"Wir waren sehr froh, dass wir diese Wohnung bekommen haben", erzählt Bettina Lehmann. Gemeinsam mit ihrem Mann Volker ist sie im Oktober 2024 von Bad Kreuznach in die Innenstadt von Kaiserslautern gezogen. Die Wohnung ist großzügig geschnittenen und vor allem barrierefrei. Vermieter ist die städtische Wohnbaugesellschaft Bau AG. Da Bettina Lehmann an Multipler Sklerose erkrankt ist und zeitweise einen Rollstuhl nutzt, war eine barrierefreie Wohnung nötig.
Umzug nach Kaiserslautern war lange Jahre nicht möglich
Das Ehepaar hatte schon seit etwa fünf Jahren den Wunsch, wieder in die Heimatstadt von Volker Lehmann zu ziehen, aber am freien Wohnungsmarkt hätten sie vergeblich gesucht. Im März des vergangenen Jahres haben Volker und Bettina Lehmann dann einen weiteren Versuch unternommen und sich beim Wohnprojekt "Nils im Quartier" der Bau AG beworben. Doch die Absage kam schnell, erzählt Bettina Lehmann: "Da hieß es, in absehbarer Zeit wird dort keine Wohnung frei". Damit schien der Traum von Kaiserslautern erstmal unerfüllbar.
"Das war eine große, angenehme Überraschung"
"Wir hatten uns dann in Bad Kreuznach arrangiert", erzählt Bettina Lehmann. "Und nicht mehr damit gerechnet, dass es mit Kaiserslautern klappen könnte". Doch dann sei plötzlich im August ein Brief ins Haus geflattert. "Wir könnten uns in zwei Tagen eine Wohnung anschauen". Und dann sei alles ganz schnell gegangen. Die Wohnung habe ihr und ihrem Mann gefallen, also hätten sie zugesagt. Und auch von der Bau AG kam der Zuschlag für die Lehmanns. "Das war eine große, angenehme Überraschung".
Auch Sozialwohnungen sind in Kaiserslautern Mangelware
Das Glück, das Familie Lehmann hatte, könnten jetzt auch ein paar Bewohner des Wohngebiets am Asternweg in Kaiserslautern haben. Denn die Bau AG baut gleich dort in der Nähe, in der Mennonitenstraße, 44 Sozialwohnungen. Nach Auskunft des Unternehmens wird das Gebäude voraussichtlich zum 1. April an die Stadt Kaiserslautern übergeben, die es komplett angemietet hat.
Wohnblock am Asternweg soll abgerissen werden
In die 44 neuen Wohnungen sollen nach Angaben der Stadt Kaiserslautern die Menschen einziehen, die derzeit in den sogenannten Schlichtwohnungen ohne Bad und Zentralheizung am Asternweg leben. Das Ziel sei, dass dort am Ende ein kompletter Wohnblock leer ist, damit dieser abgerissen oder saniert werden kann. Von der Stadt heißt es, man befinde sich im Gebiet Asternweg und Geranienweg in einem fortlaufenden Sanierungsprozess. "Mit der Fertigstellung des Neubaus Mennonitenstraße erreichen wir den nächsten Meilenstein", sagte ein Stadtsprecher.
Erste Bewohner sollen im zweiten Quartal dieses Jahres einziehen
Die Stadt geht davon aus, dass die ersten Bewohner im zweiten Quartal die neuen Wohnungen beziehen können. "Die Miethöhe für die Bewohner wird sich im Rahmen der Angemessenheitsgrenzen des Jobcenters bewegen", schreibt die Stadt. Dazu müsse der Stadtrat auf einer seiner nächsten Sitzungen noch beschließen, dass die Gebührensatzung für Obdachlosenunterkünfte angepasst wird.
Vor allem günstige und geförderte Wohnungen fehlen In Kaiserslautern fehlen mehr als 1.000 Wohnungen
Bedarf an günstigen und geförderten Wohnungen gibt es nicht nur in Kaiserslautern, sondern auch in anderen Orten im Westen der Pfalz. Projekte für soziales Wohnen sollen die Situation verbessern.
Zu wenig bezahlbare und barrierefreie Wohnungen in Kaiserslautern
Die 44 Wohnungen in der Mennonitenstraße sind, so die Bau AG, ein erster Schritt. Aber es würden noch viele weitere Sozialwohnungen in Kaiserslautern benötigt. Und auch barrierefreie Wohnungen sind weiter Mangelware.
Wunsch nach elektrischen Türen
Das Ehepaar Lehmann wohnt jetzt seit Oktober 2024 in der neuen Wohnung in der Innenstadt. Beide sind froh, dass der Umzug nach Kaiserslautern geglückt ist. "Mir gefällt es sehr gut hier", sagt Bettina Lehmann. "Das kulturelle Angebot in Kaiserslautern ist sehr gut." Volker und Bettina Lehmann unternehmen viel in der Stadt und freuen sich, dass sie das Auto oft stehenlassen können. Einen Wunsch hat Bettina Lehmann aber noch: "Es ist nicht möglich für mich, vom Rollstuhl aus die Haustür und die Zwischentür im Treppenhaus zu öffnen, weil die sehr schwer sind". Mit elektrisch zu öffnenden Türen wäre Bettina Lehmann dann wirklich unabhängig.