Egal ob gold, lila oder bunt - die Schokoosterhasen sind in diesem Jahr länger in den Regalen der Geschäfte stehengeblieben als sonst. Denn sie sind teuer geworden. So teuer, dass sich die Kunden dreimal überlegt haben, ob und wieviele Hasen sie kaufen. Das jedenfalls berichten die Hersteller und Verkäufer von Schokolade in der Westpfalz.
Kunden greifen eher zu kleineren Schokofiguren.
Richard Müller von Wawi in Pirmasens beobachtet beispielsweise, dass die Nachfrage gesunken ist. Denn seine Osterhasen seien fast doppelt so teuer wie noch die Nikoläuse vor vier Monaten. Grund dafür ist unter anderem der gestiegene Kakaopreis. Der führe nämlich dazu, dass die Kunden seltener Schokolade kauften, so Müller. "Die Kunden greifen jetzt eher zu kleineren Schokofiguren".
Gesunkene Nachfrage auch bei Lindt in Zweibrücken
Auch für das Schokoladengeschäft Lindt im Outlet in Zweibrücken ist das Ostergeschäft in diesem Jahr schleppend angelaufen. Mittlerweile seien zwar alle Schokoosterhasen verkauft, aber tatsächlich hätten sie auch weniger Osterware bestellt als in den Jahren zuvor, sagt eine Lindt-Mitarbeiterin aus Zweibrücken.
Auch Schokolade aus Waldmohr ist teurer geworden
In Waldmohr im Kreis Kusel stellt Kim-Rudolf Mayer unter anderem Schokolade für Allergiker her. Auch er habe seine Produkte teuerer als zuvor anbieten müssen. Dennoch sei bei seinem "Schokowunderland" die Nachfrage weiterhin sehr hoch, freut sich Mayer.
Der Kakaopreis ist ein emotionales Thema!
Manche Sorten der Osterschokolade seien bereits vollständig ausverkauft. Doch auch seine Kunden beschäftigen die gestiegenen Preise. "Der Kakaopreis ist ein emotionales Thema!" betont Mayer. Ihn erreichten regelmäßig emotionale E-Mails von Kunden, die sich über die teureren Preise ärgerten, so Mayer. Auch für ihn als Verkäufer sei die Situation nicht schön. Er leide ebenfalls unter den hohen Einkaufspreisen.
Kakao als Preistreiber - oder doch nicht?
Obwohl der Kakaopreis mittlerweile gesunken ist, ist die Osterschokolade teuer. Das liegt daran, dass Hasen und Co. schon vor einem halben Jahr produziert wurden. Zu diesem Zeitpunkt war der Kakaopreis noch deutlich höher. Aber die Hersteller haben eigenen Angaben zufolge mit weiteren gestiegenen Kosten zu kämpfen.
Weitere Kosten führen zu teurer Schokolade in der Westpfalz
Das Café Krummel in Kaiserslautern stellt selbst Schokolade her. Auch wenn der Kakaopreis gesunken sei, seien unter anderem die Energiekosten oder auch die Sozialabgaben gestiegen, so die Inhaberin. Das führe dazu, dass die Schokolade weiterhin teuer bleibe. Auch Mayer vom "Schokowunderland" in Waldmohr hat höhere Einkaufspreise. Besonders der Import der Kakaobohnen sei durch die gestiegenen Preise der Spediteure teurer geworden.
Schokohersteller aus der Westpfalz machen Kunden Hoffnung
Und trotzdem gibt es Hoffnung für alle Schokofans. Denn Richard Müller von Wawi in Pirmasens geht davon aus, dass die Schokolade im nächsten Jahr wieder günstiger wird. "Falls der Kakaopreis weiterhin niedrig bleibt, ist die Schokolade vielleicht auch schon zu Weihnachten wieder günstiger!"