Augenzeugin: "Es war furchtbar"

Wie Bewohner die randalierenden Wildschweine in Hatzenbühl erlebt haben

Wildschweine rennen völlig außer Rand und Band durch das südpfälzische Hatzenbühl. Diese Nachricht hat am Dienstag für Schlagzeilen gesorgt. Diese Bewohner haben das Auge in Auge erlebt.

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Von Autor/in Irmgard Reißinger, Birgit Baltes

Dem Ehepaar Schneider aus Hatzenbühl (Kreis Germersheim) sitzt der Schreck jetzt noch in den Knochen: Am Montagnachmittag gegen 17 Uhr wollte Maria Schneider es sich gerade in ihrem Wintergarten mit Kerzen gemütlich machen. Da sah sie plötzlich vom Hof aus vier Wildschweine auf die Glasscheibe zustürmen: "In dem Moment kommt da eines her. Da habe ich gerufen, ich habe gekrischen", erzählt sie. Und ihr Mann Armin fügt hinzu: "Sie haben versucht das Glas durchzustoßen. Das haben sie natürlich nicht geschafft."

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Wildschweine werfen sich gegen Scheiben, Wände und Türen

Die vier Wildschweine warfen sich nicht nur gegen die Scheiben ihres Wintergartens, sondern auch gegen die Hofmauern. Schließlich verschwanden sie in der Scheune des Anwesens. Durch die Wucht des Aufpralls verletzten sich die Tiere. Maria Schneider zeigt auf die Spuren auf dem Steinboden und an den Wänden: "Da ist Blut. Da ist alles kaputt. Wie aufgedreht waren die. Da sind sie gestanden. Es war furchtbar."

Das Ehepaar Schneider aus Hatzenbühl.
Das Ehepaar Maria und Armin Schneider aus Hatzenbühl in seinem Hof. Hier wüteten am Montag vier Wildschweine.

Polizisten treiben Wildschweine aus dem Hof der Schneiders

Drei der Wildschweine rannten dann wieder aus der Scheune in den Hof. Eines legte sich auf den Boden, berichtet das Ehepaar. Ihr Sohn habe die Polizei gerufen. Mit Hilfe der Polizei gelang es, die Tiere aus dem Hof zu treiben.

Die sehen mich und kommen auf mich zu. Ich habe gerade noch in der letzten Sekunde die Haustüre zuschlagen können

Bewohnerin in Hatzenbühl öffnet Wildschweinen die Tür

Ein paar hundert Meter entfernt hörte eine Bewohnerin der Kirchstraße auf einmal Lärm an ihrem Hoftor aus Metall. Die Frau erzählt, wie sie daraufhin die Haustür aufmachte und den Tieren Auge in Auge gegenübersteht: "Die sehen mich und kommen auf mich zu. Ich habe gerade noch in der letzten Sekunde die Haustüre zuschlagen können, sonst wären sie im Haus gewesen." Die Wildschweine hatten ihr Hoftor aus Metall mit brachialer Gewalt aufgebrochen.

Waren es junge Keiler auf der Suche nach Nahrung?

Die Hatzenbühlerin vermutet, dass es junge männliche Wildschweine waren, die da durch das Dorf stürmten. Die Mutter habe sie wohl aus der Rotte verstoßen, so die Frau: "Mein Mann ist ja Jäger und er sagt, das waren Keiler, junge Keiler."

Sie vermutet, dass es die jungen Schweine bei der Nahrungssuche nach Hatzenbühl getrieben hat. Die meisten konnten wieder in den Wald getrieben werden. Vier Keiler aber überlebten nicht. Sie wurden von Jägern erschossen.

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