Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-jährigen Angeklagten vor, versucht zu haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Messer heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen zu erstechen.
Zweimal mit dem Messer in den Bauch gestochen
Die Tat soll sich im vergangenen September in einer Containersiedlung in Koblenz ereignet haben. Dort lebte die Ehefrau mit dem Sohn in einem Wohncontainer. Sie waren 2024 aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine nach Deutschland ausgereist. Der Angeklagte zog später aus der Ukraine nach und lebte mit Frau und Sohn etwa ein halbes Jahr in der Siedlung. Dann sei er nach einem Streit mit seiner Frau ausgezogen und im Großraum Köln untergekommen.
Im September vergangenen Jahres soll der Mann dann die Ehefrau im Wohncontainer überraschend und ohne Vorankündigung aufgesucht haben. Er sei davon ausgegangen, dass seine Frau einen neuen Lebenspartner habe, so die Staatsanwaltschaft. Dies habe er nicht akzeptieren wollen. Sie hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres die Scheidung eingereicht.
Staatsanwaltschaft: Notoperation verhinderte den Tod
Als die Frau nichtsahnend die Tür öffnete, soll der Mann sie gewürgt und ihr mit einem Messer zweimal in den unteren Bauch gestochen haben. Mutmaßlich, um sie zu töten - so die Staatsanwaltschaft. Das Messer habe eine Klingenlänge von 12,5 Zentimeter gehabt.
Durch ihre Schreie seien zwei Bewohner von benachbarten Wohncontainern aufmerksam geworden und ihr zur Hilfe geeilt. Daraufhin habe die Frau schließlich flüchten können. Sie wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Nur eine Notoperation verhinderte laut Anklage ihren Tod.
Angeklagter: Wollte meine Frau nicht töten
Der Angeklagte, der in der Ukraine als Montageschlosser und Wachmann gearbeitet hatte, bestritt in der Gerichtsverhandlung, dass er seine Frau habe töten wollen. Er habe mit ihr reden wollen, warum sie ihn so schlecht behandele, obwohl er doch soviel für sie getan hätte.
Am Vormittag des Tattages trank er zusammen mit einem Bekannten mehrere Liter Bier und sechs Energydrinks, am späten Nachmittag fuhr er dann zur Containersiedlung. Dort habe er das Messer in einem Zelt gefunden und mitgenommen. Aber nicht um seine Ehefrau zu töten, sondern um sie einzuschüchtern, erklärte der 52-Jährige.
Die Situation sei dann aber eskaliert, warum wisse er nicht mehr. An die Messerstiche konnte der Ukrainer sich nicht erinnern. Er bedauere die Verletzungen und sei froh, dass seine Frau überlebt habe, sagte er vor Gericht.