Der Bürgersaal im Karlsruher Rathaus war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz besetzt. Der Infoabend zeigt, dass das Thema Ameisen und Ameisenplage in Karlsruhe die Leute umtreibt. Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) sprach von einem "Marathon der Bekämpfung".
Stadt Karlsruhe will Ameisenproblem koordinieren
Lisbach kündigte an, dass die Stadt Karlsruhe eine neue Stelle geschaffen hat, die sich mit der Bekämpfung invasiver Arten beschäftigt: Karen Eßrich vom Gartenbauamt ist nun Koordinatorin für Information, Prävention, Meldung und Bekämpfung der invasiven Arten.
Außerdem sollen laut Karen Eßrich noch zwei Menschen eingestellt werden - darunter einen Schädlingsbekämpfer, der aber nicht auf privaten Grundstücken eingesetzt werden soll. Die Stadt könne nicht auf privaten Grundstücken eingreifen. Privatpersonen müssten selbst einen Schädlingsbekämpfer engagieren.
Infos zur Tapinoma magnum: Homepage und Mail-Adresse eingerichtet
Die Stadt Karlsruhe hat mittlerweile eine Homepage eingerichtet, auf der Bürgerinnen und Bürger erste Informationen zum Ameisenproblem finden. Ein Informationsflyer ist in Arbeit und es gibt für alle Interessierten eine eigene Mailadresse: ameisen@karlsruhe.de
Karen Eßrich steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit der Stadt Kehl, wo zwei Vollzeitstellen zur Ameisenbekämpfung entstanden sind.
Bekämpfung invasive Ameisen: Was kann man tun?
Ameisenexperte Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum Karlsruhe betonte, dass die Maßnahmen gegen die invasiven Ameisen die Prävention, das Management und das vollständige Auslöschen seien. Er riet dringend vom Kauf nichtheimischer Pflanzen ab, weil so die Ameisen oft eingeschleppt würden. Futterquellen sollten vermieden werden. Heißwasser sei nach wie vor eine Methode, um die Ameisen gezielt zu bekämpfen. Alles in allem sei die Bekämpfung aber schwierig und kostspielig. Die Kommunen hätten dazu oft kein Geld.
Invasion der Ameisen: Bürgerinnen und Bürger wollen Lösungen
Thomas Jahn ist Hausverwalter und kümmert sich um ein Jugendstilhaus in der Karlsruher Durlacher Allee.
Die Bewohner sprechen von hunderten oder tausenden Tieren.
Für Thomas Jahn ist klar: "Es muss eine Möglichkeit gefunden werden, um den Ameisen Herr zu werden." Mittlerweile seien die Tiere im dritten Obergeschoss angekommen.
Auch Ottmar Huber macht sich Sorgen. Deshalb ist der Mann aus der Südstadt zu der Veranstaltung gekommen. Noch hat er keine Ameisen bei sich im Haus, hat aber Angst, dass die Tiere bald kommen könnten.
Ich erwarte, dass die Stadt präventiv was macht.
Noch eine andere Ameisenart macht in Karlsruhe Probleme
Ursprünglich stammt die Ameisenart Tapinoma magnum aus dem Mittelmeerraum. Mittlerweile verbreitet sie sich im Südwesten Deutschlands. Unter anderem hat sie in Kehl bereits für Internet- und Stromausfälle gesorgt. Ihre Besonderheit ist, dass sie mehrere Königinnen hat und es tausende Arbeiterinnen gibt. Das macht ihre Bekämpfung so schwer.
Die Art Tapinoma magnum ist nicht die einzige Art, die in Karlsruhe für Probleme sorgt. Erst kürzlich wurde noch eine andere invasive Ameisenart im Karlsruher Stadtteil Knielingen nachgewiesen.
Wir haben in folgendem Artikel darüber berichtet:
Lasius neglectus führt zu Problemen Ameisenplage: Invasive Ameisenart in Karlsruhe nachgewiesen
Nach der sogenannten Kehler Ameise ist nun eine weitere invasive Art nachgewiesen worden. Sie breitet sich derzeit im Karlsruher Stadtgebiet aus.