Auch in der Westpfalz stehen in diesen Tagen wieder Abiturienten vor der Frage: Wie geht es nach der Schule weiter? Zahlreiche Studiengänge und Ausbildungen machen die Antwort nicht leichter. "Und genau da setzt die Berufsorientierungszeit ein", sagt Eva-Maria Hermann. Sie ist die Projektleiterin der Berufsorientierungszeit bei der Pirmasenser Unternehmensberatung "Sefrin & Partner".
"Wir wollen die Personen in ihrer individuellen Situation abholen und eine Perspektive erarbeiten, damit eine Berufswahlentscheidung getroffen werden kann", sagt Hermann. Konkret richtet sich das kostenlose Angebot an Personen aus Rheinland-Pfalz unter 28 Jahren mit einem Schulabschluss. Die bekommen von Experten eine Beratung, was es für geeignete Praktika in der Region gibt.
Schulabgänger sollen Praktika machen
"Die Praktika sollen in der Regel zwei bis sechs Wochen dauern, wobei das auch von den Betrieben abhängig ist", erklärt Eva-Maria Hermann. Die Teilnehmer können in handwerkliche Berufe wie Kfz-Mechatroniker, Tischler oder Metallbauer reinschnuppern. Aber auch Berufe der Forschung oder dem Bereich Hotellerie- und Gastronomie sind dabei.
Während der Zeit stehen Eva-Maria Hermann und ihre Kollegen beratend zur Seite. An Bord ist auch die Handwerkskammer der Pfalz. Gemeinsam mit dem Arbeitsministerium des Landes Rheinland-Pfalz finanziert sie das Projekt. Außerdem hat die Handwerkskammer Kontakte zu vielen Betrieben in der Region.
Viele Betriebe in der Pfalz machen mit
"Die Betriebe sind sehr offen gegenüber diesem Modellprojekt. Wir haben einen regionalen Betriebepool mit Unternehmen, die generell Nachwuchskräfte suchen und die jungen Menschen auch bei uns in der Region halten möchten", sagt Eva-Maria Hermann. Ziel sei es, vor allem jungen Schulabgängern durch die Berufsortientierungszeit den Anschluss in die Berufswelt zu erleichtern.
Das klappt auch bei vielen Teilnehmern. Seit Juli 2024 gibt es das Modellprojekt Berufsorientierungszeit. Bisher haben 71 Personen daran teilgenommen. Nach den Angaben von Sefrin & Partner haben fast alle nach der Zeit eine berufliche Perspektive gehabt. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hat dann auch den Anschluss in eine Ausbildung, das Studium oder in die Festanstellung geschafft.