"360 GRAD LU" nennt sich das audiovisuelle Projekt, das drei Künstler und eine Künstlerin aus Ludwigshafen und Mannheim im Rahmen des Ludwigshafener Kultursommers auf dem Hans-Klüber-Platz realisiert haben. Die surrealistisch, futuristischen Animationen wurden mittels Beamer am Samstagabend um 20 Uhr an die Fassaden des Wilhelm-Hack-Museums, der Philharmonie und der Agentur für Arbeit gestrahlt - eine audiovisuelle 360-Grad-Lichtprojektion.
Sie stammt von den Videodesignern Benjamin Jantzen und Jo Jacobs und basiert auf Illustrationen von Birgit Lang. Auf die Ohren gab es elektronische Musik vom Ludwigshafener Künstlerkollektiv Waldrauschen.
Lichtprojektion in Ludwigshafen: "Man darf ja spinnen"
Die Lichtinstallation beschäftigte sich mit der Architektur Ludwigshafens. "Natürlich mit einem Augenzwinkern", sagt der Ludwigshafener Videokünstler und Musiker Jo Jacobs lächelnd. "Aber das Bauloch mit Wasser zu füllen und einen Badesee daraus zu machen, wäre doch mal eine Attraktion", und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: "Man darf ja spinnen".
Jedenfalls sei die angeblich hässlichste Stadt Deutschlands gar nicht so hässlich. Sie habe tolle und auch mutige Gebäude - nur eben alle ein bisschen älter. "Ich wünsche mir neuen Mut für die neue Zeit", sinniert Jacobs.
Künstlerkollektiv aus Ludwigshafen
"Waldrauschen" nennt sich das Ludwigshafener Künstlerkollektiv, das am Samstagabend die musikalische Untermalung lieferte. Bereits seit 2018 jammen Hans-Jürgen Mayer alias DJ to66l und Musiker Jo Jacobs alias !YO Live zusammen - damals noch zu dritt mit Dieter Knecht, der inzwischen andere Wege geht, als Didi mit dem DJ Bus.
Alles begann am Waldrand bei Neuhofen, wo Didi und to66l vor acht Jahren zusammen auflegten und Jo Jacobs vorbeikam und nonchalant fragte: "Hey, ich bin Jo. Ich hab' 'ne Gitarre und 'n Keyboard dabei, kann ich mich einstöpseln?"
"Und dann haben wir zusammen gespielt", erinnert sich Jacobs. "Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir das fortan einmal im Monat gemacht haben". Der Name für ihre Gruppe war schnell gefunden - in Anlehnung an den Ort des ersten Zusammentreffens und an die Musik, die sie dabei gespielt haben: Electronic Noise im Wald wurde zu "Waldrauschen".
Bei Waldrauschen geht es immer um elektronische Musik kombiniert mit Live-Musik und Visuals.
Durch Jacobs, der auch Mediendesigner ist, kamen dann die Lichtprojektionen und Animationen hinzu. "Bei Waldrauschen geht es immer um elektronische Musik kombiniert mit Live-Musik und Visuals", erklärt Jacobs. Häufig holen sich die beiden noch Gast-Musikerinnen oder -Musiker dazu.
Die Events am Waldrand bei Neuhofen gibt es so zwar nicht mehr, dafür sucht sich Waldrauschen immer wieder neue Eventlocations. Wie den Ebertpark in Ludwigshafen, wo sie seit vier Jahren immer im Sommer ein "Electronic Picnic" veranstalten. Oder das Wilhelm-Hack-Museum, wo sie bei ihrer zwei Mal im Jahr stattfindenden Art Lounge eine Audio-Visual-Performance liefern, die zu den jeweiligen Ausstellungen passt.
Künstlerkollektiv aus Ludwigshafen: "Kultur sollte für alle zugänglich sein"
Das Künstlerkollektiv versucht seine Veranstaltungen immer kostenlos anzubieten. "Kunst und Kultur sollte für alle zugänglich sein", findet Jacobs. So auch das Electronic Picnic, die Art Lounge oder die audiovisuelle 360-Grad-Projektion auf dem Hans-Klüber-Platz.