"Der Bicibus ist richtig toll, weil man da nicht alleine fährt", sagt Greta. Die Siebenjährige trägt einen lila Fahrradhelm und eine pinke Warnweste. Passend zur Route, auf der sie unterwegs ist: Auf der pinken Bicibus-Route sollen Kinder aus der Landauer Südstadt sicher zur Thomas-Nast-Grundschule in den Norden der Stadt fahren können.
"Mein Kind soll sicher zur Schule kommen"
Mit dabei ist auch Gretas Mutter. Cathrin Vonderlinn begleitet den Fahrradkonvoi als Erwachsene: "Ich möchte, dass mein Kind sicher in der Schule ankommt. Morgens ist soviel Verkehr in der Stadt, da möchte ich nicht auch noch mit dem Auto fahren." Mit dem Rad gehe der rund eineinhalb Kilometer lange Schulweg auch schneller. Zur Motivation für ihre Tochter hat Vonderlinn Kinderlieder dabei. Die kommen aus einer kleinen Musikbox hinten an ihrem Rad.
Auch Christoph Renner und sein Sohn Alexander sind dabei. "Am Anfang der Grundschulzeit hat es uns schon gestört, dass es keinen Schulbus gibt, also keine zuverlässige Verbindung von uns zur Schule." Der Bicibus sei eine super Lösung.
Stadt hatte mehrere Strecken zu Schulen geplant
Vonderlinn und Renner haben sich als Begleitpersonen freiwillig bei der Stadt gemeldet. Die hatte im Januar damit begonnen, verschiedene Fahrrad-Strecken zu den Schulen zu planen und Erwachsene gesucht, die die Kinder dabei begleiten. Die Idee ist, dass die Erwachsenen die Schülerinnen und Schüler beim Fahren schützen: vorne, hinten und an den Seiten fahren die Großen - die Kleinen dazwischen. Drei Erwachsene müssen mindestens mitfahren.
An diesem Morgen sind etwa 15 Kinder beim Bicibus dabei. Die Strecke wird erst seit dieser Woche, also seit dem Start ins neue Schuljahr offiziell angeboten, sagt Cathrin Vonderlinn.
Zusammen überqueren Kinder und Erwachsene mehrere Kreuzungen und stark befahrene Straßen. Christoph Renner fährt vorneweg und sichert den Tross ab: "Ich fühle mich schon verantwortlicher, weil fremde Kinder dabei sind, aber ich bin ja nicht alleine." Und Vonderlinn sagt: "Mir ist beim Bicibus auch wichtig, dass wir als Gemeinschaft was bewirken können und uns unterstützen. So schafft man viel mehr."
Fahrradrouten in pink, blau, rot
Die beiden Eltern hoffen, dass sich noch mehr Kinder dem Bicibus anschließen. Neben der pinken gibt es noch eine blaue, rote, orangene und grüne Route. Startpunkte gibt es unter anderem in den Landauer Stadtdörfern Mörzheim und Godramstein. Ziele sind die Grundschulen und weiterführenden Schulen der Stadt.
Manche Routen werden noch nicht jeden Tag gefahren. Die Stadt sucht weitere Erwachsene für die Godramstein-Route und für eine neue Route in der Innenstadt. Genaue Infos zum Bicibus gibt es im Landauer Geoportal.
Die Eltern der pinken Bicibus-Route suchen noch nach einer Lösung für den Rückweg. Bisher fährt der Fahrrad-Bus nur morgens. Denn die Kinder haben zu unterschiedlichen Uhrzeiten Schulschluss. Manche um 12 und 13 Uhr, andere um 16 Uhr. Doch es laufen schon Absprachen, damit die Kinder auch sicher mit dem Bicibus nach Hause kommen.