Wer aus Richtung Contwig kommt, fährt eigentlich noch auf einer soliden Fahrbahn - bis ungefähr einen Kilometer vor Zweibrücken. Für diesen Teil der Straße ist die Stadt Zweibrücken zuständig. Und die hatte sich zuletzt im Haushalt mehrheitlich gegen eine baldige Sanierung der Straße ausgesprochen. Die Begründung: Zweibrücken muss sparen. Und es gibt mit der L 471 eine Parallelstraße - die wird als Hauptverkehrsroute genutzt.
Contwig in der Südwestpfalz will dennoch die alte B10 sanieren
Dass die Straße nicht gebraucht wird, sieht Contwigs Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette (CDU) nicht so: "Wenn man sich anschaut, dass die Straße als Lückenschluss für den Rosenweg dient, der durch das Schwarzbachtal führt, hat das auch einen Mehrwert für die Zweibrücker."
Brinette betont auch die Bedeutung als Weg für Rettungskräfte und als Umgehungsstraße. Zumal im Contwiger Ortskern langwierige Straßenbauarbeiten anstehen, sodass die alte B10 den Verkehr entlasten soll.
Alte B10 bei Zweibrücken in katastrophalem Zustand
Ob die Straße in der jetzigen Situation eine Entlastung für den Verkehr sein kann, das sei dahingestellt. Denn die alte B10 hat zwei Gesichter. Ungefähr einen Kilometer vor Zweibrücken setzt ein Meer voller Schlaglöcher ein - und es ist nur Tempo 30 erlaubt, statt der üblichen 100 km/h außerorts.
Für die Autos beginnt dann ein echter Stress-Test, den viele Contwiger meiden. Nadine Brinette selbst ist auf der alten B10 sogar mal die Autoscheibe wegen eines kleinen Steinschlags gerissen.
Zweibrückens Oberbürgermeister Wosnitza will die alte B10 sanieren
Im Gegensatz zur Mehrheit im Stadtrat kann Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) den Ärger der Contwiger verstehen. Er selbst möchte die alte B10 bei Zweibrücken sanieren. In weiteren Gesprächen mit dem Land versucht Wosnitza nun an Fördermittel für die Sanierung der alten B10 heranzukommen. Wenn das klappt, soll das Geld nächstes Jahr im Haushalt eingeplant werden.