Schon aus der Ferne leuchtet die goldene Farbe des Strohs vor dem saftigen Grün des Pfälzerwaldes. Das rund sechs Meter hohe Häuschen mit dem spitzen Dach spiegelt sich im Wasser eines Karpfenteichs. Die kuriose Farbe und Form sticht gleichermaßen ins Auge und fügt sich dennoch in die idyllische Umgebung des Schweinstals im Kreis Kaiserslautern ein.
Ökologisch Bauen: Abfallprodukt Stroh eignet sich auch als Baumaterial
Rund 30 Architektur-Studierende der Hochschule Kaiserslautern haben sich an diesem sonnigen Tag im Juli vor der Stroh-Hütte versammelt. Sie feiern dessen Einweihung, denn sie alle haben gemeinsam an der Konstruktion mitgewirkt. "Wir wollten mit dem Material Stroh experimentieren", erklärt die Studentin Aliyah Frick. Eigentlich gelte Stroh als Abfallprodukt der Landwirtschaft. Das Bauprojekt solle zeigen, dass sich Stroh aber auch als nachhaltiger Baustoff eignet.
"Beim Bauen emittieren wir unheimlich viel CO². Das können wir uns nicht leisten", erklärt Sabrina Wirtz. Sie ist Architektur-Professorin und hat das Bauprojekt im Pfälzerwald betreut. "Wir müssen zu einer Ressourcen-Wende kommen und da kann das Bauen mit Stroh einen Beitrag leisten." Bisher werde Stroh nur selten zum Bauen verwendet. Zum einen gebe es Vorurteile, etwa was den Brandschutz angehe. Zum anderen seien die Baukosten bisher hoch, weil sich durch die geringe Nachfrage an Stroh noch zu wenige Firmen damit beschäftigten.
Pavillon aus Stroh schützt Wanderer vor Hitze und Kälte
Das Schweinstal (Kreis Kaiserslautern) im Pfälzerwald ist beliebt bei Wanderern und Radfahrenden. Das neue Stroh-Häuschen dient als Unterschlupf, inklusive Sitzgelegenheiten. Das Dach spendet Schatten im Sommer und schützt vor Regen. Die Wände aus Stroh dienen als Dämmung und halten Hitze wie Kälte ab.
Für die Studierenden war das Projekt eine willkommene Abwechslung zu ihrem sonstigen Studienalltag, denn den verbringen sie vor allem vor dem Computer. "Wir zeichnen viel vor dem Laptop, aber können den Entwurf nicht verwirklichen", erzählt der Architektur-Student Denis Schmitt. "Es war cool zu sehen, wie das Gebäude sich nach und nach entwickelt hat und jetzt tatsächlich vor uns steht."
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