Sowohl das Frauenhaus Ludwigshafen als auch das Frauenhaus Worms berichten von einer angespannten Situation. "Unser Haus ist nahezu voll belegt", schreibt das Frauenhaus Ludwigshafen. Ein Zimmer sei zwar vor kurzem frei geworden, werde jedoch bereits wieder neu vergeben.
Im Frauenhaus Ludwigshafen stehen insgesamt 13 Zimmer für von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen und ihre Kinder zur Verfügung. Im vergangenen Jahr konnten laut Angaben der Einrichtung 33 Frauen und 23 Kinder aufgenommen werden.
Frauen müssen teilweise weiterverwiesen werden
Wenn mehrere Frauen gleichzeitig Hilfe suchen, kann nicht jede aufgenommen werden. Nach Angaben der Einrichtungen kommt es daher immer wieder vor, dass Frauen an andere Stellen weiterverwiesen werden müssen.
Auch das Frauenhaus Worms berichtet von einer ähnlichen Situation. Dort gibt es insgesamt sieben Zimmer. Wird ein Platz frei, sei dieser meist schnell wieder vergeben.
Wohnungssuche verlängert Aufenthalte
Ein Grund für die hohe Auslastung ist laut den Einrichtungen auch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Viele Frauen bleiben länger im Frauenhaus, weil sie anschließend nur schwer eine eigene Wohnung finden.
Die Mitarbeiterinnen beobachten zudem, dass viele Betroffene neben der Gewalterfahrung auch mit schwierigen Lebenssituationen konfrontiert sind. "Themen wie Armut, unsichere Wohnperspektiven oder drohende Wohnungslosigkeit spielen dabei häufig eine Rolle", schreibt das Frauenhaus Worms auf SWR-Anfrage.
Frauenhaus: Gewalt gegen Frauen auch im digitalen Raum
Neben körperlicher und psychischer Gewalt spielt auch digitale Gewalt eine zunehmende Rolle. Das sei neu, schreibt das Ludwigshafener Frauenhaus. "Beleidigungen, Bedrohungen oder unerwünschte Kontaktversuche über soziale Medien und auch das Installieren von Spyware oder Ortungsgeräten müssen wir im Blick haben."
Beratungsbedarf bleibt hoch
Neben den Aufenthalten im Frauenhaus steigt auch der Bedarf an Beratung. Wie das Frauenhaus Ludwigshafen mitteilt, wurden im vergangenen Jahr mehr als 450 Beratungen zu Themen wie häusliche Gewalt, Trennung oder Stalking durchgeführt.
Für viele Betroffene sind Frauenhäuser deshalb nicht nur ein Schutzraum, sondern auch eine wichtige Anlaufstelle für Unterstützung und Orientierung.