Auf den ersten Blick macht die grün-beige Wohnanlage der BASF im Ludwigshafener Stadtteil Gartenstadt einen aufgeräumten Eindruck. Das Gras ist gemäht, die Büsche gestutzt. Doch bei genauerem Blick fällt auf: Die Wohnblöcke haben schon bessere Zeiten gesehen. An den Balkongeländern blättert die lachs-rosa Farbe ab. Auch der Putz bröckelt. Noch gehören die Wohnblöcke der "BASF Wohnen + Bauen". Doch die BASF-Tochter will sie bis Anfang 2027 verkaufen, als Teil von insgesamt 4.400 Wohneinheiten.
Bewohner kritisieren Pläne der BASF
Die BASF begründet den Verkauf mit der schwierigen Wirtschaftslage. Das Unternehmen wolle sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Mehr Chemieprodukte statt Wohnungen. Wir haben mit mehreren Bewohnern in der Gartenstadt gesprochen. Sie wissen von den Problemen, können den Verkauf ihrer Wohneinheiten trotzdem nicht nachvollziehen. "Die Blöcke zu verkaufen und sich so aus der Misere zu ziehen, das ist schon schlecht", sagt eine Mieterin.
4.400 Werkswohnungen BASF will tausende Wohnungen in Ludwigshafen und der Region verkaufen
Der Chemiekonzern will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Deshalb verkauft das Unternehmen 4.400 Wohnungen, die sich in seinem Eigentum befinden.
Bewohner: Wohnblöcke in der Gartenstadt müssen saniert werden
Auch die angekündigte Sanierung der Wohnblöcke werde wohl auf die Zeit nach dem Verkauf verschoben, befürchten einige. Eine Mieterin betont, dass die eigentlich dringend notwendig sei: "Wenn es regnet, zieht die Feuchtigkeit in die Fassade ein". Ursprünglich hätten in ihrem Wohnblock bereits 2025 die Fenster ausgetauscht und die Außenfassade neu isoliert werden sollen. Doch die Sanierung sei kurzfristig ausgesetzt worden.
Bewohner sehen Verkauf gelassen
Die Mieterinnen und Mieter in der Gartenstadt haben vom geplanten Verkauf aus den Medien erfahren. Eine offizielle Mitteilung bekamen sie bisher nicht. Die BASF kündigte allerdings an, die Betroffenen per Brief zu informieren. Die meisten nehmen den anstehenden Verkauf gelassen. Ein Käufer müsse schließlich die Mieter und deren Verträge mit übernehmen, sagt eine Mieterin.
Verkauf der BASF-Wohnungen in der Region Ludwigshafen Kommentar: Verkauf der BASF-Wohnungen ist kurzsichtig
Die BASF will 4.400 Wohnungen in Ludwigshafen und in der Region verkaufen. Eine kurzsichtige Entscheidung, findet der Leiter des SWR-Studios Ludwigshafen Hartmut Reitz.
BASF: Sozialcharta für verkaufte Wohnungen
Alle Mietverhältnisse bleiben erhalten, das betonte auch die BASF. Für die Mieter solle es außerdem eine Sozialcharta geben. Die sei schon für 1.100 Eigentumswohnungen verankert. Sie solle auch für insgesamt 3.300 Wohneinheiten in den größeren Wohnblöcken wie in der Gartenstadt gelten. Die BASF wolle verantwortungsvolle neue Vermieter suchen.