Interview mit dem BUND Koblenz

Infoabend zu Fast Fashion in Vallendar: Was jeder Einzelne tun kann

Heute Abend gibt es in Vallendar ein Infoabend zum Thema Fast Fashion. Dort soll es um die Folgen für Mensch und Umwelt, aber auch um mögliche Lösungsansätze gehen.

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Stand

Von Autor/in Finn Gabriel

Ab 19 Uhr laden mehrere regionale Initiativen in den Saal der Pallottikirche ein. Neben dem Landkreis Mayen-Koblenz sind unter anderem auch das Haus Wasserburg sowie der BUND Koblenz mit dabei. Dem Publikum soll laut Kreis ein Einblick in die Folgen von Fast Fashion für Mensch und Umwelt gegeben werden. Es sollen aber auch mögliche Lösungsansätze und Tipps für den Alltag präsentiert werden.

Neben einer Referentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wird auch Lea Kessler vom BUND Koblenz an der Veranstaltung teilnehmen. Sie wird über den Zusammenhang zwischen Fast Fashion und dem Erdüberlastungstag sprechen und hat mit uns vorab über die Folgen und Lösungsansätze von Fast Fashion gesprochen.

SWR Aktuell: Was erwartet einen bei der Infoveranstaltung?

Lea Kessler: Das Thema Fast Fashion betrifft eigentlich jeden. Deswegen wollen wir einen Input geben, was das eigentlich bedeutet. Jeder hat sich schon mal Gedanken gemacht, dass ein Kleidungsstück für fünf Euro vielleicht nicht für einen fairen Lohn hergestellt werden kann […]. Ein genauerer Blick dahinter fehlt trotzdem vielerorts, also warum ist das so und wie sieht so ein ‚unfairer Arbeitstag‘ aus. Das wird heute Abend zunächst in einem Vortrag von der Verbraucherzentrale beleuchtet. Gleichzeitig wollen wir aber dann auch dazu überleiten, […] was man denn auf der anderen Seite positives tun kann.

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SWR Aktuell: Was ist überhaupt das Problem bei Fast Fashion?

Kessler: In der Textilindustrie geht es immer darum, in immer kürzerer Zeit möglichst viele Kollektionen auf den Markt zu bringen. Das führt dazu, dass ein ganz großer Produktionsdruck entsteht. Wo Menschen unter Druck gesetzt werden, in kurzer Zeit möglichst viel Kleidung herzustellen. Dabei kommt es dann eben auch vor, dass nicht alle Sicherheitsstandards oder Gesundheitsstandards geachtet werden können, das heißt, die Menschen arbeiten oft mit giftigen Chemikalien […]. Und auf der anderen Seite ist es aber eben auch so, dass es natürlich auch viele ökologische Probleme gibt, also auch die Umwelt leidet extrem unter der Ausbeutung der Fashionindustrie.

Porträt von Lea Kessler, BUND Koblenz
Lea Kessler vom BUND Koblenz berät Kommunen dabei, nachhaltig und sozialverträglich einzukaufen. BUND Rheinland-Pfalz

SWR Aktuell: Sie haben es angesprochen - Was sind denn die Folgen für die Umwelt durch Fast Fashion?

Kessler: Es ist einmal auch eine große Ressourcenverschwendung, also die Modeindustrie verursacht schätzungsweise zehn Prozent der weltweiten Treibhausgase und ist damit eine der klimaschädlichsten Industrien. Auch verschlingt die Herstellung sehr viel Wasser und Energie. Und ich habe eben schon die Chemikalien angesprochen, die eben oft in der Textilindustrie zum Einsatz kommen […] und die werden auch oft ungefiltert in die Umwelt entlassen […].

SWR Aktuell: Wie ist die Situation in der Region Koblenz? Ist Fast Fashion hier ein großes Thema?

Kessler: Anlässlich des Erdüberlastungstags hatten wir auch Kontakt zur Caritas und zum DRK aufgenommen. Dafür hat die Caritas uns auch Altkleider zur Verfügung gestellt und die sagen, dass sie ungefähr acht Tonnen Altkleider jede Woche erhalten, die sie in den Müll geben. Das sind also Kleider, die nicht nochmal im eigenen Kleiderladen landen oder verkauft werden können, sondern die dann von einem Abfallunternehmen abgeholt werden. Also acht Tonnen, das ist schon eine enorm riesige Zahl […].

SWR Aktuell: Wie kann man dem Fast Fashion-Trend entgegenwirken? Was kann man als Einzelner tun?

Kessler: Also ich denke, da kann jeder auch etwas tun. Da kann man sich zum Beispiel überlegen, wenn man ein neues Kleidungsstück haben will, muss ich das denn unbedingt neu kaufen […] oder kann man es nicht auch gebraucht kaufen. Man kann auch schauen, ob man sich nicht bestimmte Sachen auch leihen kann, gerade Sachen wie Wanderausrüstung oder Wintersportzubehör. Oder kann ich Dinge auch selber machen, beispielsweise aus Kleidungsstücken die ich nicht mehr trage oder die kaputt sind, andere Sachen herzustellen.

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SWR Aktuell: Was gibt es in der Region Koblenz für Angebote zum Thema Fast Fashion?

Kessler: Es gibt schon einiges, also wenn man einfach Secondhand-Mode einkaufen will, gibt es gerade in Koblenz und Region einige Läden, da will ich jetzt gar keine Einzelnen nennen. Es gibt auch Nähkurse oder immer mal wieder so Workshops zu Fast Fashion, zum Beispiel von der Fraueninitiative der Lokalen Agenda 21 in Koblenz. Und am Donnerstag, den 21. Mai gibt es zu em Thema einen Filmabend von der Uni Koblenz gemeinsam mit der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung am Florinsmarkt mit einer anschließenden Diskussion.

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