Die drei Grundschulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Wirges bieten jetzt schon eine Ganztagsbetreuung an. Ab kommendem Jahr rechnet die VG aber mit einer größeren Nachfrage. Denn ab dem Schuljahr 2026/27 haben Grundschüler gesetzlich ein Recht darauf. "Wir gehen davon aus, dass 80 Prozent der Eltern dieses Angebot künftig nutzen werden", erklärt Mark Goldhausen, zuständiger Fachbereichsleiter der VG.
Personal ist knapp, Vereine sollen unterstützen
Personell stellt das neue Gesetz die VG Wirges allerdings vor eine Herausforderung. Montags bis donnerstags unterrichten und betreuen vor allem die Lehrer ganztags die Grundschüler. Freitagnachmittags und für die künftig gesetzlich vorgesehene Ferienbetreuung stehen die Lehrer allerdings nicht zur Verfügung. Hier ist die VG deshalb auf weiteres Personal angewiesen.
FAQ: Was Eltern wissen sollten Ganztagsbetreuung an Grundschulen: Versprechen mit vielen Fragezeichen
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Grundschüler in RLP ein Recht auf Ganztagsbetreuung. Bei der Umsetzung gibt es viele Hürden und zunächst profitieren nur Erstklässler. Die Fakten:
"Wir werden natürlich Stellen ausschreiben und versuchen, pädagogisches Personal zu gewinnen, das ist aber nicht so einfach", erklärt Alexandra Marzi, Bürgermeisterin der VG Wirges. Deswegen möchte die VG die Vereine der Region mit einbinden. Die hätten auch bereits Interesse gezeigt.
Vereine und Schulen sollen profitieren
Von der Zusammenarbeit sollen nicht nur die Schulen profitieren, sondern auch die Vereine. "Die Kinder haben heutzutage teilweise ein so volles Tagesprogramm, dass sie von selbst vielleicht gar nicht mit Vereinen in Kontakt kommen", so Marzi. "Für die Vereine könnte das also eine Chance sein, neue Mitglieder zu gewinnen", ergänzt Goldhausen.
Konkret ist geplant, dass zum Beispiel Mitglieder von Sport- oder Musikvereinen nachmittags AGs in den Ganztagsgrundschulen anbieten. Dafür sollen die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung erhalten.
Schulleiterin begrüßt die Idee, hat aber auch Bedenken
Susanne Letschert, die Schulleiterin der Overberg Grundschule in Siershahn, findet die Idee grundsätzlich gut. "Wenn die Schüler so in der Ganztagsbetreuung Zugang zu Sport, Musik oder Kunst haben, kann das auch zur Chancengleichheit beitragen", so Letschert. Denn nicht alle Kinder hätten gleichermaßen in ihren Familien Zugang dazu.
Sie sieht das Thema der zunehmenden Ganztagsbetreuung in Grundschulen aber auch kritisch. "Erstklässler sind gerade einmal sechs Jahre alt. Wenn sie so viel Zeit in der Schule statt zuhause verbringen, schwächt das vielleicht auch die Bindung der Kinder zu ihren Eltern."