SWR Aktuell: Welche Zeichen können auf einen illegalen Welpenhandel hinweisen?
Bastian Kipping: Ein erstes Warnzeichen: Wenn die Welpen in Anzeigen nur schlecht oder unzureichend beschrieben werden. Und auch wenn der Anbieter beispielsweise unter Verwendung eines Pseudonyms auftritt oder ein und derselbe Anbieter mehrere sowie verschiedene Rassen anbietet, kann das ein Hinweis auf illegalen Handel sein.
Züchter, die sich auf eine Rasse spezialisiert haben, sind einfach professioneller als Züchter, die vier, fünf Rassen im Angebot haben.
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Nachdem ein junger Hund in Hochdorf-Assenheim (Rhein-Pfalz-Kreis) mit Tollwut gestorben ist, zeigt sich ein seriöser Tiervermittler aus der Pfalz entsetzt.
Ein Warnzeichen ist auch: Wenn der Anbieter eine Lieferung nach Hause anbietet. Auch, wenn das erstmal nach einer guten Serviceleistung klingt. Und ganz wichtig: Wenn auf Bildern die Mutterhündin fehlt oder wenn man den Züchter besucht und es ist gar keine Mutterhündin vorhanden, sind das auch keine guten Zeichen.
SWR Aktuell: Was ist das typische Vorgehen von illegalen Welpenhändlern?
Kipping: Diese Züchter nehmen die Welpen meistens viel zu früh von der Mutter weg. In Deutschland ist es so, dass Welpen erst in den Handel gegeben oder zum Verkauf angeboten werden dürfen, wenn sie acht Wochen alt sind.
Im EU-Ausland müssen die Welpen schon 15 Wochen alt sein. Und bei illegalem Handel werden die Welpen viel zu früh von der Mutter entfernt. Oft wird der Impfstatus nicht wahrheitsgemäß angegeben oder die Impfpässe werden gefälscht.
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Es ist wichtig, dass man sich selbst erstmal einen Eindruck verschafft - und auch den Züchter vor Ort besucht. Wenn das nicht möglich ist, dann sollte man wirklich davon Abstand nehmen. Was auch wichtig ist: Dass man auf den ersten Blick sieht, dass die Welpen gesund wirken und nicht krankhaft.
Illegaler Welpenhandel: Käufer sollten Vertrag aufsetzen
Wenn es dann zu einem Kauf kommt, sollte man auf jeden Fall einen Kaufvertrag aufsetzen lassen, in dem auch der Züchter namentlich genannt wird. Käufer sollten auch darauf achten, dass sie sich Begleitpapiere zeigen lassen. Das wäre zum Beispiel der EU-Heimtierausweis des Ursprungslandes, wenn der Hund aus dem EU-Ausland stammt. Je nach Herkunftsland außerhalb der EU gibt es gesonderte Regelungen, worüber man sich vor dem Kauf informieren sollte.
SWR Aktuell: Gibt es bestimmte Webseiten oder auch Plattformen, die besonders häufig für die illegale Vermittlung von Welpen verwendet werden?
Kipping: Was wir feststellen können: Dass illegaler Welpenhandel hauptsächlich über Social Media betrieben wird. Seriöse Webseiten und Plattformen haben auch sogenannte Warnungen, bei denen immer empfohlen wird, dass man vor Ort bei einem Züchter kaufen soll. Aber selbst da ist man nicht vor Betrug geschützt.
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SWR Aktuell: Und was können Käufer machen, wenn sie kurz nach dem Kauf vermuten, dass der Hund krank ist?
Kipping: Wenn das Tier schon gekauft wurde, dann kann man nur noch wenig machen. Aber natürlich können Sie immer Anzeige bei der Polizei erstatten. Vor dem Kauf des Tieres sollte man bei einem Tierarzt vorstellig werden. Wenn das nicht möglich ist, sollte man sich zumindest nach Kopien tierärztlicher Atteste erkundigen.
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SWR Aktuell: Gibt es auch seriöse Organisationen, die Straßenhunde auch aus dem Ausland vermitteln?
Kipping: Es gibt natürlich auch seriöse Anbieter. Grundsätzlich kann ich den Tipp geben, dass, wenn die Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes vorliegt und die Transporte der Tierschutzorganisation in der europaweiten Datenbank "Traces" angemeldet sind, das Anzeichen dafür sind, dass der Welpenhandel legal ist.
Da geht es unter anderem darum, dass die Welpen das entsprechende Alter haben und wichtige Impfungen, beispielsweise gegen Tollwut, erhalten.