Nach mehr als zehn Jahren im Verwaltungsjob, in denen er vorwiegend vor dem Computer saß, suchte der 33-Jährige eine Veränderung. "Ich wollte etwas mit meinen Händen schaffen", sagt Warth. Seine Begeisterung für Schuhe – vor allem als modisches Accessoire – führte ihn schließlich zu einer Ausbildung als Schuhfertiger.
Schuhfertiger: Ein Beruf mit Seltenheitswert
Mit seiner Entscheidung ist Sebastian Warth eine Ausnahme: Laut der Industrie- und Handelskammer haben in diesem Jahr lediglich 14 Menschen in ganz Deutschland eine Ausbildung zum Schuhfertiger abgeschlossen. Doch Warth spürt, dass handwerkliche Berufe wieder an Wertschätzung gewinnen. "Es bedeutet mir viel, einen Schuh von der Entwicklung bis zur Fertigung selbst zu gestalten", erklärt er.
Ausbildung bei Traditionsunternehmen in Hauenstein
Für seine Ausbildung wählte Warth die Schuhfabrik Josef Seibel in Hauenstein, ein Unternehmen mit fast 140 Jahren Tradition. Die familiengeführte Fabrik, die seit ihrer Gründung 1886 in Hauenstein ansässig ist, produziert bis heute alle Schuhe komplett vor Ort. "Wir sind einer der wenigen Hersteller, die noch eine vollständige Fertigung in Deutschland haben", erklärt Geschäftsführerin Franziska Seibel.
Einer der besten Azubis Deutschlands
Sebastian Warth hat seine Ausbildung mit Bravour abgeschlossen. Mit einem Einserschnitt gehört er zu den besten Azubis Deutschlands, wie ein Ranking der Industrie- und Handelskammer zeigt. "Die Noten sind mir nicht so wichtig", sagt er. Vielmehr sehe er die Auszeichnung als Bestätigung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
Weiterbildung zum Schuhtechniker in Pirmasens
Seit einigen Monaten besucht Sebastian Warth die Deutsche Schuhfachschule in Pirmasens, um sich als Schuhtechniker und -modelleur weiterzubilden. Besonders interessiert ihn, wie Schuhe entworfen und designt werden. Kreativität und technisches Know-how spielen dabei eine zentrale Rolle. Eines fest: Dem Schuh bleibt Sebastian Warth erstmal treu.