Warnung vor Hitzewelle

Gefährliche Hitze: Das raten Ärzte des Klinikums Ludwigshafen

Auf 36 Grad und mehr kletterte das Thermometer am Sonntag. Da hatte das Klinikum Ludwigshafen gut zu tun. Viele Menschen, vor allem Senioren, kamen mit Hitze-Problemen in die Notaufnahme.

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Stand

Von Autor/in Nicoletta Prevete

Es klingt lächerlich einfach und nach einer völlig normalen Tages-Routine für jeden: Bei schweißtreibenden Temperaturen, wie am Wochenende, muss man trinken, trinken und nochmals trinken.

Ein Mann trinkt bei strahlender Sonne aus einer Wasserflasche.
Ohne Trinken kann der Mensch nur wenige Tage überleben. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein Erwachsener etwa 1,5 Liter Wasser am Tag trinken. Bei hohen Temperaturen ist mehr Wasser empfohlen, dann verliert der Körper viel Wasser über das Schwitzen. IMAGO / Sven Simon

Wer es nicht tut, der kriegt schnell massive gesundheitliche Probleme, sagt Notfallmediziner Peter Brenk vom Klinikum Ludwigshafen: "Die Patienten, die zu uns in die Notaufnahme kommen, haben aktuell oft einen Hitzekollaps. Sie leiden an Erschöpfung, Dehydrierung. Manche bekommen sogar ein chronisches Nierenversagen aufgrund der mangelnden Flüssigkeitszufuhr." So beschreibt der Notfallmediziner die verheerenden gesundheitlichen Folgen, die durch zu viel Hitze entstehen können.

Hitzekollaps: Versagen des Herz-Kreislaufsystems droht

Versagen die Nieren oder das ganze Herz- Kreislaufsystem, landet so mancher Betroffene sogar auf der Intensivstation, schildert Peter Brenk. Doch so weit kommt es glücklicherweise eher selten. Meist kann man den Patienten mit einer Infusion, die Flüssigkeit und Elektrolyte enthält, recht schnell helfen.

Bei Senioren lassen Durst und Schweißproduktion nach

Insbesondere Senioren leiden bei so hohen Temperaturen an den gesundheitlichen Folgen der Hitze. Die Leiterin der Geriatrie am Klinikum Ludwigshafen, Sabina Funke, weiß auch warum: "Im Alter ist die Fähigkeit, sich an hohe Temperaturen anzupassen, deutlich eingeschränkt. Dazu kommt: Das Durstgefühl lässt nach, die Schweißproduktion ist reduziert. Und viele Senioren nehmen auch Medikamente, die entwässernd wirken. Das ist ein echter Teufelskreis", klärt die Expertin auf.

Viele Senioren vermeiden Trinken

Manche Senioren und Seniorinnen vermeiden sogar das Trinken, damit sie nicht zu oft auf die Toilette müssen. Und das ist bei 30 Grad und mehr echt gefährlich, warnt die Medizinerin. Doch wie können Angehörige oder Pflegekräfte überprüfen, ob die älteren Menschen tatsächlich genug trinken? Man sollte zum Beispiel die Flaschen mit Datum und Uhrzeit beschriften, empfiehlt Sabina Funke. Dann weiß man auch, ob und wie viel Wasser tatsächlich konsumiert wurde.

Das Auge trinkt mit - schöne Gläser animieren zum Trinken

Schöne Gläser, und mit Minzblätter und Zitrone verfeinertes Mineralwasser animieren auch zum Trinken. Und - so die Leiterin der Geriatrie - man soll darauf achten, dass ältere Menschen in abgekühlten Räumen untergebracht sind, leichte Kleidung tragen und leichtes, bekömmliches Essen zu sich nehmen. Das gehöre auch zum Präventivprogramm bei Hitze.

Was tun bei Hitze? Eine Seniorin wir beim Hausbesuch von einer Krankenpflegerin beraten (Archivbild)
Was tun bei Hitze? Eine Seniorin wir beim Hausbesuch von einer Krankenpflegerin beraten (Archivbild) Picture Alliance

Senioren und Kinder besonders hitzegefährdet

"Eigentlich schließt sich der Kreis im Alter", so Sabina Funke. "So wie man auf seine kleinen Kinder bei Hitze aufgepasst hat, so muss man dann bei extremer Wärme auch auf die älteren Menschen in der Familie achten", sagt die Expertin. Die beiden Gruppen hätten ganz ähnliche Bedürfnisse im Sommer.

Zwei Liter Wasser sind bei 30 Grad zu wenig

Im Übrigen: Die herkömmlichen zwei Liter pro Tag reichen bei solch extremen Temperaturen nicht aus, das muss deutlich mehr sein, sagt Notfallmediziner Peter Brenk. Und klar ist auch, dass man jedwede körperliche Anstrengung mittags vermeiden muss, dazu gehört auch Sport.

Patienten ist auch heiß

Walter Schneider ist schon das dritte Mal im Klinikum Ludwigshafen und erzählt: "Also im Hochsommer ist es schon unangenehm. Aber durch Trinken und Lüften kann man sich schon helfen", erklärt der Rentner. Tagsüber halte er die Fenster geschlossen und die Jalousien unten und nachts lüfte er gut durch. "So gehts dann einigermaßen", meint der Patient.

Michael Appelt ist auch zur Zeit Patient im Klinikum Ludwigshafen. "Ich hab das Glück, das mein Bett direkt unter der Lüftung steht, die für die Frischluftzufuhr zuständig ist. Aber es heizt sich hier schon ordentlich auf im Krankenzimmer", erzählt er. "Es gibt aber überall Trinkwasserspender. Die nutze ich fleißig. Ich denke, wenn man bettlägrig ist wie ich, ist es schon unangenehmer, als wenn man sich noch frei bewegen kann."

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