"Der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein" heißt es im Loreley-Gedicht von Heinrich Heine. Auf dem Loreley-Plateau in Bornich glitzert der Gipfel des Berges jetzt ganz wortwörtlich: Dort wurde am Donnerstag die sogenannte Mythoshalle mit dem Gläsernen Felsen eröffnet.
Konstruktion des Gläsernen Felsens ist einmalig in Deutschland
Der Gläserne Felsen ist eine Metallkonstruktion mit mehreren hundert Glasscheiben, 15 Meter hoch und jeweils 15 Meter lang und breit. Sie ist gleichzeitig Dach und Ausstellungsstück der darunter liegenden Mythoshalle und erinnert an einen Kristall oder Diamant.
Seine Konstruktion ist einmalig in Deutschland, erklärt Architekt Frank Knabe, denn sie kommt ohne Stützen und Träger aus. Gebaut wurde der Felsen in Brixen in Südtirol. Dort wurde er zusammengeschweißt und begutachtet, bevor er wieder auseinander gebaut und auf dem Loreley-Plateau zusammengesetzt wurde.
Weil es ein Meilenstein ist, den wir hier setzen.
Mythoshalle soll Besuchern die Loreley-Sage näherbringen
Die Mythoshalle unter dem Gläsernen Felsen ist eine Ausstellungshalle, die als Rundgang konzipiert wurde. Sie soll den Besucherinnen und Besuchern die Sage der Loreley näherbringen. An den Wänden hängen Infotafeln über die Herkunft der Sage, die Entwicklung des Plateaus und die Bedeutung für die Region. Alles ist interaktiv gestaltet mit Fotos, Videos und Hörelementen.
Dach aus Stahl und Glas wird aufgebaut "Gläserner Fels" auf der Loreley nimmt Gestalt an
Auf der Loreley bei St. Goarshausen wird zurzeit der "Gläserne Fels" auf der neuen Mythoshalle aufgebaut. Das Gebäude mit der auffälligen Kuppel ist Teil des neugestalteten Plateaus.
Höhepunkt ist eine Felsformation in der Mitte der Halle: Jede halbe Stunde wird sie mit Nebel und Lichteffekten in den Fokus gerückt. Mike Weiland (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, ist froh, dass die beiden Attraktionen endlich für Besucher zugänglich sind: "Weil es ist auch ein Meilenstein, den wir hier setzen für das Mittelrheintal, für den Tourismus, und natürlich unsere Verbandsgemeinde Loreley." Damit wolle man noch mehr Besucherinnen und Besucher anziehen.
Neue Attraktionen wichtig für die Bundesgartenschau 2029
Rund 5,7 Millionen Euro haben die beiden Attraktionen gekostet. Knapp fünf Millionen Euro davon wurden gefördert. Für die Bundesgartenschau 2029 sind sie zentral, meint Bürgermeister Weiland. "Das wird der Region hier um die Loreley einen enormen Schub verleihen." Während des Buga-Halbjahrs soll dieser Teil des Geländes nach Angaben des Bürgermeisters dann eintrittspflichtig werden.
UNESCO kritisiert Gläsernen Felsen
Kritische Stimmen gibt es trotzdem, und zwar von der ICOMOS, der Organisation, die die UNESCO in Sachen Welterbe berät: Sie hätte sich statt dem Gläsernen Felsen eher ein flaches Dach mit flachen Fenstern gewünscht. Für Bürgermeister Weiland nicht nachvollziehbar, denn bei einem Besuch der ICOMOS hatte die Gemeinde Grünes Licht bekommen.