Die Ortsbürgermeisterin Christine Obel vom Taunus-Ort Reitzenhain ist mit ihrem ersten Beigeordneten und einer weiteren Einwohnerin zum Theorie-Workshop nach Kaub gekommen. Den Rhein haben sie zu Hause nicht vor der Haustüre. Dennoch planen sie in ihrem 350-Einwohner-Ort gleich drei Staudenbeete, auch eine BUGA-Fahne soll am Ortseingang gehisst werden.
Christina Obel freut sich, dass es mit dem Gartenworkshop "bugamäßig" losgeht: "So haben auch wir das Gefühl dazuzugehören. Das ist für uns am Rande der Verbandsgemeinde nicht so einfach. Deswegen wollen wir diese Chance nutzen." An den BUGA-Beeten soll dann auch ein Picknickplatz entstehen.
3.300 Quadratmeter Staudenbeete sind gemeldet
Schon letztes Jahr wurden alle BUGA-29-Gemeinden aufgefordert, mitzumachen und ihre Beetflächen zu melden, damit die Pflanzen schon vorgezogen werden können. 3.300 Quadratmeter Beetfläche sind so in zwanzig verschiedenen Gemeinden zusammengekommen. Der Quadratmeter für eine BUGA-Staudenfläche kostet die Kommune in etwa 12,50 Euro. Der Betrag ist ausschließlich für die Pflanzen. Der Workshop und sämtliche Unterlagen zu den Pflanz- und Pflegehinweisen ist kostenfrei.
30 Teilnehmer beim BUGA-Garten-Workshop - Ehrenamtler gefragt
Ein Problem: Die meisten der kleineren Orte im Mittelrheintal haben keine eigene kommunale Gärtnerei, stattdessen fällt das Gärtnern dann in den Bereich der wenigen Bauhofmitarbeiter, wie zum Beispiel in Boppard oder Braubach. Deswegen sei das Ehrenamt gefragt, so Nicole Schuh von den Freunden der Bundesgartenschau 2029. Auch sie gärtnert bei dem Workshop mit. Insgesamt 30 Vertreter aus verschiedenen Mittelrhein-Kommunen sind bei dem ersten Staudenbeet-Workshop dabei.
Ohne die Ehrenamtler wird es schwierig, bestätigt auch der Bürgermeister von Kaub. "Wir haben 1,5 Stellen im Bauhof. Die Mitarbeiter haben auch noch andere Aufgaben." Ein kleines Grüppchen von Rentnerinnen kümmere sich bereits um einige Beete im Ort. Die nun zusätzlichen 100 Quadratmeter Staudenbeete bräuchten aber noch Paten oder Patinnen.
Pflanzen-Expertin coacht die zukünftigen Stauden-Gärtnerinnen und Gärtner
Die Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter zeigt ihnen, worauf es ankommt. Es geht um Pflanzen für sehr sonnige Flächen, bei denen die Sonne mehr als sechs Stunden am Tag drauf scheint und es geht um schattige Lagen, wie in den Seitentälern des Mittelrheintals: Wie muss der Boden bei der Pflanzung beschaffen und vorbereitet sein? Welche Pflanzen sind geeignet und wie kombiniert man sie am besten oder wann ist der Rückschnitt nötig?
Garten-Workshop als Multiplikatoren-Veranstaltung für alle Welterbe-Gemeinden
Auch Tina Stein aus Sankt Goar-Werlau ist dabei. Sie ist zwar von der anderen Rheinseite, aber - learning by doing - legt sie nun mit den anderen Kursteilnehmern rechtsrheinisch in Kaub die Beete an. Ihr Wissen will sie schon bald zu Hause mit anderen Ehrenamtlern am Zehnthofplatz umsetzen. Der soll neu gestaltet werden, auch weil dort eine Traumschleifen-Wanderweg vorbei führt.
Tina Stein hat am BUGA-Beet in Kaub ein Aha-Erlebnis: Die Oberfläche ist mit Rhein-Kies bedeckt: "Das war mir erst mal gar nicht bewusst: Die Kiesfläche ist ja die Pflanzfläche, ich bin sehr gespannt." Unter der Kiesfläche ist ein Substrat. Beides soll dafür sorgen, dass der Boden im Sommer nicht so schnell austrocknet, erklärt die Landschaftsarchitektin. In Werlau müssen sie den Boden also noch gut auskoffern und vorbereiten. Schon nächste Woche werden ihre Staudenpflanzen angeliefert, für ihr erstes BUGA-Beet in Werlau.
BUGA plant weiteren Stauden-Workshop
Vielleicht kommen in den nächsten Monaten noch mehr Mittelrhein-Orte auf den Geschmack und wollen den speziellen BUGA-Staudenmix anlegen. Das wird laut BUGA GmbH auch möglich sein. Voraussichtlich nächstes Jahr gibt es eine Folgeveranstaltung.