Wie kaputt sind die Straßen in Kaiserslautern?

Goodbye Schlaglöcher? Uni Kaiserslautern und Stadt analysieren Straßen mit KI

Mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer und weniger Ausgaben für Sanierungen: Das verspricht das KI-System mit dem Uni Kaiserslautern und Stadt aktuell die Straßen untersuchen.

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Von Autor/in Maren Kaps

Oben Kameras, unten Sensoren - das ungewöhnliche Fahrzeug fährt seit einigen Wochen durch Kaiserslautern und nimmt den Zustand der Straßen auf. Schlaglöcher, Risse und Wölbungen: den Aufnahmen entgeht nichts. Die Stadt möchte sich so ein Lagebild der Straßen machen und bekommt dabei Unterstützung von Forschern der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU).

Die Forscher entwickeln gerade ein KI-Modell, das die Daten des Fahrzeugs anschließend auswertet. Daraus entstehen soll eine Karte, eine sogenannte Heatmap, die die Straßen in Kaiserslautern klassifiziert. Rot sind dann darauf die Straßen, die dringend saniert werden müssen.

Wie steht es um die Schlaglöcher in Kaiserslautern? Die Uni in Kaiserslautern unterstützt die Stadt Kaiserslautern mit KI bei der Untersuchung der Straßen.
In einem Vorläuferprojekt hat die RPTU mit der Stadt Kaiserslautern bereits ein paar Straßen untersucht und eine sogenannte "Heatmap" erstellt.

Schlaglöcher und Asphaltrisse: Was steckt darunter?

Doch nicht nur die Straßen-Oberfläche hat die Untersuchung im Blick, sondern auch die geologische Beschaffenheit darunter. "Es geht nicht nur um die Schäden, sondern auch um Fernleitungen oder Hohlräume und unbekannte Körper darunter", sagt Sebastian Schulze, aus dem Tiefbaureferat der Stadt. Das sei wichtig, denn bei kommunalen Straßen habe die Stadt oft keine weitreichenden Dokumentationen.

So könne nach Unwettern zum Beispiel schnell festgestellt werden, ob Straßen von Wassermassen unterspült wurden. Das hat laut Schulze gleich zwei Vorteile. Zum einen diene es der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zum anderen schone es die finanziellen Ressourcen der Stadt, weil so Schäden ausgebessert werden können, bevor sie groß und gravierend sind.

2018: Straßenanalyse ohne KI in Kaiserslautern

2018 hat die Stadt laut Schulze das letzte Mal die Straßen untersucht und kategorisiert. Damals noch ohne KI-Unterstützung. Bis die Untersuchung und Auswertung der Straßen vorgenommen war, sei ein halbes bis dreiviertel Jahr vergangen. Dabei soll die KI die Stadt deutlich entlasten und das Straßennetz kontinuierlich überprüft werden. "Wir kommen gar nicht nach", so Schulze. "Wir haben kaum Geld und Personal um das zu machen, was notwendig wäre." Auch wegen der Haushaltslage in Kaiserslautern müssten das Geld und die Mittel so effizient wie möglich eingesetzt werden.

Wegen der Haushaltslage müssen wir alle Mittel und alles Geld so effizient wie möglich einsetzen“ 

Unterstützt wird die Stadt KL von einem Team der RPTU. "Durch KI wird vieles akkurater und schneller passieren", sagt Professor Naim Bajcinca. "Aber ein Mensch schaut nochmal nach." Bajcinca leitet das Team an der RPTU, das das Projekt mit der Stadt durchführt und dafür auch Geld vom Land bekommt. Aktuell verfeinert sein Team die KI im Hintergrund von "Radspot", wie das Modell heißt. Ist die KI erst einmal fertig, hofft er, dass das System auch in anderen Städten zum Einsatz kommt und kann sich vorstellen, das Projekt auch auf Autobahnen zu erweitern.

Wie steht es um die Schlaglöcher in Kaiserslautern? Die Uni in Kaiserslautern unterstützt die Stadt Kaiserslautern mit KI bei der Untersuchung der Straßen.
Das sieht das Fahrzeug, wenn RPTU und Stadt Kaiserslautern gemeinsam die Straßen untersuchen.
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Maren Kaps
Maren Kaps, SWR Aktuell Studio Kaiserslautern