Viele kennen den Kampfmittelräumdienst vor allem von einer Tätigkeit: Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Vor wenigen Wochen am Karfreitag entschärften die Experten erst eine amerikanische Fliegerbombe in Gerolstein. Wenige Tage zuvor in Ludwigshafen und auf einem Schiff in Koblenz. Zwischen 10 und 20 Bomben werden in Rheinland-Pfalz im Jahr gefunden.
Rund 3.000 Menschen evakuiert Weltkriegsbombe in Gensingen ist entschärft
Die 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Nachmittag erfolgreich entschärft worden. Alle Sperrungen in Gensingen und Umgebung sind aufgehoben.
Den größten Respekt haben die Entschärfer vor Langzeitzündern
Die meisten der Bomben, die die Koblenzer Entschärfer in Rheinland-Pfalz finden, haben einen oder zwei Aufschlagzünder. Diese sind natürlich auch gefährlich, aber sie sind berechenbar, so die Entschärfer.
Anders ist das bei chemischen Langzeitzündern: Die kleinste Bewegung kann den Prozess auch nach 80 Jahren wieder starten. Die Entschärfung wird zum Glücksspiel. "Ich hatte die Situation zwei Mal. Ich denke dann als erstes an meinen kleinen Sohn", sagt Sven Rasehorn, technischer Leiter des Kampfmittelräumdiensts Rheinland-Pfalz.
Ich hatte die Situation zwei Mal. Ich denke dann als erstes an meinen kleinen Sohn.
Und das kommt nicht von ungefähr: Vor rund 15 Jahren sind in Göttingen drei Kampfmittelräumer gestorben, weil ein solcher Zünder die Bombe in die Luft gesprengt hat.
Die meisten Funde: Geschoss-Munition und Granaten
Doch Bomben sind nur die spektakulärsten Funde des Kampfmittelräumdiensts: Denn die meisten Funde sind kleiner: Handgranaten zum Beispiel können überall auftauchen. Wie zum Beispiel eingewachsen in einem Baum. "Die hat wahrscheinlich ein GI vor Jahren an den Baum gelehnt", vermutet Sven Rasehorn, der technische Leiter vom Kampfmittelräumdienst.
Immer wieder würden beispielsweise Forstarbeiter Munition im Wald finden. Aber auch bei Niedrigwasser würde der Rhein immer wieder Funde ans Tageslicht bringen.
Entschärfer finden ganze Flugabwehr-Stellung in Privatgarten
Der Kampfmittelräumdienst ist nicht nur für öffentlichen Grund zuständig, sondern hat auch Einsätze auf Privatgelände. Eigentlich wollte der Besitzer eines Gartens in Trier-Mariahof nur seinen Swimmingpool vertiefen. Dabei fand er zunächst Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg.
Der Kampfmittelräumdienst rückt an und baggert den Garten um. Was erst nach wenig aussah, entpuppte sich als Riesenfund: Denn in Trier finden die Entschärfer hunderte Patronenhülsen, zwölf Granaten und Teile des Flugabwehrgeschützes.