Kritik an der Stadt

Online-Befragung: Bürger fühlen sich in der Kaiserslauterer Innenstadt eher unsicher

Eine nicht-repräsentative Umfrage sollte mehr über das Sicherheitsgefühl der Menschen in Kaiserslautern herausfinden. Das ist bei den mehr als 2.400 Befragten eher schlecht.

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Von Autor/in Lars-Henrik Wacker

Auch, wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist und nur etwas mehr als 2.400 Menschen daran teilgenommen haben: Sie stellt der Stadt kein gutes Zeugnis aus. Die Befragten sind mit der Lebensqualität in Kaiserslautern eher unzufrieden. Sie finden die Innenstadt zu schmutzig, stören sich an betrunkenen Personen oder auch am Vandalismus. Rund um die Mall, am Rathausvorplatz oder auch am Hauptbahnhof fühlen sich die Befragten eher unsicher - um nur ein paar Antworten herauszufiltern.

Das hat das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz in einer Online-Befragung zwischen Ende Februar und Mitte April 2026 herausgefunden. Bürger der Stadt konnten freiwillig an der Umfrage teilnehmen und die 31 Fragen beantworten. Ihnen wurden sowohl geschlossene als auch offene Fragen gestellt, zum Beispiel zu den Themen Lebensqualität, Sicherheit beziehungsweise Unsicherheit in ausgewählten Räumen oder auch Kriminalität.

Forschungsinstitut: Keine repräsentative Umfrage

"Bei der gewählten Methode stand nicht die statistische Abbildung der Gesamtbevölkerung im Mittelpunkt, sondern die Gewinnung möglichst vieler Hinweise auf Ursachen von Unsicherheit und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen", sagt Thomas Köpf vom Mainzer Forschungsinstitut. Das Institut geht davon aus, dass vor allem Personen teilgenommen haben, denen das Thema Sicherheit ein Anliegen ist.

Die Teilnehmerstatistik zeigt: Rund 56 Prozent der Befragten sind Frauen. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 30 und 59 Jahren alt. Über 97 Prozent sind deutscher Staatsangehörigkeit. Hier hätte sich Köpf für die Online-Umfrage noch mehr Teilnehmer anderer Nationalitäten in der Stadt gewünscht: "Es gab keine sprachliche Hürde. In der Online-Umfrage konnte man mehrere Sprachen wählen, zum Beispiel Englisch."

Befragung zeigt Diskrepanz zwischen Gefühl und Erfahrung

Dass Ängste und persönliche Erfahrungen aber auch abweichen können, zeigt in der Online-Befragung das Beispiel Kriminalitätsfurcht. Von den Teilnehmern haben 78 Prozent angegeben, dass sie Angst davor haben, Opfer einer Straftat zu werden. Allerdings haben deutlich weniger Teilnehmer in den vergangenen zwei Jahren selbst Bedrohungen oder körperliche Gewalt erlebt (rund 39 Prozent).

Der Bereich um die Mall in Kaiserslautern
In der Online-Umfrage wird der Bereich rund um die Mall in Kaiserslautern von den mehr als 2.400 Befragten als unsicher wahrgenommen.

Ähnlich sieht das auch mit Diebstählen in der Öffentlichkeit aus. Zweidrittel der Befragten fürchten sich davor, aber nur etwas mehr als 13 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage haben das in den vergangenen zwei Jahren in der Stadt selbst erlebt.

Kästner findet Kaiserslautern sicher

Für Kaiserslauterns Polizeipräsidenten Hans Kästner ist das eine Bestätigung der Polizeiarbeit: "Wir haben die Maßnahmen um 40 Prozent erhöht, um in der Innenstadt und Kernstadt präsent zu sein." Dass die Furcht der Befragten vor Kriminalität dennoch so hoch ist, beschreibt Kästner als ein "allgemeines Lebensunsicherheitsgefühl". Kästner ist aber überzeugt: "Kaiserslautern ist eine sichere Stadt und da berufe ich mich auf die polizeiliche Kriminalstatistik." Die Studie will die Polizei weiter im Blick behalten und die Ängste der Menschen ernst nehmen.

Bürgermeister Schulz schlägt Alarm

Bürgermeister Manfred Schulz (CDU) bewertet die Sicherheit in Kaiserslautern anders. Für ihn sind die Zahlen aus der Online-Befragung alarmierend. "Wir haben in der Vergangenheit oft erlebt, dass es bei der Bevölkerung nicht gut ankommt, wenn wir Zahlen relativieren. Es waren immerhin 2.400 Teilnehmer, die uns etwas mitteilen wollen. Wir sind gut beraten, das ernst zu nehmen", findet Schulz.

Die Online-Befragung ist nur der Anfang der Studie. In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse mit der Initiative Sicheres Kaiserslautern (SiKa) diskutiert und die genauen Hintergründe untersucht. Schulz geht davon aus, dass die finalen Ergebnisse bis voraussichtlich November der Stadt vorliegen. Daraus soll dann bis Ende des Jahres ein Maßnahmenplan entstehen.

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Lars-Henrik Wacker
Multimediareporter Lars Henrik Wacker

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