Anwohner sollen mitmachen

Ameisenplage in Landau: Mit Kieselgur gegen Tapinoma Magnum

Die Stadt Landau geht ab sofort gegen die invasive Ameisenart Tapinoma Magnum vor. Die Tiere können sogar Hausfassaden zerstören.

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Von Autor/in Marvin Kyrion

Sie ist auf dem Vormarsch. Auch im Landauer Stadtdorf Godramstein bleiben die Menschen nicht verschont. Die Ameisenart Tapinoma Magnum, auch große Drüsenameise genannt, breitet sich dort und in Teilen der Pfalz immer weiter aus.

"Die Ameisen können extrem nervig für die Anwohner sein. Wenn sich Futterquellen im Haus auftun, können sie in kürzester Zeit in Häuser eindringen und ganze Küchen befallen", sagt David Elsässer. Er arbeitet bei der Unteren Naturschutzbehörde für die Stadt Landau.

Ameisen auf Gehwegen und Häuserwänden, die in Herxheim bei Landau zur Plage geworden sind.
Ameisen auf Gehwegen und Häuserwänden, die in Herxheim bei Landau zur Plage geworden sind

Überall in Godramstein sind die Ameisen zu finden - auf dem Spielplatz, in den Vorgärten, auf dem Friedhof. Gräbt man mit dem Finger leicht in der Erde, krabbeln einem schon die ersten Ameisen über die Hand. Für Menschen sind die Ameisen ungefährlich, aber sie bilden riesige unterirdische Kolonien und können große Schäden an Straßen und Gebäuden anrichten.

Landau schüttet Kieselgur gegen Ameisen aus

Die Ameisenplage ist so stark, dass die Stadt jetzt handelt und an stark betroffenen öffentlichen Plätzen mit Kieselgur gegen die Ameisenplage vorgeht. Auf einem Spielplatz in Godramstein geht es los: Zwei Arbeiter schaufeln im Auftrag der Stadt Kieselgur auf den Boden – ein sandähnliches Pulver.

Zwei Arbeiter bringen in Landau Kieselgur aus.
Zwei Arbeiter bringen in Landau Kieselgur aus.

Die Männer tragen orangene Arbeitskleidung, Handschuhe und Schutzmasken. Kieselgur ist nach Angaben verschiedener Hersteller für den Menschen nicht schädlich, kann aber Atemwege reizen oder die Haut, indem sie sie austrocknet. Nach und nach verstreuen die Arbeiter das Mittel dort, wo sie Ameisenstraßen entdecken.

Kieselgur besteht aus fossilen Kieselalgen. Es wird in Pulverform auf die befallenen Stellen gegeben. Die Ameisen laufen durch und verletzen sich ihre Schutzschicht an den scharfen Kanten des Mittels. Sie trocknen aus. Mit der Bekämpfung wird in den Stadtdörfern Godramstein, Arzheim und Mörzheim begonnen. Danach folgt der Stadtteil Landau-Südwest.

Bürger wollen Tapinoma Magnum bekämpfen

Herr Käfer wohnt in Godramstein. Auch bei ihm wüten die Ameisen. Ein kurzer Blick auf seinen Vorgarten genügt und man sieht sofort: Hier hat sich die Tapinoma Magnum eingenistet. Aber Schäden haben die Ameisen bei ihm glücklicherweise noch nicht hinterlassen.

"Sie waren aber schon mal im Haus, aber Gott sei Dank nur im Flur. Das konnten wir relativ schnell beheben!" Auch er hat sich jetzt Kieselgur besorgt und versucht, die Ameisenplage bei sich auf dem Grundstück in den Griff zu bekommen.

Auch andere Bürgerinnen und Bürger erzählen im SWR-Gespräch, wie dankbar sie sind, dass die Stadt jetzt etwas unternimmt, wollen aber auch in Eigeninitiative mit Kieselgur und heißem Wasser gegen die lästigen Krabbler vorgehen.

Landau: Anwohner sollen bei Bekämpfung mithelfen

Da die Stadt die Ameisen nicht auf Privatflächen bekämpfen darf, bittet sie Anwohner wie Herrn Käfer, sich zu beteiligen. Hierfür wird heißes Wasser oder Kieselgur empfohlen. Beim Auftragen von Kieselgur empfiehlt die Stadt Landau, Atemschutz, Sicherheitsbrille und Handschuhe zu tragen, um das Einatmen des Pulvers zu vermeiden. Kieselgur ist in den meisten Garten- und Baumärkten erhältlich.

Nach dem Spielplatz geht es für die Männer in Godramstein zwei Straßen entfernt weiter. Am Straßenrand, an der Hecke zum Friedhof, an vielen Stellen im Viertel sieht man nun das sandige Kieselgur-Pulver. Die Bekämpfung geht auch am Folgetag weiter.

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Marvin Kyrion

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