Das Überraschende zuerst: An den Feiertagen ist es bei vielen Beratungsstellen für Frauen oder auch Frauenhäusern eher ruhig. Offenbar suchen Frauen meist erst wieder nach Silvester Hilfsangebote auf. Jutta Mühlhölzer, Mitarbeiterin beim Frauenhaus Ludwigshafen erklärt sich das so: "Auch wenn Frauen geschlagen werden, so halten sie es an den Feiertagen noch aus - auch oft der Familie zu Liebe. Erst nach den Feiertagen kommen die Frauen zu dem Schluss: 'Diese letzten Tage waren einfach zu viel.'
Erst nach den Feiertagen kommen die Frauen zu dem Schluss: 'Diese letzten Tage waren einfach zu viel.'
Frauenhäuser helfen auch, wenn sie voll sind
Das Frauenhaus habe aber auch schon am 24. Dezember von zu Hause geflüchtete Frauen aufgenommen, erinnert sich Mühlhölzer. Auch wenn zur Zeit alle Frauenhäuser belegt sind, ermuntert sie Betroffene dennoch dort anzurufen, wenn sie in akuter Gefahr sind: "Meist probieren die Frauenhäuser, alternative Lösungen zu finden." Solche Lösungen können sein: Vorübergehend bei Verwandten oder Freunden oder zur Not auch eine günstige Pension.
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Unter dem Motto "Man(n) tötet nicht aus Liebe" setzt sich die Stadt Ludwigshafen gegen Femizide ein. Verschiedene pfälzische Städte planen Aktionen zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
Erste Hilfestelle: Die Polizei
Akut bedrohten Frauen hilft natürlich in erster Linie die Polizei unter der 110. Darauf weisen alle Beratungsstellen hin - auch das Hilfetelefon für Frauen kann eine erste Anlaufstelle sein. Diese Beratung ist bundesweit unter der Telefonnummer 116 016 zu erreichen. Das Hilfetelefon vermittelt an Beratungsstellen vor Ort und gibt Tipps, wie sich Frauen schützen können.
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Für Frauen ist das eigene Zuhause oft ein gefährlicher Ort: Wenn ihre Ex-Partner Gewalt gegen sie ausüben. Jeden dritten Tag geschieht in Deutschland ein Femizid.
Von Christiane Seiler
Die Polizei führt keine Statistik darüber, ob an den Weihnachtsfeiertagen die Zahl der Gewalttaten in Familien zunimmt oder nicht. Im Nachgang werden aber Interventionsstellen informiert. Aber auch andere Beratungsstellen sagen, dass es direkt an Weihnachten ruhig bleibt - so zum Beispiel das Frauenzentrum Neustadt oder die Interventionsstelle Südpfalz. Wenn Frauen die Polizei gerufen haben, melden sich diese Stellen bei den Betroffenen - sofern diese das wollen.
Rund 20 Interventionsstellen im Land
Die Frauen bekommen bei den Interverntionsstellen auch Tipps, wie sie sich deeskalierend verhalten können. Droht zum Beispiel ein Streit auszuufern, sei es wichtig, die Streitsituation zu verlassen mit sogenannten Boomerangsätzen: "Ich merke, dieses Thema ist Dir sehr wichtig. Lass und da morgen drüber reden. Und jetzt muss ich ins Bad/in die Küche."
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Aber Frauen sollten möglichst erkennen, wann Gefahr droht, und sich dann besser zurückziehen und die Polizei rufen. Auch wenn sich Frauen oft scheuen würden, diesen Weg zu gehen: Meist hat er deeskalierende Wirkung. Spricht die Polizei zum Beispiel einen Platzverweis aus, so verschafft das zumindest den betroffenen Frauen Zeit zu überdenken: Sehen sie noch eine Zukunft in der Beziehung oder müssen sie raus.
Beratung auch für gewalttätige Männer
Für gewalttätige Männer gibt es übrigens auch neun Beratungsstellen im Land von der Initiative "Contra häusliche Gewalt". In den Beratungen lernen Männer, wie sie mit Wut und Aggression umgehen können. Überraschend dabei: Zwar werden immer noch viele Männer von Polizei oder Staatsanwaltschaft zu dieser Beratung aufgefordert. Aber laut den Verantwortlichen steigt die Zahl der Männer, die sich eigenständig oder auf betreiben ihrer Partnerinnen beraten lassen stetig an.