Staudenbeete im Mittelrheintal - Vorboten für die Bundesgartenschau

Workshop für Kommunen - Grünes für die BUGA 2029

Es werden wohl die ersten sichtbaren Zeichen der BUGA 2029 im Mittelrheintal. In Kaub und anderen BUGA-Orten kommen nun die ersten Staudenbeete. Dazu gab es jetzt einen Workshop.

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Stand

Von Autor/in Heike Löser

Die Ortsbürgermeisterin Christine Obel vom Taunus-Ort Reitzenhain ist mit ihrem ersten Beigeordneten und einer weiteren Einwohnerin zum Theorie-Workshop nach Kaub gekommen. Den Rhein haben sie zu Hause nicht vor der Haustüre. Dennoch planen sie in ihrem 350-Einwohner-Ort gleich drei Staudenbeete, auch eine BUGA-Fahne soll am Ortseingang gehisst werden.

Christina Obel freut sich, dass es mit dem Gartenworkshop "bugamäßig" losgeht: "So haben auch wir das Gefühl dazuzugehören. Das ist für uns am Rande der Verbandsgemeinde nicht so einfach. Deswegen wollen wir diese Chance nutzen." An den BUGA-Beeten soll dann auch ein Picknickplatz entstehen.

Zum Start des Garten-Workshops gab es auch theoretischen Input von der Gartenexpertin. 30 Teilnehmer aus vielen kleinen Ortschaften waren dabei.
Zum Start des Garten-Workshops gab es auch theoretischen Input von der Gartenexpertin. 30 Teilnehmer aus vielen kleinen Ortschaften waren dabei. Bild in Detailansicht öffnen
Ein BUGA-Garten-Workshop: Ganz praktisch an einem Beet in Kaub am Rheinufer lernen die Ehrenamtler und Bauhofmitarbeiter, worauf es beim Anlegen eines Staudenbeets ankommt.
Ein BUGA-Garten-Workshop: Ganz praktisch an einem Beet in Kaub am Rheinufer lernen die Ehrenamtler und Bauhofmitarbeiter, worauf es beim Anlegen eines Staudenbeets ankommt. Bild in Detailansicht öffnen
Viele Pflanzen kommen zum Einsatz, aber es gab bei dem Workshop auch viele Anleitungsunterlagen.
Viele Pflanzen kommen zum Einsatz, aber es gab bei dem Workshop auch viele Anleitungsunterlagen. Die Stauden sollen bereits nächstes Jahr deutlich größer sein, wenn sie gut anwachsen. Bild in Detailansicht öffnen
Um Samen von "Unkräutern" zu verhindern, wird die Erde der Setzlinge abgeklopft und in einem Eimer aufgefangen. Erst dann kommt die kleine Pflanze ins Beet.
Um Samen von "Unkräutern" zu verhindern, wird die Erde der Setzlinge abgeklopft und in einem Eimer aufgefangen. Erst dann kommt die kleine Pflanze ins Beet. Bild in Detailansicht öffnen
Mehrere Beete waren vorbereitet für den Kurs in Kaub. Idealerweise sollen die Staudenbeete aber deutlich größer sein, erst dann gibt es ausreichend Viefalt bei den Pflanzen.
Mehrere Beete waren vorbereitet für den Kurs in Kaub. Idealerweise sollen die Staudenbeete aber deutlich größer sein, erst dann gibt es ausreichend Viefalt bei den Pflanzen. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Staudenbeet
So in etwa sehen die BUGA-Staudenbeete aus mit einer Pfalnzenauswahl für sonnige Lagen. Bild in Detailansicht öffnen
So sehen Staudenbeete aus mit einer Pflanzenauswahl für eher schattige Lagen, wo die Sonne nicht stundenlang draufknallt.
So sehen Staudenbeete aus mit einer Pflanzenauswahl für eher schattige Lagen, wo die Sonne nicht stundenlang draufknallt. Bild in Detailansicht öffnen
Der Geschäftsführer der BUGA 2029 beim Garten-Workshop für die Staudenbeete in Kaub
Der Geschäftsführer der BUGA 2029 beim Garten-Workshop für die Staudenbeete in Kaub Bild in Detailansicht öffnen
Links und rechts des Bienenhotels enstehen in Reitzenhain im Taunus zwei Staudenbeete.
Links und rechts des Bienenhotels enstehen in Reitzenhain im Taunus zwei Staudenbeete. Bild in Detailansicht öffnen
Der Ortseingang von Reitzenhain soll aufgewertet werden. Hier sollen Buga-Stauden-Beete entstehen.
Der Ortseingang von Reitzenhain soll aufgewertet werden. Hier sollen Buga-Stauden-Beete entstehen. Reitzenhain ist einer der vielen Orte abseits des Welterbetals, der dennoch die BUGA 2029 miterleben möchte, wie die Ortsbürgermeisterin Christine Obel sagt. Bild in Detailansicht öffnen

3.300 Quadratmeter Staudenbeete sind gemeldet

Schon letztes Jahr wurden alle BUGA-29-Gemeinden aufgefordert, mitzumachen und ihre Beetflächen zu melden, damit die Pflanzen schon vorgezogen werden können. 3.300 Quadratmeter Beetfläche sind so in zwanzig verschiedenen Gemeinden zusammengekommen. Der Quadratmeter für eine BUGA-Staudenfläche kostet die Kommune in etwa 12,50 Euro. Der Betrag ist ausschließlich für die Pflanzen. Der Workshop und sämtliche Unterlagen zu den Pflanz- und Pflegehinweisen ist kostenfrei.

30 Teilnehmer beim BUGA-Garten-Workshop - Ehrenamtler gefragt

Ein Problem: Die meisten der kleineren Orte im Mittelrheintal haben keine eigene kommunale Gärtnerei, stattdessen fällt das Gärtnern dann in den Bereich der wenigen Bauhofmitarbeiter, wie zum Beispiel in Boppard oder Braubach. Deswegen sei das Ehrenamt gefragt, so Nicole Schuh von den Freunden der Bundesgartenschau 2029. Auch sie gärtnert bei dem Workshop mit. Insgesamt 30 Vertreter aus verschiedenen Mittelrhein-Kommunen sind bei dem ersten Staudenbeet-Workshop dabei.

Ohne die Ehrenamtler wird es schwierig, bestätigt auch der Bürgermeister von Kaub. "Wir haben 1,5 Stellen im Bauhof. Die Mitarbeiter haben auch noch andere Aufgaben." Ein kleines Grüppchen von Rentnerinnen kümmere sich bereits um einige Beete im Ort. Die nun zusätzlichen 100 Quadratmeter Staudenbeete bräuchten aber noch Paten oder Patinnen.

Pflanzen-Expertin coacht die zukünftigen Stauden-Gärtnerinnen und Gärtner

Die Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter zeigt ihnen, worauf es ankommt. Es geht um Pflanzen für sehr sonnige Flächen, bei denen die Sonne mehr als sechs Stunden am Tag drauf scheint und es geht um schattige Lagen, wie in den Seitentälern des Mittelrheintals: Wie muss der Boden bei der Pflanzung beschaffen und vorbereitet sein? Welche Pflanzen sind geeignet und wie kombiniert man sie am besten oder wann ist der Rückschnitt nötig?

Garten-Workshop als Multiplikatoren-Veranstaltung für alle Welterbe-Gemeinden

Auch Tina Stein aus Sankt Goar-Werlau ist dabei. Sie ist zwar von der anderen Rheinseite, aber - learning by doing - legt sie nun mit den anderen Kursteilnehmern rechtsrheinisch in Kaub die Beete an. Ihr Wissen will sie schon bald zu Hause mit anderen Ehrenamtlern am Zehnthofplatz umsetzen. Der soll neu gestaltet werden, auch weil dort eine Traumschleifen-Wanderweg vorbei führt.

Tina Stein hat am BUGA-Beet in Kaub ein Aha-Erlebnis: Die Oberfläche ist mit Rhein-Kies bedeckt: "Das war mir erst mal gar nicht bewusst: Die Kiesfläche ist ja die Pflanzfläche, ich bin sehr gespannt." Unter der Kiesfläche ist ein Substrat. Beides soll dafür sorgen, dass der Boden im Sommer nicht so schnell austrocknet, erklärt die Landschaftsarchitektin. In Werlau müssen sie den Boden also noch gut auskoffern und vorbereiten. Schon nächste Woche werden ihre Staudenpflanzen angeliefert, für ihr erstes BUGA-Beet in Werlau.

BUGA plant weiteren Stauden-Workshop

Vielleicht kommen in den nächsten Monaten noch mehr Mittelrhein-Orte auf den Geschmack und wollen den speziellen BUGA-Staudenmix anlegen. Das wird laut BUGA GmbH auch möglich sein. Voraussichtlich nächstes Jahr gibt es eine Folgeveranstaltung.

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