Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzieher

Mutmaßlicher Missbrauch in Kita im Kreis SÜW: Eltern wurden Monate nicht über Verdacht informiert

In der Südpfalz werden einem Erzieher einer katholischen Kita sexuelle Übergriffe auf Kinder vorgeworfen. Ein erster Verdachtsfall im Oktober wurde intern gemeldet - die betroffenen Eltern aber erst Monate später informiert.

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Das Bistum Speyer schreibt auf SWR-Anfrage, dass noch geklärt werden soll, wie es zu diesem Versäumnis kommen konnte. Die betroffenen Eltern seien "leider nicht sofort", sondern erst Monate später - nämlich Ende Januar - von der Kita-Leitung und der Interventionsbeauftragten des Bistums über den Verdacht informiert worden.

Bistum Speyer entschuldigt sich bei Eltern

Die Verantwortlichen hätten sich dafür bei den betroffenen Eltern und auch den anderen Eltern entschuldigt. Bei der Aufarbeitung des Vorfalls sei "dafür zu sorgen, dass die Abläufe in Zukunft schnell und korrekt im Sinne des Kindeswohls funktionieren", schreibt das Bistum weiter.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass gegen einen Kita-Mitarbeiter im Kreis Südliche Weinstraße ermittelt wird. Es besteht laut Staatsanwaltschaft der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen.

Kreiselternausschuss kritisiert Informationsmanagement

Kritik am weiteren Informationsmanagement kommt vom Kreiselternausschuss (KEA), der als Gremium die Interessen von Kita-Eltern im Kreis Südliche Weinstraße vertritt. Obwohl eine Kollegin des Mannes einen ersten Verdacht im Oktober gemeldet hätte, sei die gesamte Elternschaft der betroffenen Kita erst Anfang Februar informiert worden.

In den Wochen dazwischen sei die "Verunsicherung unter den Eltern ein großes Problem gewesen", so ein Sprecher des KEA.

Dazu gefragt, schreibt das Bistum Speyer: "Es war notwendig, zuerst den Sachverhalt aufzuklären, ehe eine große Gruppe informiert wird, um die Elternschaft nicht durch unklare Fakten zu verunsichern und die Ermittlungen der Polizei (Zeugenvernehmungen) nicht dadurch zu beeinträchtigen, dass sich eine Gerüchteküche entwickelt."

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Beschwerde auch wegen Verhaltens des Erziehers

Der Erzieher, gegen den sich der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern richtet, hat laut Bistum bereits in anderen katholischen Kitas im Kreis Südliche Weinstraße gearbeitet. Dem Träger seien "aus früheren Arbeitsverhältnissen keine Auffälligkeiten bekannt" gewesen.

Das Bistum Speyer bestätigt, dass sich bereits im Juli 2025 eine Familie schriftlich über den Mann beschwert habe – da sei es aber um das Auftreten des Erziehers gegenüber dem Kind gegangen. In dem damaligen Fall soll er sich in einem Gespräch mit der Kita-Leitung einsichtig gezeigt haben. Der Erzieher habe "sein Verhalten daraufhin geändert".

Der Kreiselternausschuss schreibt dazu auf seiner Homepage: "Nicht erst die Vorwürfe sexuell ausgerichteter Übergriffe hätten konsequentes Handeln erfordert, Berichte über kindeswohlgefährdendes Verhalten des Mitarbeiters lagen den zuständigen Stellen schon sehr viel früher vor."

Infos für Eltern bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Der KEA hat die Missbrauchs-Vorwürfe im Kreis Südliche Weinstraße zum Anlass genommen und einen Flyer herausgebracht. Darin steht für Eltern, was auf einen Missbrauch hinweisen könnte, und wie man im Verdachtsfall vorgehen kann.

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SWR

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