Mutmaßlicher Mörder ist tot

Weitefeld atmet auf: Erleichterung bei Bewohnern und Ermittlern

Monatelang war nicht klar, wo der Mann ist, der eine Familie in Weitefeld ermordet haben soll. Nachdem seine Leiche identifiziert wurde, ist die Erleichterung riesengroß.

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"Eben haben die Schulglocken geläutet. Die Freude im Ort ist schon spürbar. Und das ist auch gut so." Dem Ortsbürgermeister aus Weitefeld, Karl-Heinz Kessler (parteilos), ist im Gespräch mit dem SWR anzumerken, wie sehr der Fall ihn und sein Dorf in den vergangenen Monaten belastet hat.

Wir sind ein relativ kleiner Ort. Die letzten Tage waren nochmal ziemlich heftig.

Besonders die Ungewissheit sei sehr bedrückend gewesen, erzählt Keßler. "In unserem Dorf war das Leben zurückgefahren. Vereinsfeste fanden keine mehr statt. Die Kita hat die Waldwochen abgesagt. Ganz Mutige sind nach wie vor Joggen gegangen. Aber es war schon viel Angst da."

Besonders nach den Ereignissen der letzten zwei Tage habe das Dorf wieder geschwankt, zwischen der Angst, dass es ein viertes Opfer geben könnte und der Hoffnung, den Tatverdächtigen zu finden, sagt der Ortsbürgermeister. "Wir sind ein relativ kleiner Ort. Die letzten Tage waren nochmal ziemlich heftig."

Ich wollte jeden umarmen, der mir entgegenkam. Es ist eine totale Erleichterung.

Große Erleichterung im Westerwald und Siegerland

Jetzt steht fest: Bei der Leiche, die am Dienstagnachmittag von einem Bürger am Rand eines Feldes in der Nähe von Weitefeld gefunden wurde, handelt es sich um den 61-jährigen Tatverdächtigen. Das konnte laut Staatsanwaltschaft mit Hilfe eines Gebissabgleiches eindeutig festgestellt werden.

Über diese Nachricht freut sich auch der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf: "Ich wollte jeden umarmen, der mir entgegenkam. Es ist eine totale Erleichterung", sagte Dirk Eickhoff (CDU) im SWR-Interview. "Mich haben Nachrichten aus dem Siegerland, aus dem Westerwaldkreis, aus dem Betzdorfer Raum erreicht, die sich alle gefreut haben und alle glücklich sind, dass der Täter endlich gefunden wurde."

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Staatsanwaltschaft: Ermittlern hat der Fall keine Ruhe gelassen

Staatsanwaltschaft und Polizei teilten mit, sie seien in hohem Maße erleichtert, dass jetzt Gewissheit bestehe und die Menschen in Weitefeld und Umgebung allmählich wieder zur Normalität zurückkehren könnten. Der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler sagte, den Ermittlern habe der Fall keine Ruhe gelassen. "Es war für alle - auch für uns - ein unerträglicher Zustand."

Der Ort wird das nicht vergessen. Wir werden immer der Ort sein, wo dieses Verbrechen passiert ist.

Pastorin aus Weitefeld: "Diese Erschütterung wird bleiben"

Wie es in Weitefeld jetzt weitergehen kann, darüber macht sich eine der Pastorinnen des Ortes Gedanken. Dagmar Köhring von der evangelisch-methodistischen Kirche sagt, "der Ort wird das nicht vergessen. Wir werden immer der Ort sein, wo dieses Verbrechen passiert ist. Wo diese Tragik vorgekommen ist."

Das gelassene Gefühl - "hier bei uns im Westerwald ist die Welt noch ein bisschen in Ordnung" - das es in der Region vor der Tat oft gegeben habe, werde sich nicht wieder einstellen, denkt die Pastorin. "Das ist eine Erschütterung, die bleibt."

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Die Spekulationen werden nicht so schnell zu Ende gehen.

In Weitefeld bleibt auch ein unbefriedigendes Gefühl

Für Pastorin Dagmar Köhring ist das bei aller Erleichterung auch ziemlich unbefriedigend für die Menschen im Ort. "Die Spekulationen werden nicht so schnell zu Ende gehen", sagte sie im SWR-Interview. Denn bisher seien ja keine Erklärungen angeboten worden. "Das hatte ja doch eine Dimension von menschlicher Entgleisung, mit der man schlecht umgehen kann. Und wo man sich mit einer Erklärung natürlich ein bisschen besser fühlen würde", sagte Köhring.

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Auch Ortsbürgermeister Keßler sagte, für die Angehörigen der Opfer tue es ihm leid, weil die Hintergründe nun wahrscheinlich im Dunkeln blieben. "Ich habe auch Kontakt zu den Eltern der Frau. Und für die wäre natürlich gut, es könnte alles geklärt werden. Das bleibt jetzt wohl auf der Strecke." Aber für alle anderen sei es gut, dass jetzt ein gewisser Abschluss erfolgen könne.

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SWR

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