Nach intensiven Verhandlungen haben sich IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung bei Novelis Koblenz nun auf ein umfassendes Maßnahmenpaket geeinigt. Die wichtigste Botschaft für die Beschäftigten: Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Wir haben in den Verhandlungen deutlich gemacht, dass ein reiner Stellenabbau für uns keine Option ist.
Novelis wollte ursprünglich knapp 200 Stellen abbauen
Im vergangenen September hatte das Unternehmen Novelis angekündigt, rund 200 Arbeitsplätze am Standort Koblenz abbauen zu wollen. Insgesamt arbeiten in dem Werk etwa 1.400 Beschäftigte. In Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Transformationsprozess entwickelt, um zukunftsfähig zu bleiben. Damit sollten die Effizienz und Produktivität gesteigert werden.
Tarifvertrag mit Kündigungsschutz
Das nun vereinbarte Paket kombiniert laut Gewerkschaft IG Metall einen Tarifvertrag mit einem Interessenausgleich, Sozialplan sowie mehreren Betriebsvereinbarungen. Es setze bewusst auf Freiwilligkeit, Arbeitszeitlösungen, Qualifizierung und soziale Absicherung statt auf Kündigungen.
"Wir haben in den Verhandlungen deutlich gemacht, dass ein reiner Stellenabbau für uns keine Option ist", sagte Denis Hammer, Betriebsratsvorsitzender bei Novelis, am Freitag in Koblenz.
Kern der Einigung ist der Tarifvertrag, der neben dem Kündigungsschutz auch Entgeltsicherung bei Veränderungen sowie Anreize für freiwillige Arbeitszeitreduzierungen vorsieht. Ergänzt wird das Paket durch ein Freiwilligenprogramm, neue Schichtmodelle und Altersteilzeitregelungen.
Damit soll der geplante Umbau des Standorts ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Die Beschäftigten von Novelis waren am Donnerstag in einer Betriebsversammlung über die Einzelheiten informiert worden.