Vorstandsvorsitzender Kamieth: China ist Wachstumsmarkt

Milliarden-Investition: Neues BASF-Werk in China eröffnet

Der Chemiekonzern BASF hat seinen neuen Verbundstandort in China am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen. Fast neun Milliarden Euro hat er gekostet. Aber auch das neue Werk steht schon unter Druck.

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Von Autor/in Hartmut Reitz

Auch in China wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel. Das neue Werk der BASF geht zu einer Zeit an den Start, in der auch im größten Wachstumsmarkt der Chemieindustrie Überproduktion und Preisdruck herrschen. Keine guten Vorzeichen für eine Investition von knapp neun Milliarden Euro. Vorstandschef Markus Kamieth sagt trotzdem: Es war eine gute Entscheidung.

Relativ gesehen ist China immer noch mit Abstand der am stärksten wachsende und der größte Markt für Chemieprodukte.

Die BASF setzt darauf, dass sie am richtigen Platz in China gebaut hat, in Zhanjiang, in der Provinz Guangdong am südchinesischen Meer. Markus Kamieth spricht von "dem Zentrum wirtschaftlichen Wachstums in China". Und das funkelnagelneue Werk muss jetzt zeigen, dass es sehr effizient und kostengünstig produzieren kann.

Ludwigshafen/Zangjiang

CDU-Wirtschaftsministerin Reiche schickte Videobotschaft BASF-Werk in China offiziell eröffnet

Die BASF hat in China einen neuen Verbundstandort feierlich in Betrieb genommen, der so ganz anders ist, nicht nur, weil er neu ist. Er ist digital, arbeitet mit 100 Prozent Ökostrom und steht nach Ansicht des Unternehmens genau an der richtigen Stelle.

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Kein "Welpenschutz" für das neue Werk

Markus Kamieth sagt: "Die Herausforderung ist natürlich riesig, der Druck auf dem Team ist auch sehr hoch". Es gebe keinen Welpenschutz für das Werk Zhanjiang.

So sieht das Gelände des BASF-Werks in China aus. Es ist rund vier Quadratkilometer groß
So sieht das Gelände des BASF-Werks in China aus. Es ist rund vier Quadratkilometer groß BASF SE

Wir werden aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in China auch praktisch ab Tag eins schon im Kostenoptimierungs-Modus sein.

BASF: 1.000 Stellen in Ludwigshafen abgebaut

Mit Kostenoptimierung macht das Stammwerk in Ludwigshafen auch gerade so seine Erfahrungen. Es läuft ein massives Sparprogramm. Im vergangenen Jahr wurden über 1.000 Stellen abgebaut. Das wird auch beim Versuch deutlich, am Werkstor Stimmen von Beschäftigten einzufangen: Die Stimmung ist schlecht und es gibt Zukunftsängste.

Der Studioleiter des SWR Studios Ludwigshafen Hartmut Reitz mit einer Einschätzung:

Die Stimmung in Ludwigshafen ist schlecht

Betriebsratschef Sinischa Horvat spricht von einer großen Verunsicherung. Er ist froh, dass im Dezember ein neuer Standortsicherungsvertrag abgeschlossen werden konnte, der auch Investitionen in das Stammwerk vorsieht.

Das sind zwei Milliarden im Jahr und wenn man das über die Laufzeit zusammenzählt, kommt da einiges zusammen.


Ganz am Anfang hat es laut Horvat Stimmen gegeben, die gesagt haben: In China wird investiert, in Deutschland abgebaut. Das sei jetzt nicht mehr so, weil die BASF auch das Ziel verfolgt, nur für den jeweiligen Markt zu produzieren: in Europa für Europa, in China für China.

BASF-Chef Kamieth: "Es wird auch in China gespart"

Das ist auch die Linie des Vorstandschefs, der keinen direkten Zusammenhang gelten lassen will zwischen den Investitionen in China und dem Sparprogramm im Stammwerk. Kamieth: "Es wird auch in China gespart." Beide Werke, Zhanjiang und auch Ludwigshafen, müssten wettbewerbsfähig sein, in ihrem jeweiligen Markt.

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Hartmut Reitz
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