Mehrmals kämpfte die Brohltalbahn ums Überleben und schien keine Zukunft zu haben. Aber sie hat es geschafft: Heute ist sie die letzte Schmalspureisenbahn in Rheinland-Pfalz mit Güterverkehr. Alle anderen Strecken sind seit Jahrzehnten stillgelegt.
Touristen und Ausflügler kennen die Strecke als Heimat des "Vulkan-Express". Er bringt seit 1977 Gäste vom Rhein durchs Brohltal in die Eifel. Bei einigen Fahrten wird eine Dampflok eingesetzt, die 120 Jahre alt ist. Viele zehntausend Ausflügler nutzen jährlich den "Vulkan-Express".
1901: Eisenbahn wird zur Lebensader des Brohltals
Nach der Eröffnung am 14. Januar 1901 wurde die Schmalspurbahn schnell zur Lebensader des Brohltals, sagt die Interessengemeinschaft, die in den 1980er- und 1990er-Jahren die Eisenbahn vor der Stilllegung rettete.
Im Vordergrund stand damals der Gütertransport. Im Brohltal werden seit Jahrhunderten Basalt, Tuffstein, Trass und andere vulkanische Mineralien abgebaut. Die Schmalspurbahn brachte das Gestein zum Rhein, wo es in Brohl auf Schiffe umgeladen wurde.
1961: Stilllegung des Personenverkehrs
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Luft für die Brohltalbahn immer dünner. Der Güterverkehr brach ein, weil die meisten Steinbrüche auf Lkw-Transport umstellten oder ihren Betrieb einstellten. Der Personenverkehr, der immer nur eine untergeordnete Rolle spielte, wurde am 30. September 1961 beendet.
1976: Abbau des Teilstücks Engeln - Kempenich
Die letzten sechs Kilometer der ursprünglich rund 24 Kilometer langen Strecke wurden am 1. Oktober 1974 stillgelegt. Zwei Jahre später wurden die Schienen abgebaut. Die Orte Kempenich und Weibern verloren ihren Bahnanschluss. Die Strecke der Brohltalbahn endet seitdem in Engeln.
1977: Erste Fahrt des Vulkan-Express
Um das Geschäftsergebnis zu verbessern, startete die Brohltalbahn am 25. März 1977 mit Touristenfahrten: Die Diesellok D4 und der letzte bei der Bahn verbliebene Personenwaggon VB 50 bildeten den Ausflugszug "Vulkan-Express". Das neue Angebot wurde gut angenommen, konnte den Niedergang der Brohltalbahn aber nicht aufhalten.
1987 + 1991: Rettung in letzter Sekunde
1987 hatte die Bahn nur noch einen einzigen Kunden: Aus dem Phonolithwerk in Brenk wurde Gestein über die Schmalspurstrecke abtransportiert. Als das Brenker Werk erklärte, den Transport auf die Straße zu verlagern, war die Stilllegung beschlossen. Eine Interessengemeinschaft konnte das vorerst verhindern.
Doch 1991 stand das Thema Stilllegung erneut auf der Tagesordnung. Wieder gelang es dem Landkreis Ahrweiler und der "Interessengemeinschaft Brohltal Schmalspureisenbahn" das Aus abzuwenden.
2026: Vulkan-Express wird immer erfolgreicher
Heute ist von Stilllegung keine Rede mehr: Mehrmals in der Woche fährt der Touristenzug "Vulkan-Express" von Brohl nach Engeln. Er ist sehr beliebt. Neben den "normalen" Fahrten gibt es Ausflüge, die kombiniert sind mit Wanderungen, Weinproben oder Lesungen. Angeboten werden zudem Nachtfahren, Nikolausfahrten im Advent sowie die Krimifahrt "Mord im Vulkan-Express."
2026: Nur noch zwei Güterzüge im Monat
Der Güterverkehr spielt dagegen so gut wie keine Rolle mehr auf der 18 Kilometer langen Strecke. Nur noch zweimal pro Monat wird Phonolith von Brenk nach Brohl gefahren, teilte der Betriebsleiter der Brohltalbahn mit. Sein Unternehmen ist aber außerhalb des Brohltals tätig und fährt Güterzüge auf Gleisen der Deutschen Bahn im Raum Koblenz, Neuwied und Limburg sowie am Niederrhein.
2026: Geburtstagsfest mit mehreren Dampfloks
Der 125. Geburtstag der Brohltalbahn wird am 14. Januar mit einer Sonderfahrt für Ehrengäste und einem Festvortrag in der Kaiserhalle Burgbrohl gefeiert. Im Sommer gibt es für Eisenbahnfreunde ab Fronleichnam (4. Juni) vier Tage lang Sonderfahrten auf der Brohltalbahn, unter anderem mit mehreren Dampfloks.