Wildtiere und Klimawandel setzen Pfälzerwald zu

Rehe fressen junge Bäume an und gefährden Wälder in der Westpfalz

Der Verbiss von jungen Bäumen durch Rehe und anderes Wild schadet den Wäldern in der Nord- und Westpfalz. Der Klimawandel verschärft das Problem zusätzlich.

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Von Autor/in Friederike Pick

Rehe und anderes Wild bereiten den Forstämtern in der Nord- und Westpfalz zunehmend Sorgen. Die Tiere fressen die Knospen von jungen Bäumen und verhindern dadurch, dass der Wald ausreichend nachwachsen kann. Die Expertinnen und Experten der Forstämter sprechen von der "natürlichen Verjüngung", die dadurch gefährdet wird.

 

Neu sei das Problem nicht, erklärt Andreas Grauer, der Leiter des Forstamts Donnersberg. In Zeiten des Klimawandels habe die Gefährdungslage der Wälder allerdings deutlich zugenommen. "Die Bäume wachsen langsamer, weil es weniger Wasser gibt", so der Forstamtsleiter. "Gleichzeitig geht es den Schädlingen besser, weil sie das warme Klima mögen." Deshalb sei es aktuell umso wichtiger, dass genug Bäume nachwachsen. 

Eine Pflanze im Wald, die von einem Reh angefressen wurde.
Verbiss von Wild: So kann es aussehen, wenn Rehe Pflanzen im Wald anknabbern. picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | Frank Hecker

Warum Jagd nötig ist, um den Pfälzerwald zu retten

In den Forstämtern im Pfälzerwald ist man sich einig, dass die Jagd das beste Mittel ist, um die Rehe davon abzuhalten, die jungen Bäume zu beschädigen. "Wir wollen mit der Natur arbeiten und nicht gegen sie", sagt Andreas Grauer vom Forstamt Donnersberg. "Die Jagd ist dafür ein Schlüsselelement." Andere Maßnahmen wie Zäune seien teuer und oftmals nicht sinnvoll. Ein Zaun zum Beispiel sperre alle Tiere gleichermaßen aus. Dadurch gehe wichtiger Lebensraum für sie verloren. 

Entsprechend sind die Abschusszahlen in einigen Revieren der Westpfalz zuletzt angestiegen. Gabi Kleinhempel vom Forstamt Kusel berichtet, dass in den Wäldern ihrer Region seit mehr als 20 Jahren stetig immer mehr Rehe geschossen wurden. 

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Kleinhempel geht weiterhin davon aus, dass auch die Wildtier-Populationen an sich gewachsen sind. "Die Höhe der jetzigen Wildbestände ist enorm." Das begründet sie ebenfalls mit den Folgen der Erderwärmung. "Wenn die Winter nicht mehr so kalt sind, sterben weniger Tiere", erklärt die Forstamtsleiterin. "Außerdem wird die Vegetation durch die milden Winter üppiger, sodass die Tiere mehr Nahrung finden."

Rehe bedrohen Bäume: Herausforderung für Forstämter in der Pfalz

Das Problem zeigt sich allerdings nicht überall in gleichem Ausmaß. Denn es gibt Gebiete, in denen sich Rehe besonders wohl fühlen. "Rehe mögen gerne Grenzflächen", sagt Andreas Grauer vom Forstamt Donnersberg. Das seien Gebiete, in denen der Wald an Felder angrenze. Gejagt werde entsprechend der Lage vor Ort. 

"Auf unseren Flächen haben wir die Situation im Griff", so Grauer. Allerdings obliegt nur ein Teil des Waldes im Donnersbergkreis der Obhut des Forstamts, genauer rund ein Drittel der dortigen Waldfläche. Der Rest sei in Besitz der Kommunen oder gehöre Privatpersonen. "Da haben wir keinen Einfluss und können nur darum bitten, dass die Verantwortlichen sich kümmern." 

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Erstmals publiziert am
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Friederike Pick
Friederike Pick.
Onlinefassung
Sarah Korz
Sarah Korz, Redakteurin im SWR Aktell Studio Kaiserslautern

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