Wohnungen zu vermieten gehört natürlich nicht zum Kerngeschäft eines Chemiekonzerns. Aber eine konzerneigene Wohnungsbaugesellschaft zu haben, ist natürlich eine Botschaft: Wir denken über unser Kerngeschäft hinaus, schauen über unseren Werkszaun und übernehmen Verantwortung, auch für bezahlbaren Wohnraum rund um das Stammwerk der BASF.
4.400 Werkswohnungen BASF will tausende Wohnungen in Ludwigshafen und der Region verkaufen
Der Chemiekonzern will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Deshalb verkauft das Unternehmen 4.400 Wohnungen, die sich in seinem Eigentum befinden.
Der große Ausverkauf von BASF-Wohnungen in und um Ludwigshafen kann zweierlei bedeuten: Entweder ist dem Vorstand das Gefühl für die Verantwortung jenseits des Werksgeländes verloren gegangen, oder es steht um das Unternehmen und insbesondere den Standort Ludwigshafen sehr viel schlechter, als bisher bekannt. Beides wäre gar nicht gut.
Steht das, was da gespart werden kann, im Verhältnis zu dem, was der BASF dadurch verloren geht?
Wir haben begriffen, dass im Stammwerk der BASF gespart werden muss und dass das auch Arbeitsplätze kosten wird, dass unrentable Produktionsanlagen stillgelegt werden müssen. Beim Ausverkauf der Werkswohnungen stellt sich aber die Frage: Steht das, was da gespart werden kann, im Verhältnis zu dem, was der BASF dadurch verloren geht? Richtet die Entscheidung jenseits der reinen betriebswirtschaftlichen Rechnung nicht einen viel zu großen Schaden an?
Die BASF muss den Ausverkauf besser begründen
Ich halte diese Entscheidung für kurzsichtig und bin von der Notwendigkeit nicht überzeugt. Wer einen solchen Ausverkauf ankündigt, muss das schon besser begründen, als mit dem bloßen Verweis auf das Kerngeschäft eines Chemieunternehmens.