Ein Geisterwald mit verkohlten Baumstümpfen, schwarze Wiesen und Feldstücke - das Feuer hat in dem Gebiet zwischen Langscheid und Arft im Kreis Mayen-Koblenz schlimm gewütet. Doch die Feuerwehr hat nun Hilfe von oben bekommen: Regen. So hat es der Chef der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Vordereifel, Udo Mohr, beobachtet. Auch wenn es bislang kein kräftiger Dauerregen gewesen sei, was da runterkomme. Es habe die Lage aber deutlich entspannt, erzählt er.
Feuerwehr patrouilliert nur noch einmal am Tag
Noch am Montag war eine Drohne mit Wärmebildkamera im Einsatz, um mögliche Glutnester zu finden. Auf diese könnten sie inzwischen verzichten, so Mohr. Auch die Kontrollen seien jetzt reduziert: Nur noch einmal am Tag befahren die Einsatzkräfte das Gelände und halten Ausschau nach Glutnestern. Im Rahmen ihrer Brandwache hatte die Feuerwehr allein bis Montagmittag mehr als 40 Glutnester gelöscht.
Viele tausend Tiere und Insekten tot nach Waldbrand
Förster Axel Schneider aus Boos war auch im Einsatzgebiet unterwegs. Größere Tiere wie Rehe und Wildschweine konnten demnach vor der Feuerwalze, die am Freitag durch den Wald rollte, flüchten. Aber viele kleinere Tiere hätten sich wohl nicht retten können, zum Beispiel Mäuse, Eichhörnchen oder Maulwürfe.
Und auch die Insektenwelt hätte keine Chance gehabt. Er rechnet hier mit einigen Tausend toter Insekten und Tiere, zum Beispiel bei den Heuschrecken in der Wacholderheide. Die ursprünglichen Habitate, in denen die Tiere ihr Revier hatten, sind nun auf einige Zeit zerstört. Wie lange, sei nur Spekulation.
Einige der überlebenden Tiere könnten aber auch ausweichen, weil es in dem Gebiet genug Fläche gebe, so der Förster: Zum Beispiel die Heidelerche, die einen ganz besonderen Lebensraum braucht. Sie könne sich im Dr. Heinrich-Menke-Park zurückziehen, der ebenfalls in der Gemarkung Arft liegt.
Waldbrand löschen ist harte Handarbeit
Bis Montag waren an die zehn Feuerwehrleute der Verbandsgemeinde Vordereifel gleichzeitig im Wald und auf den Wiesenflächen unterwegs, um die verbliebenen Glutnester zu löschen. "Einen Waldbrand zu löschen ist harte Handarbeit", erklärte Tim Hepp, der stellvertretende Wehrleiter. Die Einsatzkräfte waren mit Äxten, Schaufeln, Feuerpatschen und Wasser ausgerüstet. Sie schaufelten so zum Beispiel Baumwurzel für Baumwurzel aus, um sie zu löschen.
Waldgebiet in der Vordereifel sieht düster und verwüstet aus
Rund 60 bis 70 Hektar Fläche sind zerstört, schätzt Hepp. Er hat gemeinsam mit Förster Jonas Nick am Montagmittag das Gelände abgefahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Links und rechts entlang der Strecke gibt es kein Grün mehr, alles ist schwarz verkohlt. Das Gelände sieht düster und verwüstet aus.
Viele Landwirte und Forstmitarbeiter hatten am Freitag mitgeholfen und noch Schlimmeres verhindert: Sie haben zum Beispiel Wiesen umgepflügt und so das trockene brennbare Material unter die Erde gebracht, wo es nicht brennen konnte. Oder sie haben mit ihren großen Maschinen neue Schneisen in den Wald gezogen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte. So seien viele neue Wege entstanden, die es vorher nicht gab, sagt Förster Jonas Nick.
Wo und wie aufgeforstet wird, ist noch unklar
Ein großer Teil der Waldfläche sei in Privatbesitz. Jetzt werde erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht. "Hier sieht es aus wie in einem Geisterwald", sagt sein Kollege, der stellvertretende Leiter des Forstamtes Ahrweiler, Axel Schneider, bedrückt.
Auch Teile der Wachholderheide sind abgebrannt. Bei den Beständen des Privatwalds geht er von einem Totalschaden aus. Man müsse schauen, was sich vielleicht erhole, was neu gepflanzt werde, wie viel und wann. Es müsse ein Konzept mit den Waldbesitzern erarbeitet werden. Aber das sei jetzt noch zu früh. Erstmal müsse wirklich alles gelöscht sein.