"Hass und Hetze haben einfach ein Ausmaß angenommen, das man als Community nicht mehr regulieren kann", sagt Landaus Pressesprecherin Sandra Diehl. Die Stadt habe es wirklich versucht. Aber seit Corona sei etwas gekippt.
"Das waren keine einzelnen Ausfälligkeiten mehr", sagt Diehl. "Da haben sich bei bestimmten Themen teilweise Hunderte Kommentare gesammelt, die einfach sehr, sehr weit unter jeder Gürtellinie waren."
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Die rheinland-pfälzische Landesregierung will erreichen, dass Menschen, die Hasskommentare gegen Verstorbene verfassen, strafrechtlich einfacher verfolgt werden können.
Anscheinend hat sich da so eine Bubble zusammengefunden, um dort einfach Hass und Hetze auszukübeln.
Landau: Viel Zeit damit verbracht, die Kommentare zu regulieren
Sie und ihre Mitarbeiterinnen hätten es nicht mehr geschafft, die alle zu überprüfen, zu moderieren und zu löschen. "Es ist viel Arbeit reingeflossen von unserer Seite, um zu versuchen, die Facebook-Kommentare irgendwie im Zaum zu halten", sagt Sandra Diehl.
Aber niemand habe garantieren können, dass nicht doch mal eine Stunde ein Kommentar stehen bleibt, der verletzend oder beleidigend ist. "Das hat immer wieder auch ganz bestimmte Personengruppen getroffen - geflüchtete Menschen zum Beispiel."
Die Stadt kam gegen Hass und Hetze nicht mehr an
Der absolute Tiefpunkt einer langen Liste von Pöbeleien und Anfeindungen sei dann letztes Jahr eine Morddrohung gegen Bürgermeister Lukas Hartmann von den Grünen gewesen.Da habe die Stadtverwaltung dann beschlossen, Facebook als reinen Infokanal weiterzubetreiben. Und die Kommentarfunktion dauerhaft abzuschalten.
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Auf Facebook hat ein Mann einen Mordaufruf gegen den Landauer Bürgermeister Lukas Hartmann geschrieben. Der Politiker fordert, dass die Stadt das Netzwerk verlässt.
Landaus Entscheidung bislang einmalig
Die meisten Städte in der Süd- und Vorderpfalz scheinen nicht mit denselben Problemen wie Landau zu kämpfen: Ihre Kommentarfelder können weiter genutzt werden.
Speyer, Ludwigshafen und Grünstadt haben seit Jahresanfang die Kommentarfunktion allerdings zumindest bei einzelnen Beiträgen gesperrt.
Kann nix anfangen mit dem was auf dem Zettel steht
In Speyer hatte die Verwaltung zunächst Kommentare unter einem Artikel von Ende Januar, in dem an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wurde, zugelassen. 234 nutzen die Möglichkeit für Anmerkungen. Worunter solche wie : "Danke fürs Sichtbarmachen. Heute wichtiger denn je" die Ausnahme blieben.
Andere schrieben übers Erinnern: "Unnötig, wie Fusspilz" oder "Wann hört der Schuldkult der Deutschen endlich auf?" Wieder andere forderten, das Gedenken an nach dem 2. Weltkrieg Verfolgte wichtiger zu nehmen. Kommentare, die antisemitisch und volksverhetzend waren, hatte die Stadt gelöscht. Inzwischen hat die Stadt Speyer für diesen Artikel den Kommentarbereich abgeschaltet.
Speyer solidarisiert sich mit Landau
Am Dienstag solidarisierte sich die Stadt Speyer mit der Entscheidung Landaus, die Kommentierfunktion auf Facebook auszustellen. Speyer wolle in Zukunft in manchen Fällen die Funktion unter Posts einschränken. "Meinungsfreiheit ist wichtig – aber sie endet dort, wo Hass, Hetze oder strafrechtlich relevante Inhalte beginnen", so die Stadt.