"Wie soll die Stimmung schon sein? Schlecht!"

Miese Stimmung unter den BASF-Angestellten

Die BASF hat ihre Geschäftszahlen für's vergangene Jahr bekannt gegeben. Der Konzern ist im Umbau: Stellenabbau, Verlagerungen, Wohnungsverkauf. Vor den Werkstoren in Ludwigshafen äußern Beschäftigte ihre Unsicherheit.

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Von Autor/in Ben Schittler, Sebastian Sutter

An den Werkstoren der BASF laufen jeden Tag mehrere tausend Mitarbeiter durch die Drehkreuze. Hier ist auch der Ort, an denen die BASF beliefert wird und Fremdfirmen eintreffen. An diesen belebten Toren versuchen wir mit Angestellten ins Gespräch zu kommen. Sie laufen an uns vorbei oder kommen mit dem Rad zur Arbeit. Viele winken direkt ab, so auch eine Frau Mitte 30. Sie arbeitet bei der BASF und ruft uns zu: "Wie soll die Stimmung schon sein? Schlecht!". Ins Mikrofon will sie nichts sagen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück, aber reden wird mit Ihnen wohl kaum jemand. Die Lage ist schlimm genug, da will keiner ein Risiko eingehen.

Zwei andere Kollegen rufen im Vorbeigehen, dass die Stimmung einfach schlechter geworden sei.

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Die meisten sagen nur kurz: "Nein, keine Aufnahmen", "kein Kommentar" oder "nichts fürs Radio" – wir nehmen Verunsicherung und Angst unter den Angestellten wahr. Vielleicht auch berechtigt, so direkt vor dem Eingang. Nach kurzer Zeit spricht uns auch ein Sicherheitsmitarbeiter an und möchte wissen, was wir machen. Wir dürfen bleiben, aber unter Beobachtung.

Wenn Stellen wegfallen, dann löst die BASF das mit Abfindungen

Ältere Angestellte zeigen sich offener und sprechen mit uns. Einige berichten, dass ihre Stellen bald gekürzt werden. Ein Mann Ende 50 erzählt, dass er eine Abfindung bekommt.

Das war etwas Gutes, was mir passiert ist. Ich bekomme mein Geld fünf Jahre lang weiter und habe erstmal eine entspannte Situation.

Solche Gespräche führen wir mehrmals. Aber wie sieht es bei den jüngeren Angestellten aus?

Sorgen und Perspektivlosigkeit unter Auszubildenden der BASF

Wir sprechen auch mit mehreren jungen Menschen – darunter einige Auszubildenden. Allen ist klar, dass die BASF Stellen abbaut. Für sie heißt das konkret, dass ihre Übernahmechance nach der Ausbildung deutlich geringer geworden ist.

Ich werde nicht übernommen, viele aus meiner Gruppe werden nicht übernommen – haben keine Übernahmestelle.

Wodurch kommt diese schlechte Stimmung unter den BASF Angestellten?

Auf SWR-Anfrage berichtet der Bezirksleiter Steffen Seuthe der IGBCE in Ludwigshafen, dass die Menschen weniger Vertrauen in die BASF haben. Es sei heute weniger Wert, für die Firma zu arbeiten und man verstehe sich nicht mehr als "BASFler", so wie es früher war. Allgemein hat Steffen Seuthe den Eindruck, die Stimmung sei von Verständnis zu Unverständnis und Verunsicherung umgeschlagen.

Von dieser Verunsicherung berichtet auch der BASF-Betriebsratchef Sinischa Horvat. Die Betriebsräte würden angesprochen werden, weil Personalabbau in Berlin oder bei der IT-Tochter in Ludwigshafen bei den Beschäftigten Fragen auslösen: Was heißt das für meinen Arbeitsplatz?

Dass am Standort Ludwigshafen die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden müssen, das sei allen klar, daran werde auch gearbeitet, so Horvat. Aber wenn dann etwas verkündet wird, das nicht gut erklärt und begründet wird, sei das problematisch. Ein solches Beispiel ist für ihn der Verkauf der Werkswohnungen.

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Ben Schittler
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