Bad Neuenahr
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Altenahr
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Rhein-Sieg-Kreis
Gedenken in Bad Neuenahr
Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler lud auch in diesem Jahr zu einem ökumenischen Gottesdienst im Kurpark ein. "Diese Flut hat damals Leben und Gesundheit, Häuser und Straßen zerstört. Und auch Gewissheiten, Sicherheiten, ganze Lebenswerke hinweg gerissen", sagte Bürgermeister Guido Orthen (CDU) am Beginn der Veranstaltung. Mehr als 500 Menschen waren der Einladung gefolgt. Die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde leiteten die Messe gemeinsam. Begleitet wurde der Gottesdienst von Musikern und Musikerinnen aus dem Ahrtal.
Bürgermeister Orthen: "Heute in Gemeinschaft sein"
"Wir wollen den Menschen Gelegenheit geben in Gemeinschaft zu sein heute abend und in Gemeinschaft zurück zu blicken", sagte Orthen dem SWR am Rande der Gedenkfeier. "Aber auch vielleicht in Gemeinschaft nach vorne zu schauen, Hoffnung zu schöpfen und Vertrauen wieder aufzubauen."
Ministerpräsident Schweitzer: Schwerer Tag für das Ahrtal und ganz Rheinland-Pfalz
An dem Gedenkgottesdienst nahm auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) teil. Der heutige Tag sei ein schwerer Tag für die Menschen der Region und für ganz Rheinland-Pfalz, sagte Schweitzer: "Der Tag und die Nacht des 14. Juli haben sich eingebrannt in die neuere Geschichte des Landes."
Die Region sei neben den schmerzhaften Erinnerungen zu einem Hoffnungsort für Zusammenhalt und Tatkraft geworden. Schweitzer war am Montag im Ahrtal unterwegs und zeigte sich beeindruckt vom Fortschritt vieler Wiederaufbauprojekte.
Gedenk-Projekte und Glockengeläut
Nach der zentralen Gedenkfeier im Kurpark wurden außerdem neun Gedenkstelen des Projekts "MemoriAHR" eingeweiht. Eine Initiative von Bürgern aus dem Ahrtal will damit dauerhaft an die Flut erinnern.
Die über zwei Meter hohen Säulen werden jetzt an verschiedenen Orten in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgestellt. Jede Stele enthält Informationen zur Flutnacht und zum Wiederaufbau - angepasst an den jeweiligen Aufstellort. Damit will eine private Initiative mit Gedenkorten, Dokumentationen und Zeitzeugeninterviews an die Flutnacht vor vier Jahren erinnern. 34 Stelen werden innerhalb der nächsten Jahre entlang der Ahr aufgestellt.
Um 21 Uhr läuteten außerdem die Glocken aller Kirchen der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler für 15 Minuten, um "ein hörbares Zeichen" des gemeinsamen Innehaltens und Gedenkens zu setzen.
Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 Der Hochwasser-Blog für RLP zum Nachlesen
Dieser Hochwasser-Blog wird mit Stand 18. Juli 2025 nicht weiter aktualisiert. Alle Entwicklungen der Jahre seit der Flutkatastrophe können Sie auch weiterhin nachlesen.
Kirche bietet Raum für persönliche Gespräche
Der vierte Jahrestag der Flut könne für Menschen ein besonders schwerer Tag sein, heißt es von der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler weiter. Sie machte Betroffenen deshalb am Montagabend außerdem ein besonderes Gesprächsangebot: In neun katholischen Kirchen in Walporzheim, Ahrweiler, Bachem, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heppingen und Heimersheim standen Menschen bereit, um anderen zuzuhören, ihnen eine stille Begegnung zu schenken und ihren Gedanken Raum zu geben.
Flut-Geschichten in Büchern festhalten
Seit dem 5. Juli liegt zudem in jeder Kirche der Pfarrei ein besonderes Erinnerungsbuch mit dem Titel "Flutgeschichten - Ein Buch des Erinnerns" aus. Die Menschen können laut der Gemeinde bis zum 21. Juli ihre persönlichen Erfahrungen, Gedanken, Gebete oder Geschichten zur Flutzeit in diesen Büchern niederschreiben. Die Bücher sollen dauerhaft aufbewahrt werden und in ihrer Gesamtheit ein lebendiges Zeugnis der Erinnerung und Hoffnung bilden.
Wer es nicht schafft, persönlich etwas hinein zu schreiben, kann seinen Beitrag auch per E-Mail an die Pfarrei senden. Sie werden in das jeweilige Buch eingefügt. Die Adresse hierfür lautet: pfarrei-bnaw@bistum-trier.de.
Veranstaltung stieß auf großes Interesse Diskussion über zentrale Gedenkstätte oder Flutmuseum fürs Ahrtal
Wie könnte eine Gedenkstätte im Ahrtal aussehen, die an die Flutkatastrophe 2021 erinnert? Darum ging es bei einer Diskussion in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Gottesdienst auch in Schuld
Auch in der Pfarrkirche in Schuld in der Verbandsgemeinde Adenau wurde am Montagabend an die Flutkatastrophe erinnert. Die Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land hatte alle eingeladen, gemeinsam Kraft zu schöpfen - für sich selbst, aber auch für die Gemeinschaft.
Zentrale Gedenkfeier in der Verbandsgemeinde Altenahr
Auch in der Verbandsgemeinde Altenahr gab es am Montag die Möglichkeit, zu trauern und sich zu erinnern. Dort lud die Pfarreiengemeinschaft Altenahr zu einem gemeinsamen Gedenkgottesdienst ein. Er stand unter dem Motto "Alles hat seine Zeit - den Blick wagen" und fand auf dem Sportplatz in Hönningen statt.
Am Jahrestag soll es darum gehen, einander zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen und gemeinsam einen Blick nach vorne zu wagen.
Der zentrale Gedenkgottesdienst in der VG Altenahr sollte den Menschen einen Raum geben, in dem jeder mit seinen persönlichen Gedanken und Gefühlen willkommen ist, hieß es von der Kommune. In der Einladung für die Gedenkfeier schrieb die VG: "Am Jahrestag soll es darum gehen, einander zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen und gemeinsam einen Blick nach vorne zu wagen."
Aktuelle Berichte, Videos und Reportagen Dossier: Leben nach der Flutkatastrophe
Die Flutkatastrophe an der Ahr und in der Region Trier liegt bald vier Jahre zurück. Einiges ist repariert oder wiederaufgebaut, aber vieles noch lange nicht geheilt. Das ist der aktuelle Stand.
Erinnern an die Ahr-Flut in der Stadt Sinzig
Auch die Stadt Sinzig lud am Montagabend dazu ein, sich an die Ahr-Flut und an die Menschen zu erinnern, die dabei ums Leben gekommen sind. Die Gedenkfeier fand für die betroffenen Ortsteile Bad Bodendorf und die Sinziger Kernstadt gemeinsam statt. Der ökumenische Gottesdienst in der Parrkirche St. Peter sollte Raum für ein stilles und ruhiges Gedenken bieten. Im Anschluss gab es eine Möglichkeit zur gemeinsamen Begegnung im Paradiesgarten neben der Kirche.
Aktuelle Berichte, Videos und Reportagen Dossier: U-Ausschuss zur Flutkatastrophe
Was ist in der Flutnacht im Juli 2021 genau passiert? Hätten die Menschen an der Ahr und in der Eifel besser gewarnt werden müssen? Ein Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags hat versucht, diese Fragen zu klären.
Trauerbeflaggung im Rhein-Sieg-Kreis
Auch jenseits der Landesgrenze, im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, wurde der Opfer der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 gedacht. Am Montag und Dienstag wehen deshalb vor dem Kreishaus in Siegburg die Fahnen auf Halbmast.
Vier Jahre nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz soll dies ein symbolisches Zeichen des Gedenkens an die Opfer sein, heißt es. Bei der Katastrophe starben in NRW 49 Menschen, viele weitere wurden verletzt und verloren ihr Haus oder ihre Wohnung.