Betriebsrat: "Das harte Ringen hat sich gelohnt"

BASF Ludwigshafen: Arbeitsplätze und Standort gesichert

Die BASF SE will in den kommenden drei Jahren weiter auf Ludwigshafen setzen. In der neuen Standortvereinbarung schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis 2028 aus.

Teilen

Stand

BASF verzichtet bis Ende 2028 auf betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen und investiert Milliarden im dortigen Stammwerk. Darauf haben sich der weltgrößte Chemiekonzern und die Arbeitnehmervertretungen in einer neuen Standortvereinbarung am Montag verständigt. Der Betriebsrat bezeichnete die monatelangen Verhandlungen als "hartes Ringen", das sich aber gelohnt habe.

Neue Standortvereinbarung bis 2028

Für BASF wichtig sei "Verbindlichkeit in einem von Veränderungen geprägten Umfeld." Der Leiter des Stammwerks in Ludwigshafen, Helmut Winterling, sagte, die neue Standortvereinbarung gebe Orientierung und Verlässlichkeit, sei ein "stabiler Anker" für alle Beteiligten.

Die Vereinbarung gilt zunächst für drei Jahre vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028 für die Beschäftigten in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz. Sie verlängert sich um zwei Jahre, "sofern die vereinbarten Ziele zur Wiederherstellung der Profitabilität erreicht werden."

BASF-Vorstandsmitglied Katja Scharptwinkel erklärte, in der Standortvereinrabung seien konkrete Kennzahlen vereinbart worden, wollte jedoch keine konkreteren Angaben dazu machen.

Bisherige Vereinbarung zum Standort Ludwigshafen läuft aus

Die bisherige Vereinbarung läuft zum Jahresende aus. Mit mehr als 30.000 Beschäftigten arbeitet gut ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten im Stammwerk. Bei der Pressekonferenz wurde BASF-Vorstandsmitglied Scharpwinkel nach den aktuellen Zahl der Beschäftigten am Standort Ludwigshafen gefragt. Neue Zahlen gebe es "erst 2026", so Scharpwinkel.

Dieses Jahr seien Stellen jedoch mit "großer Dynamik" reduziert worden. Das werde auch 2026 so fortgeführt. Dies gelinge zum Beispiel mit Hilfe von Aufhebungsverträgen, die mit Mitarbeitenden abgeschlossen würden, sowie durch zahlreiche Renteneintritte, so die Vorständin der BASF SE.

Neuer Verbundstandort in China 2026

Unternehmenschef Markus Kamieth hatte einen weitreichenden Umbau angekündigt, um den Konzern aus der Krise zu führen. Geschäftsbereiche sollen teilweise verkauft und das Agrargeschäft 2027 an die Börse gehen. Zudem wird die Dividende für Aktionäre erstmals seit 2010 gekürzt. Im kommenden Jahr will BASF in China einen neuen Verbundstandort offiziell eröffnen. Die Errichtung liege im Zeitplan und mit Gesamtinvestitionen von rund 8,7 Milliarden Euro unter Budget, hatte das Unternehmen unlängst mitgeteilt.

"Diese Standortvereinbarung ist ein klares Bekenntnis zum Stammwerk Ludwigshafen und ermöglicht Veränderungen", sagte Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel. In der kriselnden Chemieindustrie sei aber keine Trendwende in Sicht. BASF will rund zwei Milliarden Euro jährlich in den Standort investieren, um unter anderem die Infrastruktur zu modernisieren und auszubauen.

BASF Betriebsratsvorsitzender Sinischa Horvat ist froh über Standortvereinbarung.
BASF-Betriebsratsvorsitzender Sinischa Horvat sagt zur Standortvereinbarung: "Das harte Ringen hat sich gelohnt."

Betriebsrat: "Köpfe wieder frei"

Betriebsratschef Sinischa Horvat nannte die Vereinbarung "angesichts langanhaltender struktureller, wirtschaftlicher Herausforderungen" keineswegs selbstverständlich. "Wenn wir ins Jahr 2026 starten, haben wir die Köpfe wieder frei für die großen strukturellen Herausforderungen, an denen wir arbeiten müssen."

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) sprach von einem wichtigen "Sicherheitsrahmen" in Krisenzeiten. Mit Blick auf das Weihnachtsfest sagte Betriebsratschef Sinischa Horvat noch: "Zuerst einmal sind wir stolz darauf, dass wir ein Ergebnis haben,- die Kolleginnen und Kollegen können jetzt in den Weihnachtsurlaub gehen, können das mal genießen."

Ludwigshafen

Netzausbau unzureichend Geplanter Solarpark: BASF kann Strom nicht komplett ins Netz einspeisen

Die BASF hat bei ihrem geplanten Solarpark in Ludwigshafen Probleme mit dem unzureichenden Strom-Netzausbau. Nach BASF-Angaben wird sich der ursprünglich für 2026 geplante Baustart für das Projekt wahrscheinlich verzögern.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Ludwigshafen

Chemiekonzern präsentiert Zukunftsstrategie BASF - Weniger Dividende und möglicherweise weitere Schließungen

Die BASF kämpft mit hohen Energiepreisen und schwacher Nachfrage. Der Konzern prüft nun die Stilllegung weiterer Produktionsanlagen. Die Aktionäre bekommen weniger Dividende.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Ludwigshafen

Noch kein neuer Standortsicherungsvertrag BASF Ludwigshafen: Gewinne sinken weiter - Stellenabbau nimmt Fahrt auf

Der Chemiekonzern BASF hat am Dienstag in Ludwigshafen seine Quartalszahlen vorgelegt. Demnach geht der Abwärtstrend weiter. Gleichzeitig setzt die BASF ihren Sparkurs fort.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Ludwigshafen

Jetzt die SWR Aktuell App runterladen Aufs Handy: Nachrichten aus Ludwigshafen, der Süd- und Vorderpfalz

Die SWR Aktuell App bringt Ihnen kurz und knapp alles Wichtige auf Ihr Smartphone. Sie bekommen auch gezielt Nachrichten aus Ludwigshafen und der Pfalz. So funktioniert's:

Ludwigshafen

News für die Vorderpfalz und Südpfalz Neuer WhatsApp-Kanal des SWR Studios Ludwigshafen

Das SWR Studio Ludwigshafen hat jetzt einen eigenen WhatsApp-Kanal - mit regionalen Nachrichten und Geschichten aus Ludwigshafen, Speyer und der ganzen Vorderpfalz und Südpfalz.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!