Züge müssten wie Straßenbahnen fahren

Studie: Verlängerung der Ahrtalbahn nach Adenau wäre kompliziert

Bis 1985 fuhren noch Personenzüge aus dem Ahrtal bis nach Adenau in der Eifel. Im Zuge des Wiederaufbaus der Ahrtalbahn wurde nun mit einer Studie geprüft, ob eine Verlängerung Strecke erneut machbar wäre.

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Von Autor/in Constantin Pläcking

Wie die Studie zeigt, hat sich der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Ahrbrück und Adenau seit den 80er-Jahren viel getan: Häuser und Straßen wurden gebaut, Brücken abgebaut, Firmen haben sich angesiedelt. Zwar ist die Strecke in großen Teilen nicht bebaut, aber gerade in den Orten Hönningen, Dümpelfeld und Leimbach wäre laut der Studie ein Neubau der Bahnstrecke mit großen Herausforderungen verbunden.

Ein Zug der Ahrtalbahn steht am Bahnhof in Ahrbrück.
Ein Zug der Ahrtalbahn steht am Bahnhof in Ahrbrück.

Züge müssten auf die Straße ausweichen

Die Gutachter zeigen in der Analyse, dass es in Hönningen durchaus möglich wäre, Bahnschienen parallel zur B257 zu bauen. In Dümpelfeld werde das Vorhaben aber komplizierter. Denn hier stehen auf der ehemaligen Strecke mittlerweile Wohnhäuser. Will man diese nicht abreißen, müsste die Bahn dort auf die Straße ausweichen und im Prinzip zur Straßenbahn werden.

So etwas gibt es bereits in Deutschland: In Zwickau fahren Züge wie Straßenbahnen durch die Stadt, auch in Karlsruhe, Kassel und Saarbrücken gibt es Straßenbahnen, die gleichzeitig Züge sind.

Nicht alles, was man machen kann, ist auch sinnvoll.

Nur rund 4.000 Menschen würden profitieren

In der Studie, die der Nahverkehrsverband SPNV-Nord in Auftrag gegeben hatte, wurde ausschließlich die Machbarkeit der Strecke zwischen Ahrbrück und Adenau geprüft. Den Nutzen eines Ausbaus stellte Verbandsdirektor Thorsten Müller bei der Vorstellung der Ergebnisse in Ahütte allerdings grundsätzlichen infrage.

Seinen Angaben zufolge würden von der Strecke nur rund 4.000 Menschen direkt profitieren. Gleichzeitig ist sich Müller nicht sicher, ob die Menschen an der Strecke einen solchen Neubau überhaupt befürworten würden: "Nicht alles, was man machen kann, ist auch sinnvoll", sagte Müller.

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Constantin Pläcking
SWR-Reporter Constantin Pläcking aus dem Studio Koblenz.

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