollen jetzt Tag für Tag über die neue, rund 1,8 Kilometer lange Ortsumgehung rollen - und eben nicht mehr durch die Ortsgemeinde im Nordpfälzer Land. Ziepser sagt dazu auch mit einem Schmunzeln: "Die Leute hier müssen sich vermutlich erst einmal an die Ruhe gewöhnen."

Wobei sie das bereits seit einigen Wochen konnten. Denn um die letzten Arbeiten an der neuen Straße zu erledigen, musste die Bundesstraße 48 zwischen Imsweiler und dem benachbarten Schweisweiler gesperrt werden. Diese Sperrung ist nun aufgehoben.

Die Eröffnung bei Imsweiler in Bildern:

Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
Das erste Auto ist durch den Mühlbergtunnel (Donnersbergkreis) gerollt. Bild in Detailansicht öffnen
Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
Nach acht Jahren Bauzeit ist die Ortsumgehung nun endlich fertig. Bild in Detailansicht öffnen
Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
Die feierliche Eröffnung... Bild in Detailansicht öffnen
Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
...zog viele Menschen an. Bild in Detailansicht öffnen
Hunderte Menschen waren bei der Einweihung der Ortsumgehung Imsweiler.
Hunderte Menschen waren bei der Einweihung der Ortsumgehung Imsweiler. Bild in Detailansicht öffnen
Der Imsweilerer Ortsbürgermeister Peter Ziepser ist froh, dass der Verkehr auf der neuen Ortsumgehung rollt.
Der Imsweilerer Ortsbürgermeister Peter Ziepser ist froh, dass der Verkehr auf der neuen Ortsumgehung rollt. Bild in Detailansicht öffnen
Direkt nach der Freigabe waren auch schon einige Autos auf der neuen Straße am Donnersberg unterwegs.
Direkt nach der Freigabe waren auch schon einige Autos auf der neuen Straße am Donnersberg unterwegs. Bild in Detailansicht öffnen
Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
Ob die Ortsumgehung die Erwartungen erfüllt? Bild in Detailansicht öffnen
Nach acht Jahren Bauzeit: Tunnel und Ortsumgehung bei Imsweiler eröffnet.
Die kommende Zeit wird es zeigen. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Teil der Ortsumgehung von Imsweiler ist auch eine neue, mehr als 200 Meter lange Brücke.
Ein Teil der Ortsumgehung von Imsweiler ist auch eine neue, mehr als 200 Meter lange Brücke. Bild in Detailansicht öffnen

Hunderte Menschen bei der Einweihung der neuen Straße

Zuvor waren Hunderte Menschen zur Einweihung gekommen. Dabei wurde mehrfach betont, dass die neue Straße mit einer mehr als 200 Meter langen Brücke und einem knapp 400 Meter langen Tunnel für mehr Lebensqualität in Imsweiler, aber auch für eine Stärkung der Wirtschaft in der ländlichen Region sorge. Denn die Ortsumgehung soll auch eine bessere Anbindung des Alsenztals an die Autobahn 63 sein.

"Wir verkürzen den Weg zur Autobahn ganz entscheidend für die Betriebe hier und auch für die Leute, die als Pendler zu uns kommen", sagte beispielsweise Michael Cullmann (SPD), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land. Karl Landfried (CDU), der Beigeordnete des Donnersbergkreises, sprach von einem "Meilenstein für den Westkreis". Die Ortsumgehung bringe zahlreiche Vorteile für die Region.

Neue Straße im Nordpfälzer Land kostet 72 Millionen Euro

72 Millionen Euro hat die Umgehung gekostet, wie der zuständige Kaiserslauterer Landesbetrieb Mobilität mitteilt. Das sind nochmals sechs Millionen mehr als in den letzten Planungen. Der Grund dafür seien "allgemeine Kostensteigerungen insbesondere durch die Ukrainekrise", so der Landesbetrieb.

Nach Angaben des Landesbetriebs wurden die Kosten für den Bau der Ortsumgehung vom Bund finanziert. Das Land Rheinland-Pfalz trage einen Großteil der Planungskosten.

Ortsumgehung war für Landesbetrieb ein Kraftakt

Geld, das für Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, gut angelegt ist, wie er dem SWR sagte: "Es ist ja nicht nur eine Straße, die hier gebaut worden ist. Es ist ja ein Berg durchbrochen worden mit schwerem Gerät, was natürlich Zeit kostet und dauert. Wenn man sieht, welche Emotionen die Menschen hier haben, dass sie entlastet werden vom Verkehr, dann merkt man, dass man hier eine richtig gute Tat vollbracht hat."

Eine Tat, die für Andy Becht (FDP), Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, "Ingenieurskunst pur" ist. 20 Ingenieurbüros und 25 Firmen waren an der Ortsumgehung beteiligt, berichtete Volker Priebe. Der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Mobilität sagte, er sei stolz auf das Team: "Das hier war eine neue Dimension. Einen Tunnel zu bauen ist etwas ganz Spezielles. Es war ein Kraftakt, es war aber auch hochinteressant."

Gibt es auch noch eine Lösung für Nachbarort am Donnersberg?

Ursprünglich gab es auch einmal Pläne, eine Umfahrung nicht nur für Imsweiler, sondern ebenso für das benachbarte Schweisweiler zu bauen. Das scheiterte aber an Naturschutzgründen. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog (SPD) will die Hoffnung für Schweisweiler aber noch nicht aufgeben. Er hatte bis zu seinem Ruhestand über Jahrzehnte das Thema Ortsumgehung begleitet. "Als Insider weiß man, was für eine solche Umgehung für Hürden genommen werden mussten", so Herzog.

Mit Blick auf Schweisweiler fügte der ehemalige Abgeordnete an: "Es gibt Lösungen für Schweisweiler. Diejenigen, die jetzt Verantwortung tragen, sind aufgerufen, sich noch einmal zusammenzusetzen und zu schauen, welche der Varianten auch für Schweisweiler Entlastung bringt. Auch die Schweisweilerer haben es verdient."

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Autor/in
Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof

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