Mörz gehört zu Münstermaifeld und liegt im Kreis Mayen-Koblenz. Der beschauliche Ort hat eine Hauptstraße mit vielen alten Höfen und drumherum weite Felder. So schön das landschaftlich auch ist, die Lage bietet auch Nachteile - wie einen schlechten Mobilfunk und so gut wie kein mobiles Internet.
Wenn es nach den offiziellen Daten der Mobilfunkbetreiber aus dem Gigabit-Grundbuch der Bundesnetzagentur geht, müsste es in Mörz eigentlich ganz gutes Netz geben. Doch das ist nicht der Fall, erklärt Andrej Kühn, der seit 2019 Ortsvorsteher ist: "Die Mobilfunkanbindung ist etwas schäbig - sie ist schlicht und einfach nicht flächendeckend vorhanden."
Kein flächendeckendes Netz: Telefonate im Ort brechen immer ab
Das führe etwa dazu, dass zum Beispiel Autofahrer, die durch den Ort fahren und über die Freisprechanlage telefonieren, die Verbindung verlieren würden. Guten Empfang gebe es nur an einzelnen Punkten im Dorf - wie etwa an der Bushaltestelle in der Ortsmitte, direkt am Richtungspfeil, der nach Münstermaifeld zeigt: "Dieses gelbe Schild ist so der Hotspot - hier lässt sich gut telefonieren", sagt Kühn.
Von dort aus hat der Ortsvorsteher in der Vergangenheit sogar schon Wahlergebnisse übermittelt, als das Wahllokal noch im "Backes" mitten im Ort war. Hinter den dicken Mauern des Gebäudes habe er keinen Handyempfang gehabt: "Also hab' ich von der Straße aus die Ergebnisse an die Verbandsgemeinde übermittelt, weil es anders nicht ging."
Bürger in Mörz setzen auf Internettelefonie mit WLAN
Die Bürger im Ort haben sich mit der schlechten Mobilfunkversorgung mittlerweile arrangiert, jeder hat seine eigene Art damit umzugehen. Claudia Diesler etwa setzt ganz auf WLAN-Telefonie: "Die Leute, die mich erreichen müssen, privat wie beruflich, die rufen mich alle über Whatsapp an. Das funktioniert sehr gut."
Über Mobilfunk ist sie hingegen in Haus und Garten kaum zu erreichen - bis auf wenige Stellen. Diesler hat dabei auch das Gefühl, dass das Wetter eine Rolle spielt. An manchen Tagen sei der Empfang gut, an manchen nicht. Woran das genau liegt, weiß Diesler nicht: "Manchmal sagen wir einfach: 'Heut' ist gutes Wetter, wir können sogar in der Küche telefonieren!'"
Schlechtes Mobilfunknetz hat auch gute Seiten
Claudia Diesler kann der Situation aber durchaus auch Gutes abgewinnen. Sind Handwerker im Haus, könnten sie etwa nicht so schnell vom Chef wegbeordert werden, sagt sie. Außerdem genießt sie auch manchmal die Ruhe: "Gerade, wenn man nachmittags zu Hause ist, und kein Interesse daran hat, ständig erreichbar zu sein, dann hat man auch mal frei."
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Das könnte sich bald aber ändern, wie Ortsvorsteher Andrej Kühn berichtet. Demnach wurde nach einem langwierigem Verfahren ein neuer Mast in der Nähe genehmigt, der das "digitale Mittelalter" in Mörz beenden soll. Kühn hofft, dass der Mast noch in diesem Jahr gebaut wird. Aber er weiß auch: "Die Unternehmen, die so einen Mast aufstellen, haben ja eine Prioritätenliste - und da ist so ein kleines Dorf mit 210 Seelen nicht unbedingt auf Platz eins."