Der 25-jährige Adrian Heckerott hat in Schifferstadt eine eigene Werkstatt. Immer wieder erlebt er Situationen, in denen Kunden kaum die Rechnungen bezahlen können. Heckerott erinnert sich noch gut an diesen besonders prägenden Moment: Eine Frau kam mit ihrem Auto vorbei, auf der Rückbank zwei Kindersitze. Die Bremsen und Reifen waren völlig kaputt, so Heckerott. Also rief er die Mutter an. "Da hat sie nur gesagt, dass ich nichts machen soll, weil sie nicht genug Geld hat. Da war es bei mir vorbei", erzählt der 25-Jährige.
Mechaniker in Schifferstadt ruft Projekt "Werkstatt mit Herz" ins Leben
Für ihn ein Moment, der alles verändert hat. Er übernahm die Rechnung selbst – wusste aber auch: Dauerhaft kann er das nicht alleine leisten. So kam ihm die Idee für sein Projekt "Werkstatt mit Herz", bei dem viele Menschen helfen können. In der Werkstatt werden seine Kunden gefragt, ob sie was spenden möchten. Das können Geldbeträge, Autoteile oder noch gut erhaltene Reifen sein.
Mechaniker hilft Senioren und Alleinerziehenden
Damit wiederum unterstützt er beispielsweise eine Seniorin, die Krebs hat und durch die vielen Arztbesuche dringend auf ihr Auto angewiesen war. "Herr Heckerott hat das wirklich in Ordnung gebracht, kostengünstig, weil man eben als Rentnerin nicht so viel Geld hat", erzählt die Seniorin, die anonym bleiben möchte.
Wir hatten es selbst auch nicht so leicht."
Der junge Mechaniker hat aber auch schon einer alleinerziehenden Mutter geholfen, die aufgrund einer Krankheit und drei Kindern nicht genug Geld hatte, um ihre wichtige Reperatur zu bezahlen. "Das habe ich auch offen und ehrlich mit Adrian kommuniziert. Dann hat er mir von der Aktion erzählt und es hat wunderbar funktioniert. Ich bin so froh!", sagt die alleinerziehende Mutter, die ebenfalls anonym bleiben möchte. Später ging es der Mutter finanziell besser und sie habe selbst gespendet, um etwas zurück zu geben.
Darum zeigt junger Mechaniker in Schifferstadt so viel Herz
Auf die Frage, warum Adrian Heckerott so hilfsbereit ist, antwortet er nur: "Wir hatten es selbst auch nicht so leicht." Sein Opa und Vater flohen vor dem Jugoslawienkrieg mit nur zwei Koffern nach Deutschland. Später wurde sein Vater schwer krank.
"Ich bin der erste in meiner Familie der sich selbstständig gemacht hat und das Risiko gewagt hat, in der Hoffnung, dass ich was bewirken kann." Und genau das möchte Heckerott auch weiterhin tun: Sollte sein Projekt bekannter werden, will er eine Stiftung gründen. Außerdem arbeitet er derzeit an einer Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz, um noch mehr Menschen helfen zu können.