Guter Duft tut uns gut. Der Geruch von Zimt und Lebkuchen erinnert uns an Weihnachten. Wenn alles gut duftet, macht auch putzen mehr Spaß. "Duftstoffe tragen zu einem besseren Wohlbefinden bei", sagt Steffen Goetz, Senior Vice President Global Aroma Ingredients der BASF, bei der offiziellen Inbetriebnahme zweier neuer Anlagen in Ludwigshafen.
Krisenstimmung in der Chemiebranche Die BASF steht vor großen Herausforderungen im Jahr 2025
Hohe Energiepreise, sinkende Nachfrage, geringe Auslastung. Der Chemiekonzern BASF kämpft mit zahlreichen Problemen. Ein Sparprogramm soll die Kosten drücken. Eine Bestandsaufnahme.
Und Duft- und Aromastoffe werden immer mehr nachgefragt, so Goetz. Die Branche verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wachstum von etwa vier Prozent. Bei der BASF selbst lag das Wachstum noch einmal deutlich höher als auf dem Markt, sagt Goetz, im zweistelligen Bereich.
Duft- und Aromastoffe - ein wachsender Markt
Die BASF hat deshalb in Ludwigshafen einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. In zwei neuen Anlagen im Stammwerk produziert das Unternehmen Menthol und Linalool. Etwa für Zahnpasta, Körperpflegeprodukte, Waschmittel. Menthol riecht nach Minze, Linalool nach Lavendel. Die neuen Anlagen seien eine der größten Investitionen im Unternehmensbereich.
Durch die neuen Anlagen sind außerdem 60 zusätzliche Arbeitsplätze in Ludwigshafen entstanden. "Es ist ein sehr guter Tag für den Standort Ludwigshafen", sagt Katja Scharpwinkel, Vorstandsmitglied und Standortleiterin. Sie nennt Ludwigshafen "das Herzstück der BASF."
Gute Nachrichten für das Stammwerk in Ludwigshafen?
Endlich also mal wieder gute Nachrichten für das Stammwerk in Ludwigshafen? Tut neuer Duft dem Werk gut?
Im Stammwerk mangelt es nicht an Gerüchen: Auf den zehn Quadratkilometern im Werk riecht es teilweise faulig nach Schwefel, beißend nach Gas, süßlich nach Lösungsmittel. Ludwigshafen war in den vergangenen Monaten vor allem wegen schlechter Nachrichten in den Schlagzeilen: Stellenabbau, Wohnungsverkauf, Anlagen, die geschlossen werden müssen. Mitarbeitende äußerten sich dem SWR gegenüber unzufrieden. Vielen stinkt es.
"Wie soll die Stimmung schon sein? Schlecht!" Miese Stimmung bei der BASF
Die BASF hat ihre Geschäftszahlen für*'s vergangene Jahr bekannt gegeben. Der Konzern ist im Umbau: Stellenabbau, Verlagerungen, Wohnungsverkauf. Viele Beschäftigte sind verunsichert.
Betriebsrat: Jede Anlage in Ludwigshafen ist ein Gewinn
"Jede Anlage am Standort Ludwigshafen ist ein Gewinn", sagt der Betriebsratsvorsitzender Sinischa Horvat dem SWR. "Auch wenn diese beiden neuen Anlagen zahlenmäßig den Stellenabbau an anderer Stelle nicht wettmachen: Es ist ein Zugewinn von 60 qualifizierten Arbeitsplätzen. Darauf kommt es an."
Für die Produktion von Menthol und Linalool ist Citral notwendig. Citral ist das Rückgrat des Aroma-Geschäfts. Auch hierfür wurde eine neue Anlage eröffnet. Sie steht im neuen BASF-Werk in China.
Vorstandsvorsitzender Kamieth: China ist Wachstumsmarkt Milliarden-Investition: Neues BASF-Werk in China eröffnet
Der Chemiekonzern BASF hat seinen neuen Verbundstandort in China am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen. Fast neun Milliarden Euro hat er gekostet.
„Es ist seit Jahrzehnten die Strategie der BASF, lokal für die jeweilige Region zu produzieren“, sagt der Betriebsvorsitzende Horvat dazu. „Das ist Verbund im besten Sinne“, sagt Standortleiterin Scharpwinkel.
Neue Gerüche bei der BASF
Citrat in China, Menthol und Linalool in Ludwigshafen. Für die neuen Anlagen im Stammwerk wurden 400 Kilometer Kabel und 80 Kilometer Rohrleitungen verlegt, erklärt Betriebsleiter Thomas Holtmann.
Und der Geruch? Der ist neutral. „Das ist eigentlich ein gutes Zeichen“, sagt Holtmann. „Denn das heißt, dass nichts ausläuft."