Zoo-Lizenz ist weg

Nach Kritik an Tierwohl: Tierpark Donnersberg in Rockenhausen muss schließen

In den vergangenen Jahren ist über den Tierpark Donnersberg in Rockenhausen immer wieder viel diskutiert worden – vor allem von Tierschützern. Die waren der Meinung, dass die Tiere im Park nicht artgerecht gehalten werden. Jetzt darf der Park keine Besucher mehr rein lassen.

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Von Autor/in Johannes Zinßmeister

Der Tierpark in Rockenhausen darf keine Besucher mehr empfangen. Grund dafür ist die Entscheidung der Kreisverwaltung Donnersberg, die Zoo-Lizenz des Tierparks nicht zu verlängern. In den vergangenen zehn Jahren war das Veterinäramt immer wieder vor Ort, um Hinweisen von Besuchern nachzugehen. Dabei wurden zahlreiche Mängel festgestellt. Laut Tierparkleiter Andreas Spieß musste der Tierpark Donnersberg in mehr als 15 Fällen nachbessern. Die wiederholten Beanstandungen führten letztlich dazu, dass der Tierpark den offiziellen Status verlor. Ab sofort darf er nur noch privat wenige Tiere halten.

Die Tiere sind artgerecht gehalten worden.

Tierparkleiter kann Entscheidung nicht nachvollziehen

Die Entscheidung der Kreisverwaltung hat Andreas Spieß, den Leiter des Tierparks, schwer getroffen. Er betont, dass er sich stets um das Wohl seiner Tiere gekümmert habe. Den Vorwurf, die Tiere seien nicht artgerecht gehalten worden, weist er entschieden zurück:

"Das ist Quatsch. Die Tiere sind artgerecht gehalten worden. Die sind vielleicht nicht so gehalten worden, wie es die Besucher gerne gesehen hätten. In einigen Zoos werden die Gehege nicht nur zum Tierwohl gebaut, sondern auch zur Ansicht des Besuchers, wo das Tier eigentlich gar nichts davon hat. Und so sind eben viele negative Sachen auch aufgekommen und dann hieß es, die Tiere sind nicht artgerecht gehalten worden."

Spieß hofft nun darauf, zumindest einige Tiere privat behalten zu dürfen. Besonders ältere Tiere, die er über viele Jahre betreut hat, möchte er nicht abgeben.

Druck von Tierschutzorganisation PETA

Doch der Druck auf den Tierparkleiter wächst. Die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass der Tierpark möglichst schnell komplett aufgelöst wird. Sie zweifelt daran, dass der Tierpark ohne die Einnahmen durch Besucher die verbleibenden Tiere noch versorgen kann.

Andreas Spieß widerspricht dieser Einschätzung und ist trotzdem bereit, viele Tiere abzugeben. Gleichzeitig macht er deutlich, dass er eine Handvoll Tiere, die er schon lange betreut, nicht mehr vermitteln möchte. "Das wird alles besprochen mit dem Veterinäramt. Wenn ein anderer Zoo ein Tier möchte, dann muss das mit dem Veterinäramt abgesprochen werden, und die werden dann benachrichtigt. So gehen dann die letzten Tiere, bis auf eine Handvoll etwa. Die Tiere, die älter sind, die möchten wir eigentlich nicht mehr vermitteln. Damit tun wir den Tieren nichts Gutes."

Veterinäramt bleibt in der Verantwortung

Das Veterinäramt hat dem Tierparkleiter zumindest vorerst Hoffnung gemacht. Wie die Behörde mitteilte, müssen aktuell keine weiteren Tiere abgegeben werden. Allerdings werde man die Tiere und deren Gehege weiterhin kontrollieren und bei Bedarf erneut eingreifen.

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Johannes Zinßmeister
Bild von Johannes Zinßmeister, Redakteur im SWR Studio Kaiserslautern

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