Arbeitskreis plant härtere Maßnahmen

Das soll gegen Lärm und illegale Rennen am Nürburgring helfen

Anwohner am Nürburgring ärgern sich über Autoposer und Raser. Deshalb setzen Politik und Behörden jetzt auf mehr Polizeipräsenz und Schikanen auf den Straßen rund um die Rennstrecke.

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Stand

Von Autor/in Lea Vassiliadis

Seit Jahren beschweren sich Menschen, die rund um den historischen Nürburgring leben, über das Verhalten mancher Besucher. Laute Auspuffanlagen, Drifts in Kurven und Burnouts - bei denen Fahrer ihre Räder absichtlich durchdrehen lassen - sorgen regelmäßig für Ärger, oft mitten in den Orten. Um das zu ändern, hat am Mittwochnachmittag der Arbeitskreis Nürburgring getagt und neue Maßnahmen beschlossen.

Wir brauchen die Touristen. Aber was wir nicht wollen, das sind die, die hier meinen, tun und lassen zu können, was sie wollen.

Mehr Kontrollen und Haltung durch Kampagnen

Die bereits verschärften Polizeikontrollen rund um den Nürburgring sollen fortgesetzt und auch noch ausgeweitet werden, sagt Guido Nisius (CDU), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau. Denn die Zahl der Vorfälle in den vergangenen zwei Jahren habe deutlich zugenommen - und auch die Polizei registriere mehr Unfälle.

Wo es geht, will man Poller oder Schwellen einbauen - damit Raser nicht mehr ungebremst durchziehen können und weniger Gefahr für andere entsteht.

Ein Schild mit der Aufschrift "Nehmt Rücksicht - be considerate" am Nürburgring: Dort kritisieren Anwohner den Lärm durch Raser und Autoposer.
Am Kreisel zur Zufahrt auf die Nordschleife tummeln sich in der Saison die Touristenfahrer - schon jetzt erinnert ein Schild dort an gegenseitige Rücksicht.

Jeder ist willkommen am Ring - aber man muss sich an Regeln halten

Parallel dazu wolle man aber auch gemeinsam mit dem Nürburgring-Betreiber neue Imagekampagnen starten, so Nisius. Sie sollen die Besucherinnen und Besucher daran erinnern, dass gegenseitige Rücksicht rund um die Rennstrecke dazugehört.

"Uns ist jeder willkommen, der an den Nürburgring kommt - wir brauchen die Touristen. Aber was wir nicht wollen, das sind die, die hier meinen, tun und lassen zu können, was sie wollen", sagt der Verbandsbürgermeister von Adenau. Solche Image-Aktionen habe es in der Vergangenheit schon gegeben, jetzt wolle man das Ganze aber noch ausweiten.

Autofans am Nürburgring distanzieren sich von Rasern

Auch viele Besucher des Rings sehen das Verhalten mancher Fahrer kritisch. Eine BMW-Fahrerin aus Kaiserslautern sagte dem SWR an der Nordschleifen-Zufahrt: "Man sollte sich schon an Regeln halten. Das fällt sonst negativ auf uns zurück, die das Hobby leben und hier wöchentlich sind." Viele Enthusiasten fordern, dass die wenigen schwarzen Schafe stärker in den Blick genommen werden, um das Image nicht noch mehr zu belasten.

Ein Wagen auf einem Parkplatz am Nürburgring: Hier kritisieren Anwohner den Lärm durch Raser und Autoposer rund um den Nürburgring.
Die junge Fahrerin der BMW-Limousine fährt regelmäßig auf der Nordschleife während den Touristenfahrten. Für sie steht fest: Auf den öffentlichen Straßen hat man sich an die Regeln zu halten.

Auch könne man nicht verstehen, dass manche meinen, sich auf den Straßen rund um den Nürburgring austoben zu müssen, so ein anderer Touristenfahrer. "Dafür gibt es die Strecke, da kann man Gas geben". Auf öffentlichen Straßen habe man sich an die Regeln zu halten und niemanden zu gefährden, betont er.

Winterpause soll genutzt werden

Guido Nisius betont nach der Sitzung des Arbeitskreises: "Wir haben uns auf Maßnahmen verständigt, die nicht über Nacht wirken werden. Aber jeder nimmt seine Hausaufgaben mit, damit wir Schritt für Schritt Verbesserungen erreichen."

Der Nürburgring ist eine besondere Rennstrecke in der Eifel
Guido Nisius (CDU) nach dem Treffen des Arbeitskreises Nürburgring: "Hier wird seit Jahrzehnten eine Zusammenarbeit der Ordnungskräfte und Behörden gepflegt, und insofern möchte ich auch mal eine Lanze für die Polizei brechen, die hier wirklich fantastische Arbeit macht im Rahmen ihrer Möglichkeiten."

Einigkeit herrscht darin: Autofans, Anwohner, Kommunen und Betreiber wollen, dass der Nürburgring ein besonderer Ort bleibt. Die Winterpause soll genutzt werden, um die Maßnahmen vorzubereiten - damit die nächste Saison möglichst reibungslos läuft.

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Lea Vassiliadis
Foto von Multimediareporterin Lea Vassiliadis

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