Für manche geht’s gleich mehrmals im Jahr weg. Im Sommer ans Meer, im Herbst in die Berge. Vielleicht geht’s im Winter noch zum Skifahren in die Alpen. Martina Huber sagt, dass andere Familien aus der Klasse ihres ältesten Sohnes sich sowas leisten können. Sie und ihre Kinder verreisen dieses Jahr nicht. Sie bleiben zuhause.
Fast ein Fünftel aller Deutschen kann sich nach eigenen Angaben keine Urlaubsreisen leisten. Das zeigen aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamts. Wie füllen Familien dann die sechs Wochen Sommerferien?
Martina Huber aus dem Kreis Germersheim: Ein Plan für den Urlaub zuhause
Martina Huber hat einen Plan gemacht. Sie heißt eigentlich anders, möchte im Text nur anonym vorkommen. Huber hat sich die ersten drei Wochen der Schulferien freigenommen. Sie möchte Zeit mit ihren Kindern verbringen. "Wir wollen auf jeden Fall ins Schwimmbad geben, vielleicht sogar eine Alpaca-Wanderung machen. Vielleicht auch mal in den Schwarzwald fahren", sagt sie.
Das Ehepaar Huber hat vier Kinder: Einen siebenjährigen Sohn, zwei elfjährige Töchter; und der Älteste, der im Herbst achtzehn wird. "Wir haben auch geschaut, was ein Ferienhäuschen kostet. Aber in den Ferien geht das gar nicht, da gehen die Preise ja nochmal deutlich hoch", sagt sie.
Caritas unterstützt bei der Bezahlung von Ferienprogrammen
In der vierten und fünften Ferienwoche sind ihre jüngeren Kinder deshalb in Ferienprogrammen. Sie wird dabei von der Caritas unterstützt. Dort könne man auch in Raten die Kosten für die Programme zahlen, sagt Huber.
Ihre Kinder verstehen es, dass sie sich keine teure Reise leisten können. "Wir unternehmen ja trotzdem was", sagt Huber. Sie will ihren Kindern vermitteln, dass es nicht auf teure Reisen oder schicke Markenklamotten ankommt – letzteres sei gerade in der Klasse einer ihrer Töchter immer wieder Thema.
Sommerferien in RLP Nützliche Tipps für Eltern und Schüler in der freien Zeit
Für die rund 430.000 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz haben am Freitag die Sommerferien begonnen. Nützliches wie Ausflugstipps, Wetter und Verkehr haben wir hier zusammengefasst.
"Es ist schon schwierig, ich kann ihr nicht drei, vier Paar Markenschuhe kaufen", sagt Huber. "Ich sage den Kindern immer: Der Charakter zählt, die inneren Einstellungen. Ihr sollt so gemocht werden, wie ihr seid."
Sommerferien in der Pfalz: Im Homeoffice auf die Kinder aufpassen
Die letzte Ferienwoche müssen Huber und ihr Mann arbeiten. Er arbeitet Vollzeit, sie ist Teilzeit angestellt. "Da sind die Kinder auch zuhause, mal gucken, ob ich im Homeoffice bin oder die Kinder zu meiner Mutter können, aber irgendwie kriegen wir das hin", sagt Huber.
Sie wünscht sich, dass Familien mit Kindern in den Ferien besser unterstützt werden. "Es wäre hilfreich, wenn Familien unterstützt werden, bei denen beide Elternteile arbeiten. Zum Beispiel mit mehr Tagen Urlaub", sagt sie. "Die Ferienprogramme sind schnell ausgebucht und teuer, und sechs Wochen kriege ich nicht frei."
Am liebsten würde Martina Huber mal weit wegreisen, nach Thailand. "Die Tempel finde ich toll, die Mentalität, das Wetter, einfach alles." Zwei Wochen Urlaub, eine Woche rumreisen, eine zur Erholung, sagt sie. "Vielleicht gewinnen wir ja irgendwann im Lotto", sagt Huber. Dann fliegen sie alle hin.